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Rudolf Steiners Modell der Dreigliederung des sozialen Organismus hat mehr Beachtung verdient, meint Jochen Schilk.
SPUREN EINER NEUEN KULTUR
Immer öfter spricht man von der neuen Bevölkerungsgruppe der „Kulturell Kreativen“ – sie sollen ein Viertel der westlichen Gesellschaften ausmachen (http://www.kulturkreativ.net). Kulturell Kreative gibt es in allen Schichten. Ihr aktiver Kern schafft die Bau-steine einer neuen, „integralen“ Kultur, die auf Nachhaltigkeit setzt. Vernunft und selbständiges Denken finden darin zur Synthese mit Spiritualität, Hinwendung zur Gemeinschaft und Verbindung mit der Natur. Noch ist diese auftauchende Kultur keineswegs manifest. Mit dieser Artikelreihe gehe ich der Frage nach, wie eine Welt aussehen könnte, die von den Kulturell Kreativen mitgeprägt wird. Für diese Folge habe ich mich auf den Webseiten des Netzwerks Dreigliederung und des Instituts für soziale Gegenwartsfragen umgesehen. Beide setzen sich für eine gesellschaftliche Neuordnung im Sinn der anthroposophischen Idee der Dreigliederung ein. Meine Einführung in diese interessante Theorie basiert weitgehend auf Texten, die in den besagten Webseiten zu finden sind.
Die Anthroposophie kann heute in Mitteleuropa als die einzige geistige Bewegung betrachtet werden, die sich in den letzten 100 Jahren neben den etablierten Kirchen auf relativ breiter Ebene behaupten konnte. Ein wirklich differenziertes Bild von diesem komplexen Phänomen zu zeichnen, wird sich – zumal für einen Außenstehenden – als schwierig erweisen und ist auch gar nicht Absicht dieses Artikels. Hauptsächlich inspiriert durch das Werk Goethes und die von Helena Blavatsky begründete Theosophie, hatte Rudolf Steiner (1861–1925) im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts die Anthroposophie als einen „Erkenntnisweg“ entwickelt, „der das Geistige im Menschenwesen zu dem Geistigen im Weltenall führen möchte.“ Auf der Internetseite anthroposophy.com findet sich neben diesem Zitat noch eine weniger abstrakte Kurzdefinition; demnach „schließt Anthroposophie eine spirituelle Sicht des Menschen und des Kosmos ein. Sie strebt nach einer Synthese von vita contemplativa und vita activa, [und] versucht den Alltag mit Spiritualität zu erfüllen.“ So steht die Anthroposophie letzlich für „die Umgestaltung der Welt aus spiritueller Erfahrung – von der Landwirtschaft bis zur Medizin.“ Explizit wird erwähnt, dass Steiners Lehren zwar einen Weg darstellen, jedoch kein Bekenntnis, eine Methode, jedoch keine Offenbarungslehre.
Sowohl extern als auch intern ist die Anthroposophie nicht unumstritten. Kritisiert wird im allgemeinen ein dogmatischer, unhinterfragter Umgang mit dem geistigen Vermächtnis des mitunter guruhaft verehrten Rudolf Steiner. Aber unabhängig von den Differenzen um den richtigen Umgang mit Steiners Erbe enthält dieses einige Aspekte, wie z.B. die Waldorfpädagogik und den biologisch-dynamischen Landbau (Demeter), die als bewährte Praxis von vielen Menschen auch ohne tieferes Verständnis der steinerschen Lehren als richtungweisend akzeptiert werden.
Hier stelle ich eine weitere, bislang weniger bekannte anthroposophische Facette vor, die eine genauere Betrachtung durch die sich formierende „Bewegung für den globalen Wiederaufbau“ (siehe KursKontakte Ausgabe 128) durchaus verdient hätte: das in den Grundzügen bereits 1917–1922 von Steiner entwickelte Modell einer ganzheitlich-stimmigen Gesellschaftsstruktur, die „Dreigliederung des sozialen Organismus.“ Steiners Grundgedanke war, die sozialen (und ökologischen) Verhältnisse gestaltbar zu machen, indem durch Entflechtung und Gliederung Selbstverwaltungsräume eröffnet werden. Das mag zunächst abstrakt klingen, doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die praktische Anwendung dieser in ihren Grundzügen leicht verständlichen Idee umso dringlicher erscheint, je komplexer unsere Gesellschaften werden und je weiter die einseitig wirtschaftliche Globalisierung voranschreitet. Der Nutzen der Dreigliederung könnte vor allem darin liegen, dass sie uns eine Hilfe für das Verständnis jener gesellschaftlichen Mechanismen bietet, die zu der heutigen verfahrenen Situation geführt haben. Die Krisen unserer Zeit sind nicht zuletzt Ausdruck für die Suche nach einem zeitgemäßen Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft. Auf der einen Seite steht die Suche nach individuellen Freiräumen, und auf der anderen die Frage, wie wir der sozialen Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Erde nachkommen können. Beide Aspekte können sich in den alten Sozialordnungen des Staates nicht richtig entfalten. Die Fürsprecher der Dreigliederung – in Deutschland sind sie organisiert im Netzwerk Dreigliederung und im Stuttgarter Institut für Gegenwartsfragen e.V. – behaupten: „Erst die Gliederung des sozialen Organismus in ein freies geistig-kulturelles Leben (Kultur und Bildung) und ein auf geschwisterliche Zusammenarbeit gestütztes, selbstverwaltetes Wirtschaftsleben (Preise und Währung) schafft auf der Grundlage der rechtlichen Gleichheit (Staat) die Voraussetzungen erneuerter Sozialgestaltung, bei der Individual- und Sozialaspekte gleichgewichtig zur Entfaltung kommen können.“ Weiter wird erklärt, warum es wichtig ist, die gesellschaftlichen Phänomene den drei Lebensbereichen zuzuordnen: „Die Gesellschaftsbereiche sollen sich autonom gestalten und dadurch im Ergebnis organisch, d.h. positiv aufeinander wirken. Was zunächst abstrakt klingt, hat, wenn es in die Praxis umgesetzt wird, radikale Folgen. So darf das Rechtsleben – das heißt der Staat – nicht mehr in die Autonomie des Geisteslebens eingreifen und beispielsweise Schulpolitik betreiben.“ Die Folgen einer solchen Praxis wären in der Tat radikal – verordnet doch der Staat derzeit den Schulzwang.
Erst wenn die Bereiche nicht mehr vermischt sind und ihre Eigengesetzmäßigkeiten voll zur Blüte bringen, seien sie nach der Dreigliederungstheorie in der Lage, die ihnen eigenen Ideale zu verfolgen: Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. „Eine andere Zuordnung der Ideale würde zerstörerisch wirken: Gleichheit im Geistesleben tötet jede Innovation, Freiheit vor dem Gesetz hebt die Gesetze auf. Ein anderes Ideal als die Brüderlichkeit für das Wirtschaftsleben führt entweder zum Sozialismus (Gleichheit) oder zum Liberalismus (Freiheit). Erst die Zuordnung zu unterschiedlichen Lebensbereichen macht die Ideale unserer Menschheit lebendig: vermischt heben sie sich gegenseitig auf.“
Das Modell erscheint schlüssig, doch ich möchte hier auch die Frage stellen, inwiefern die gegebenen Ideale absolut gesetzt werden dürfen. Man könnte den Einwand erheben, dass im Geistesleben eine falsch verstandene Freiheit auch zu einer ungesunden Elitenbildung führen könnte. Und ja: Freiheit vor dem Gesetz hebt die Gesetze auf – wie aber wird bei aller Gleichheit vor dem Gesetz die angeborene Freiheit des Einzelnen geachtet? Und was bedeutet Brüderlichkeit? Könnte der erstgeborene Bruder „größere“ Rechte haben als der spätere?
Die Mündigkeit des Einzelnen in Zeiten sozialer Umstrukturierung
Immer mehr Menschen erkennen, dass Wirtschaftsleben und Rechtsleben nicht ihr ganzes soziales Leben ausmachen. Das dritte Element – das Geistesleben – kann sich aber bis heute wegen der Übermacht der beiden anderen Gesellschaftsbereiche nicht richtig entfalten. Dies gilt nicht nur für die vielen Diktaturen, sondern auch für all unsere Demokratien, die noch weit davon entfernt sind, das Geistesleben auf sich selbst zu stellen. Die drei Gesellschaftsbereiche sind jedoch in einer Weise aufeinander angewiesen, dass die Bevormundung eines Bereiches katastrophale Rückwirkungen auf die beiden anderen Bereiche hat. Auf diese Verkümmerung versucht die Dreigliederungsbewegung aufmerksam zu machen, und neue Perspektiven aufzuzeigen.“ Auffällig ist, dass das dem Geistesleben eigentümliche Ideal der Freiheit seit längerem vom Wirtschaftsleben in Anspruch genommen wird, was zu der unkontrollierbaren „neoliberalen“ Globalisierung geführt hat – zu einer Diktatur der großen Konzerne, für die auch die Gleichheit vor dem Recht nicht länger zu gelten scheint. Dem Geistesleben mangelt es hingegen an Freiheit und Unabhängigkeit von den anderen Bereichen, insbesondere an Unabhängigkeit vom Staat, der sich überall das Recht herausnimmt, mündige Bürger durch vereinheitlichende Reglementierungen zu entmündigen; das gilt, wie erwähnt, insbesondere für Zwangsmaßnahmen im Bildungswesen, bei der Verordnung von Therapieeinrichtungen aber auch für bürokratische Behinderungen von innovativen Organisationen und Unternehmern. Jede aus der Mündigkeit des Einzelnen erwachsende Initiative und Eigenverantwortung, die doch zu dieser Zeit notwendiger denn je erscheint, wird durch die massive staatliche Einmischung mehr oder weniger gelähmt. Die Bürger fühlen sich in der Folge zunehmend ohnmächtig und zwar sowohl gegenüber dem Staat selbst, als auch gegenüber all den Problemen, denen der Staat alleine offenbar nicht gewachsen ist.
Mit den Zweifeln an den eigenen Möglichkeiten für gesellschaftliche Veränderung wächst die Versuchung, die Probleme durch Begrenzung von Freiheitsräumen bewältigen zu wollen. So wird in wirtschaftlichen und militärischen Krisenzeiten („Kampf gegen den Terrorismus“) nach einer Ausweitung der staatlichen Befugnisse gerufen. Wo dies dann tatsächlich geschieht, kommt es zu weiterer Lähmung von Initiative und Eigenverantwortung. Ein solcher Weg führt nicht zu Lösungen, sondern nur zu weiterer Chaotisierung. Denn in einem Zeitalter der Mündigkeit des Individuums können weder eine wachsende Dichte staatlicher Regelungen noch anonyme Marktmechanismen eine bewusste Gestaltung durch die Menschen selbst ersetzen.
Die Internetseite www.dreigliederung.de gibt in einem Übersichtskapitel einen Eindruck davon, wie sich eine konsequent gegliederte Gesellschaftsordnung auf die einzelnen Lebensbereiche auswirken könnte:
Freiheit im Geistesleben
„Das freie Geistesleben, als freischaffende Kunst oder Bildungswesen baut die Fähigkeiten auf, die die Menschheit für ihren ideellen und materiellen Erhalt und ihre Fortentwicklung benötigt. Fähigkeiten können sich nur aus einem freien Geist heraus entwickeln. Alles, was mit Fähigkeiten zusammenhängt, gehört in den Bereich des Geisteslebens: Wirtschaftsunternehmer mit einer reellen und nicht bloß auf wirtschaftliche Macht basierten Fähigkeit zur Unternehmensführung gehören neben dem Bildungswesen genauso zum Geistesleben dazu. Weiterhin sind alle Formen des Kapital- und Kreditwesens letztlich eine Frage der Fähigkeit, einen Wirtschaftsprozess aus dem Vermögen heraus zu gestalten und damit eine Frage des Geisteslebens. Deshalb soll das Kapital vom Geistesleben kontrolliert und fähigen Unternehmern bis zu deren Pensionierung oder Tod frei überlassen werden. Danach gelangt das Kapital durch Schenkung zu einem neuen fähigen Unternehmer. Jede Vererbung des Kapitals ist ausgeschlossen, weil es nicht an das Blut, sondern an Fähigkeiten gebunden ist. Ebenso ist das Beurteilen eines anderen Menschen eine Fähigkeit, die nur Persönlichkeiten des freien Geisteslebens haben können. Aus diesem Grund soll die Jurisdiktion aus dem Rechtsstaat herausgenommen werden. Der Angeklagte soll sich – allerdings nicht im nachhinein, sondern schon im Vorfeld – den Richter, den er für den Geeignetsten hält, selber aus dem freien Geistesleben heraus wählen. Das garantiert die Qualität im Justizwesen, statt einer wirklichkeitsfernen Jurisprudenz.
Die Gedanken sind frei, und deshalb sind Urheberrechte eine Anmaßung und sind schon selber geistiger Diebstahl. Die Forschungsabteilungen internationaler Konzerne und die staatlich gelenkte Forschung müssen von selbständigen Forschungseinrichtungen abgelöst werden. Der Mensch soll geistig frei sein; folglich sind aufgezwungene Gruppenzugehörigkeiten mit darin implizierten gruppenbedingten, sprachlichen und wertmäßigen Gebundenheiten abzulehnen. Deshalb: Jeder Mensch ist eine Minderheit. Ein freies Geistesleben muss als Gesellschaftsglied autonom sein, und für das Geistesleben muss ein freiheitliches und tolerantes Zusammenwirken durch Korporationen von Gleichgesinnten ermöglicht werden.“
Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben
„Das Wirtschaftsleben setzt sich zusammen aus Warenproduktion, Warenzirkulation und Warenkonsum. Durch sie werden die menschlichen Bedürfnisse befriedigt. Die Bedürfnisse werden durch nichtstaatliche Assoziationen ausgelotet und finden hierin den Bedürfnissen entsprechende Verträge und Preisregulierungen. Erste Ansätze davon findet man im heutigen fairen Handel, der dem blinden Markt langfristige Verträge entgegensetzt und sich durch seine Rücksicht auszeichnet. Durch diese Selbstorganisation der Wirtschaft erübrigen sich manche staatliche Eingriffe. Der notwendige Strukturwandel zum Beispiel ist nicht mehr Sache des Staates, sondern der Wirtschaft selbst. Eine assoziative Preisregulierung läuft nämlich nicht direkt, sondern über die Regulierung der Anzahl von Beschäftigten pro Branche. Aber auch der Konzentrationsprozess, diese Tendenz der heutigen Wirtschaft zur Zentralisation, lässt sich durch Assoziationen besser verhindern als durch ein staatliches Kartellamt. Der Staat hat nämlich ein Interesse an Monopolen und bekämpft sie daher nur halbherzig. Durch das Zusammenwirken von Produzenten und Konsumenten, die hier gegensätzliche Interessen haben, tendieren Assoziationen dagegen zur richtigen Größe. Konzerne weichen Netzwerken, die sich an keine politischen Grenzen halten, ohne jedoch deswegen zu reiner neuerlichen Diktatur zu verkommen.
Zur Wirtschaft gehört auch die Währung. Eine staatliche Geldpolitik wird es – ebenso wie eine zwischenstaatliche Geldpolitik – nicht mehr geben. Das Geld, das sonst immer die Tendenz hat, sich von der wirtschaftlichen Realität abzukoppeln, soll durch den Verzicht auf Realkredit und die ausschließliche Vergabe von Personalkredit wieder einen konkreten Wert bekommen. Die Aufgabe des Staates wird sich hier darauf beschränken, Wucherzinsen zu unterbinden. Ohne Produktionsmittel gibt es nichts zu tauschen. Das Geld muss daher dort entstehen, wo Produktionsmittel zum Einsatz kommen – das heißt dezentral, in jedem einzelnen Betrieb – und auch verschwinden, wenn diese nicht mehr produzieren. Nur durch ein solches alterndes Geld läßt sich jede Inflation und jede Währungsspekulation vermeiden.“
Gleichheit im Rechtsleben
„Im staatlichen Rechtsleben sind vor dem Gesetz alle gleich, und ein jeder steht darin dem andern als ein Gleicher gegenüber. In ihm macht sich alles das demokratisch geltend, was von dem Urteil und der Empfindung eines jeden mündig gewordenen Menschen abhängig sein muss. Das Staatsleben ist aber kein Überbau über die Zivilgesellschaft, sondern nur ein Glied neben Geistes- und Wirtschaftsleben. Mit der Demokratisierung des Staates sollte die Vormundschaft des Überstaates längst einer Gesellschaft mit autonomen Gesellschaftssphären, wie dem Geistes- und Wirtschaftsleben, gewichen sein. Davon ist aber nichts zu erkennen und deshalb besteht die dringlichste Aufgabe darin, das institutionalisierte Gewaltmonopol Staat im Namen der Freiheit und Brüderlichkeit in die Schranken zu weisen, um die Diktatur einer kulturellen und ökonomischen Reglementierung abzuwehren.“ Was hier zuletzt so kämpferisch klingt, ist mehr als nur bloße Theorie. So befand sich Christoph Strawe, Vorstandsmitglied des Instituts für soziale Gegenwartsfragen und Hauptredakteur des Rundbriefes Dreigliederung, zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels als einer der vielen globalisierungskritischen Beobachter auf der (gescheiterten) WTO-Konferenz im mexikanischen Cancún. Das und auch die inhaltliche Gewichtung ihrer Publikationen macht deutlich, dass die Dreigliederungsbewegung den Schwerpunkt ihrer Arbeit heute auf die Mitgestaltung der globalisierungskritischen Bewegung legt; hier dürfte ihr Kritikansatz und ihre gesellschaftliche Vision vielleicht am ehesten auf offene Ohren treffen. Wichtig ist mir zu betonen, dass die oben zitierten einführenden Gedanken natürlich nicht unkritisch in das zu schaffende Mosaik einer zukünftigen nachhaltigen Gesellschaftsordnung übernommen werden sollten. Sicherlich fordern nicht wenige Punkte zur Diskussion heraus. Andererseits muss bedacht werden, dass einige dieser Diskussionen bereits seit 80 Jahren stattfinden – was sich in einem Einführungstext naturgemäß nicht ausreichend niederschlägt. Interessierte Leserinnen und Leser sollten eigene Nachforschungen betreiben und sich aktiv in die Debatte um eine zeitgemäße Form der Dreigliederungsidee einbringen.
Schon einmal, nämlich im Deutschland der revolutionären Nachkriegszeit von 1919, hat es so etwas wie eine Volksbewegung für die Umsetzung des Dreigliederungsgedankens gegeben. Damals konnten sich diese Kräfte nicht durchsetzen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Steiners Idee gerade heute das Potenzial besitzt, doch noch einmal eine „kritische Masse“ an Menschen zu begeistern. Denn anders als die meisten bekannten Antworten auf soziale Missstände wirkt der Ansatz der Dreigliederung eher integrierend als polarisierend. Wer möchte denn heute noch ernsthaft etwas von Klassenkampf wissen? Viele befinden sich momentan auf der Suche nach Inspirationen für den Traum von einer möglichen anderen Welt. Die Dreigliederung verdient es, ein Mosaikstein des Bildes dieser Welt von Morgen zu werden. Zuvor aber müsste sie wohl aus dem anthroposophischen Ghetto herausgeholt werden.
Internetseiten zum Thema:
http://www.dreigliederung.de
http://www.sozialimpulse.de
http://www.anthroposophy.com
http://www.omnibus.org
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Autoren |
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Schilk, Jochen
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Partner
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