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Artikel von Ausgabe 135 (12)
Aufbrechen aus Gewohnheit und Resignation
Michael Schriewer und Stephan Mucha berichtenüber ihre Leipziger Aufbruch-Gruppe

Autoren: Stephan Mucha Michael Schriewer

Die Initiative „Aufbruch – anders besser leben“ möchte Menschen ermutigen, aus eingefahrenen, oft als unbefriedigend oder gar zerstörerisch erlebten Lebensmustern auszusteigen und gemeinsam mit anderen einen Aufbruch zu einer nachhaltigen, solidarischen und spirituellen Lebensweise zu wagen. Es geht darum, Menschen zu ermutigen, bei sich selbst anzufangen, konkrete Schritte zu tun und nicht darauf zu warten, dass sich die Verhältnisse oder „die Anderen“ ändern. Die im ganzen Land entstehenden Regionalgruppen können helfen, sich in diesem Prozess gegenseitig zu unterstützen.

 
Eine andere Welt ist möglich
Erfahrungen und Vorschläge von dem Attac-Aktivisten Oliver Baiocco

Autoren: Oliver Baiocco

Für Oliver Baiocco waren die zunehmenden Proteste gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik weltweit (in Seattle, Genua etc.) und das Auftauchen von Attac die lang ersehnte Möglichkeit, der inneren politischen Emigration zu entrinnen und wieder politisch aktiv zu werden. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Alternative und dem Ende der Friedensbewegung suchte er einen Weg aus dem Kreis aus Resignation, Wut und Zynismus. Die Erfahrung von Gemeinschaft gab ihm den Impuls zum Dialog.

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Geraubtes Leben
Der kanadische Landwirt Percy Schmeiser kämpft gegen die globale Verseuchung des Saatguts durch die Gentechnikfirma Monsanto.

Autoren: Percy Schmeiser

Im Mai dieses Jahres ist das Urteil im Prozess von Percy Schmeiser gegen den Saatgut-Konzern Monsanto ergangen. Schmeiser hatte in zwei Instanzen ver-loren – ihm drohten massive Schadens-ersatzzahlungen und Gerichts-kosten. Der oberste Gerichtshof hat ihn von diesen Zahlungen jetzt befreit, er muss „nur“ seine eigenen Gerichtskosten zahlen. Die grundsätzliche Frage, wer für die unkon-trollierte Verbreitung von Gen-Saat zu haften hat, blieb allerdings ungeklärt. Der folgende Text ist eine Mitschrift aus einem Vortrag, den Percy Schmeiser im Jahr 2003 auf der Bioneers-Conference in San Rafael, Kalifornien, gehalten hat.

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Keine Gensaat!
Simone Böcker berichtet von der Alternativveranstaltung zur Gentechnik-Veranstaltung ABIC 2004 in Köln.

Autoren: Simone Böcker

Deutschland versucht derzeit einen Spagat, den es kaum durchhalten kann. Auf der einen Seite steht die öffentliche Meinung, die sich mehrheitlich gegen die Gentechnik wendet, auf der anderen Seite sucht man „das wissenschaftliche und wirtschaftliche Potenzial der Agro-Biotech-nologie“ und holt eine Veranstaltung wie die Agricultural Biotechnology Inter-na-tional Conference ABIC nach Köln. Für die Teilnehmer dieser „AgBiotech“-Konferenz sind manche Kernelemente der europä-ischen Gesetzgebung wie die Kenn-zeich-nungs-- und Vorsorgepflicht lediglich erzwungene politische Zugeständ-nisse an eine „irrationale“ Öffentlichkeit.

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Der Mann mit den Bäumen
Die Erzählung von Jean Giono, die viele Menschen ermutigt hat, ihre Vision zu leben.

Autoren: Jean Giono

Spuren einer neuen Kultur
Die „kulturell Kreativen“ sollen ein Viertel der westlichen Gesell-schaften ausmachen (www.kulturkreativ.net). Ihr aktiver Kern schafft die Bausteine einer neuen, „integralen“ Kultur, die auf Nachhaltigkeit setzt. Vernunft und Selbstverantwortung finden darin zur Synthese mit Spiritualität und Gemeinschaftssinn. Noch ist diese auftauchende Kultur keineswegs manifest. Mit dieser Artikelreihe lade ich ein, über eine Welt nachzudenken, die von den kulturell Kreativen mitgeprägt wird.
In dieser Ausgabe bringe ich meine Beitragsfolge über alte und neue Gemeinschaftsgärten und erfolgreiche Wiederaufforstungs-projekte zu einem „grünen“ Abschluss. Dazu habe ich eine kraftvolle Geschichte ausgegraben, die viele Menschen nachhaltig bewegt hat – Eco-Fiction aus dem Jahr 1953.
Jochen Schilk


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Das Urteil Monsanto gegen Schmeiser
Am 21. Mai 2004 verkündete das Oberste Gericht von Kanada sein endgültiges Urteil im Fall Monsanto gegen Percy -Schmeiser. Demnach verletzte Schmeiser das kanadische Patent-gesetz, weil er „wusste oder hätte wissen müssen“, dass seine Rapsernte mit patentierten Genen kontaminiert war und weil er trotzdem Saat aus dieser Ernte wieder aussäte.

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Zweifelhafte Versuche
Der Nachweis, ob gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel unbedenklich sind, beschäftigt zur Zeit viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Längst werden in verschiedenen Ländern nicht nur genmanipulierte Futtermittel an Tiere, sondern auch genmanipulierte Nahrungsmittel an Menschen „verfüttert“. Und immer noch wird diskutiert, ob dies gesundheitsschädlich sei.
In diesem Zusammenhang stellen sich eine Reihe von grundsätzlichen Fragen:

 
Zivile Courage: Irene Fernandez
Irene Fernandez ist eine der prominentesten Menschenrechtlerinnen in Malaysia. Sie setzt sich besonders für die Rechte von Frauen ein und hat im Lauf ihres Lebens verschiedene Netzwerke und Organisationen gegründet. Für ihre Publikationen über den Missbrauch an Migrantinnen und Migranten wurde sie angeklagt und inhaftiert. Derzeit befindet sie sich gegen Kaution auf freiem Fuß.

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Lokales Wirtschaften wieder im Aufwind
Jonathan Dawson beschreibt das andere Wirtschaften am Beispiel der Ökodörfer Findhorn in Schottland und Damanhur in Italien

Autoren: Jonathan Dawson

Können Ökodörfer ein Faktor für die wirtschaftliche Stabiliät ihrer Region werden? Jonathan Dawson, Bewohner von Findhorn und intimer Kenner der Ökodorf-Szene in Europa stellt anhand von Beispielen dar, wie solche wirtschaftlichen Prozesse angestoßen werden und über die Jahre ihre Wirksamkeit entfalten. Sicherlich sind dies derzeit Tropfen auf den heißen Stein – unendlich viel Geld verschwinden in den Rachen der Supermärkte und anderer Konzernfilialen. Aber alles muss klein anfangen und wachsen – wir brauchen Vorbilder, die Mut machen.

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Neue Gemeinschaften und die Evolution der Demokratie
Ein Gespräch mit Johannes Heinrichs,dem Autor von „Revolution der Demokratie“

Autoren: Wolfram Nolte

Ende Juli fand unter dem Motto „Widerstand bilden – Alternativen entwickeln“ in Dresden die jährliche Sommerakademie der Anti-Globalisoierungs-Organisation Attac statt. Dort fiel besonders ein mit -bunten Grafiken bemalter Kleintransporter ins Auge. „Evolution der Demokratie“ war darauf zu lesen. Ist damit die Weiterentwicklung unseres demokratischen Systems gemeint, gar die Überwindung der Herrschaft der Wirtschaftsinteressen? Und was bedeutet das für gemeinschaftliche Lebensweisen? Eurotopia-Redakteur Wolfram Nolte konnte nicht anders, als dem Urheber dieser gedanklichen Manifestation einige Fragen zu stellen. Dieser war kein Geringerer als Johannes Heinrichs, der als Nachfolger Rudolf Bahros viele Jahre an der Humboldt-Universität Sozialökologie gelehrt hat und nicht zuletzt mit seiner Real-Utopie einer „Revolution der Demokratie“ Aufsehen erregt hat.

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Das Wesen der Erde integrieren
Christine Wawra porträtiert die Agrar-Ingenieurin und Geomantin Margit Holland

Autoren: Christine Wawra

Inmitten von Obstplantagen liegt nahe Ravensburg das Obstgut Bonhausen. Von einer kleinen Anhöhe aus schweift der Blick über den Bodensee hinweg zu den österreichischen Bergen. Äpfel und Birnen reifen unter einer hierzulande kraftvollen Spätsommersonne. Rosensträucher vor den Reihen verbreiten eine angenehme Ausstrahlung; das Anwesen wirkt schon auf den ersten Blick freundlich. Bei näherer Betrachtung fallen geomantische Steinsetzungen auf. Im Gespräch und bei einer Führung durchs Gelände weist mich Margit Holland in ihre Art des Denkens und Wirtschaftens ein. Ihre Erkenntnisse über Neuerungen im ökologischen Obstbau gibt sie auch als Referentin weiter.

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Lernen braucht Freiheit
Lernen ist die natürlichste Sache der Welt. Steven Harrison ermutigt dazu, diesen natürlichen Lernraum zu schaffen.

Autoren: Steve Harrison

In den USA ist das Recht auf eine selbstbestimmte Bildung mittlerweile garantiertes und praktiziertes Bürgerrecht. So konnte sich ein vielfältiges Bildungsspektrum von der Bildung zu Hause bis zu basisdemokratischen Schulen jenseits von Staatsschule entfalten. Universitäten und Wirtschaft fragen zunehmend nach diesen „Schülern“, ihnen werden Qualitäten wie Kreativität, Kooperations- und Lernfähigkeit und eine hohe Bereitschaft zu Selbstverantwortung und Mitverantwortung nachgesagt. Vor diesem Hintergrund reflektiert Steven Harrison die Grundlagen und die Praxis von staatlicher Schule in ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang. In seinem neuesten Buch fordert er zu einer grundsätzlichen Neubesinnung heraus und skizziert aus den Erfahrungen mit seiner eigenen „Schul“-Gründung eine Welt, in der Kinder und Erwachsene in Gemeinschaft erfüllt miteinander leben und lernen können.

 
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