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Impressum
Aktiv für eine bessere Zukunft
erschienen in Ausgabe 125
Jutta Gruber und Wolfgang Schmidt-Reinecke stellen kulturell kreative Initiativen vor

Vor zwei Jahren haben sich mehrere deutschsprachige Zeitschriften zur Mediengruppe Kulturell Kreative zusammengeschlossen. Spirituelle Orientierung ohne konfessionell-religiöse Bindung, ökologisches Engagement, globales Denken und lokales Handeln sind die Ziele, für die sie eintreten. Gemeinsam soll ein neues Ganzes sichtbar gemacht werden. Das Spektrum der neuen Werte wird inzwischen als „kulturell kreative“ Bewegung von immer mehr Menschen geformt und als Potenzial zur Gestaltung einer erneuerten, tragfähigen und gerechten Gesellschaft artikuliert.



Vernetzung und Austausch zwischen „integral-“ bzw. kulturell-kreativen Initiativen, Projekten und Autoren entspricht den Herausforderungen unserer Zeit. Durch die gemeinsamen Aktivitäten werden die Inhalte des übergreifenden, ganzheitlichen Werte- und Bewusstseinswandels besser erkennbar, da durch sie die jeweils spezifischen Ansätze in einen größeren Kontext gestellt werden. Etliche größere und kleinere Initiativen suchen inzwischen den Weg in die Öffentlichkeit, die von einer der Mediengruppe vergleichbaren Orientierung getragen sind. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich auf die Vision einer entstehenden integralen Kultur bzw. auf den gegenwärtigen kultur-kreativen Wertewandel beziehen und aus dem „spirituellen Ghetto“ herauswachsen wollen. Im Folgenden stellen wir eine kleine Auswahl von ihnen vor.

Integrale Studien Berlin (ISB)

Der Psychotherapeut Johannes Drummer, der Mediziner Andreas Lorenz und der (Web-)Grafiker Uwe Schramm, die Träger des ISB, haben mit einem attraktiven Raumangebot, ausgewählten Veranstaltungen und einer aussagekräftigen Website über Berlin hinaus eine hervorragende Grundlage für die Vernetzung und Verbreitung integraler Projekte geschaffen.
Aus der Eigendarstellung:
Grundlagen zur integralen Theorie (u.a. visuelle Veranschaulichung des Spiral Dynamics-Systems)
Spirituelle Ökumene (Texte und Veranstaltungen, u.a. indianisch-schamanistische Rituale)
Salon für integrale Studien (und Seminare, u.a. Workshop mit Don Beck)
Integrale Psychotherapie
Weitere Informationen: www.isberlin.de

Zukunfts-Zentrum Barsinghausen (ZZB)

Prof. Arnim Bechmann, Hochschulprofessor in Berlin sowie Gründer und Leiter einer privaten Forschungseinrichtung bei Hannover mit zeitweise über dreißig Mitarbeitern, verbindet grenzwissenschaftliche und konventionelle Forschung erfolgreich zu einer „transmaterialistischen Wissenschaft“. Es gelingt Arnim Bechmann dabei, sich nicht in eine Außenseiterrolle drängen zu lassen, sondern sich zum Beispiel ausreichend Legitimation für die Erlangung öffentlicher Fördergelder zu verschaffen. Aufgabenstellungen des ZZB beziehen sich u.a. auf die Revitalisierung belasteter Böden und Gewässer. In einem Tagesseminar im März in Berlin wird er Interessierten Einblick in verschiedene ganzheitliche Forschungsansätze und deren gesellschaftliche Vermittlung geben (Seminarinfos und Anmeldung bei der DTG, info@transpersonal.de) Aus der Eigendarstellung:„Das Zukunfts-Zentrum Barsinghausen ist ein Ort der Kooperation von Institutionen der Forschung, der Beratung, der Bildung und der Produktentwicklung, die genossenschaftlich zusammen wirken. Es will durch seine Arbeit Impulse für den Wandel des Umgangs mit Natur und Leben vermitteln (Umweltmanagement) und zur Weiterentwicklung dafür benötigter wissenschaftlicher Konzepte beitragen (planerisches Umwelt- und Ressourcenmanagement, handlungsanleitendes Wissensmanagement und nachmaterialistische Naturwissenschaft). Auch in organisatorischer Hinsicht versucht das ZZB als genossenschaftlich organisiertes und an einer gemeinsamen Leitvorstellung aller seiner Mitglieder orientiertes Wissenschafts- und Technologiezentrum neue Wege zu gehen. Sein auf eine professionelle und systematische Nutzung des Internets angelegtes „e-science-Konzept“ soll dazu beitragen, das ZZB im umweltpolitischen Umfeld gut sichtbar zu machen sowie ihm effektive, kostengünstige Wege der Kommunikation und der Kooperation zu erschließen.“
Weitere Informationen: www.zukunfts-zentrum.de

Deutsche Transpersonale Gesellschaft e.V. – Integrales Forum

Gerade aus den gesellschaftlich insgesamt wenig beachteten Grenzgebieten der Wissenschaften kamen zu allen Zeiten wesentliche erneuernde Impulse. Die Deutsche Transpersonale Gesellschaft (DTG e.V.) sieht eine ihrer Aufgaben darin, solche Forschungsansätze zu erkennen und ihre Inhalte öffentlich zu vermitteln. Die Förderung ist disziplinübergreifend und auch unabhängig davon, ob die Forschung innerhalb größerer und kleinerer universitär eingebundener oder privater Institute oder von Einzelpersonen betrieben wird. Entscheidend ist allein die Grundlage eines integralen bzw. transpersonalen Welt- und Menschenbildes, wie es z.B. in der modernen Gesundheitsförderung oder im Gebiet der Lebensenergieforschung zu finden ist.
Aus der Eigendarstellung:
Plattformen zur öffentlichen Vermittlung integral inspirierter Beiträge sind u.a. die von der DTG e.V. initiierte Vortrags- und Diskussionsreihe „Berliner Integrale Gespräche“, eine Website sowie die Zeitschrift „Transpersonale Perspektiven“. Übergreifendes Ziel dieser Publikationen und Veranstaltungen ist es, den wissenschaftlichen und öffentlichen Dialog mit der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zu führen.
Die DTG unterstützt auch die Entwicklung integraler Projekte, wie z.B. die „Stiftung zur Förderung integraler Kultur und Wissenschaft“, den überregional aktiven „Arbeitskreis Ken Wilber“ und die „Frankfurter Gespräche – Dachverband für freie lebensberatende und gesundheitsfördernde Berufe e.V.“ (die Frankfurter Gespräche wurden in KursKontakte Nr. 123 vorgestellt).
Die von der DTG initiierte interdisziplinäre Vortrags- und Seminarreihe „Berliner Integrale Gespräche“ (BIG) stellt in Berlin Themen und Projekte mit innovativen transpersonal-integralen Ansätzen vor. Die öffentlichen Treffen dienen über den Informationsfluss hinaus auch dem persönlichen Austausch und der Vernetzung an zukunftsorientierten Themen interessierter Menschen. Eine Anmeldung ist nur für Seminare erforderlich.
Weitere Informationen: www.transpersonal.de, www.ak-kenwilber.de, www.frankfurter-gespraeche.dewww.integral.transpersonal.de (Stiftung).

Forum Kontrovers

Das Stuttgarter Forum Kontrovers gründete sich im Oktober 1993 mit dem Ziel, eine Kommunikationsplattform zu schaffen, wo neue oder wiederentdeckte wissenschaftliche, medizinische und gesellschaftlich bedeutsame Konzepte und Gedankengänge vorgetragen und diskutiert werden können. Dabei wünscht sich der Veranstalter, dass durchaus auch kontroverse Standpunkte aufeinandertreffen, damit sich der Zuhörer aus der Breite der angebotenen Konzepte ein für ihn stimmiges Gesamtbild formen kann. Besondere Aufmerksamkeit wird auf Grenzbereiche oder wenig bekannte oder tabuisierte Themen gelegt. In der Regel finden jährlich zwei bis vier Vortragsreihen zu Schwerpunktthemen statt, ergänzt durch unregelmäßige Sonderveranstaltungen. Interessierten Laien wie Fachleuten soll die Möglichkeit zu interdisziplinärem Querdenken geboten werden.
Weitere Informationen: www.forumkontrovers.de

Anders besser leben

Bemerkenswert scheint an dieser primär ökologisch orientierten Bewegung zu sein, dass sie christlich-kirchliche sowie freie Spiritualität als gleichberechtigt und sich ergänzend beschreibt und integriert. Gerade in Deutschland bestehen sonst noch große Ressentiments zwischen „Esoterik“ und „Kirche“.
Aus der Eigendarstellung: „Wir wollen:
unser privates Konsumverhalten schrittweise überprüfen und ökologisch umgestalten,unser Sozialverhalten verstärkt an Solidarität und Zusammenarbeit ausrichten,und eine geistige Orientierung jenseits des Materialismus suchen.
Widerstände und Ängste, die dabei in uns und bei anderen auftauchen, wollen wir ernst nehmen und im Austausch mit Gleichgesinnten überwinden. Mit dieser Betonung unserer Eigenverantwortung will unsere Initiative keineswegs die PolitikerInnen aus ihrer Verantwortung entlassen. Darüber hinaus wollen wir wieder stärker als in den letzten Jahren an der grundlegenden Umgestaltung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mitwirken und dabei neue zivilgesellschaftliche Politikformen stärken. Wo von nicht-staatlichen Organisationen (NGOs), Protest-Bewegungen wie Greenpeace oder ATTAC, von Gewerkschaften, Jugendverbänden oder Kirchen Forderungen nach Zukunftsfähigkeit erhoben werden, wollen wir sie unterstützen. Wir verstehen unsere Bewegung als notwendige Ergänzung zu anderen Initiativen. Unser Motto soll sein: ‚Wer politische Forderungen stellt, ohne sein eigenes Leben zu verändern, ist ein Heuchler: wer nur sein eigenes Leben verändert, ohne politische Forderungen zu stellen, ist ein Träumer.‘ Uns geht es nicht um Verzicht, sondern um Befreiung aus einem überholten Kulturmuster, nicht um Verlust, sondern um Gewinn an Lebensqualität.Wir wollen die nötigen Veränderungen gemeinsam mit anderen verwirklichen, indem wir ‚Aufbruch‘-Gruppen bilden oder die Aufbruchgedanken in bestehende Gruppen hineintragen. Wir werden dabei unsere Kreativität entfalten, Freude erleben, neuartigen Genuss erproben und verschüttete Weisheiten wiederentdecken. “
Weitere Informationen: www.anders-besser-leben.de

Dynamik5
Ursprünglich angetreten als Versuch, eine europaweite spirituell-ökologisch-basisdemokratische Partei zu gründen, bietet die aus der Schweiz stammende Dynamik5-Initiative heute Gelegenheit für regionale Austauschgruppen. Ziel ist die Vernetzung der an diesen Themen Interessierten und die gemeinsame Suche nach einer gesellschaftlichen Umsetzung der entsprechenden Inhalte.
Aus der Eigendarstellung: „dynamik5 ist eine europaweite politisch-spirituelle Bewegung. Sie will eine Plattform sein für alle Menschen, deren Denken und Handeln in einem neuen ganzheitlichen Bewusstsein wurzelt, und die diese Haltung politisch artikulieren wollen.Das Ziel von dynamik5 ist eine grundlegende Erneuerung der Gesellschaft, aufbauend auf einer spirituell begründeten Ethik, auf Solidarität mit den Mitmenschen und tiefem Respekt vor der Schöpfung. dynamik5 postuliert eine neue lebensdienliche und humane Wirtschaftsordnung, die das Gemeinwohl über Profitmaximierung und Eigennutz stellt und auf den Prinzipien von Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beruht. dynamik5 will für Menschen aller Bekenntnisse offen sein. Sie ist mit keiner kirchlichen oder religiösen Organisation, keiner Konfession und keiner Sekte verbunden. Sie tritt ein für gegenseitige Toleranz der Religionen und achtet alle Formen der Spiritualität.“
Weitere Informationen: www.dynamic5.org

Holon
Holon, eine Schwestergruppierung von dynamik 5, zielt weniger auf einzelne Interessenten, sondern versteht sich eher als eine Art Dachverband freier spiritueller und christlicher Einrichtungen, Lebensgemeinschaften und Initiativen.Aus der Eigendarstellung: „HOLON verbindet Institutionen, Vereine, Gemeinschaften und Einzelpersonen zu einem europäischen Netzwerk der ganzheitlichen Bewegung. Weltweit wirken momentan sehr viele Menschen am Aufbau einer neuen Kultur und eines ganzheitlichen Bewusstseins. Dieses große Potenzial wird in der Öffentlichkeit noch kaum wahrgenommen. Wir schöpfen unsere Kraft aus dem Bewusstsein und der Wahrnehmung dieses Potenzials. Wir wollen gemeinsam an unserer inneren Wandlung und an jener der Gesellschaft arbeiten. Dazu haben wir die Organisationsform eines Netzwerkes gewählt, das gleichzeitig die Vielfalt und Farbigkeit der einzelnen Organisationen nicht beschneidet und andererseits doch eine zentrale Koordination und damit eine gemeinsame Aktion ermöglicht. Wir freuen uns über alle, die im Netzwerk mitmachen und somit an der unumgänglichen Erneuerung unserer Gesellschaft mitarbeiten.“
Weitere Informationen: www.holon.ch

Mediengruppe Kulturell Kreative (MKK)

Jenseits unternehmerischer Konkurrenz eint die Herausgeber und Chefredakteure der MKK-Initiative das Engagement dafür, im deutschsprachigen Raum die verschiedenen Facetten einer ganzheitlichen Weltsicht (wieder) zusammenzusetzen. Insbesondere geht es um eine Zusammenschau von spirituellen und wissenschaftlichen Erfahrungen und Zugangswegen. Die Mediengruppe unterstützt die Vorbereitungen zu einer europaweiten Studie zu den kulturell Kreativen unter der Schirmherrschaft des Club of Budapest und plant für 2004 erstmals ein großes LeserInnen- bzw. Kultur-Kreative-Treffen.
Aus der Eigendarstellung: „Wir sind ein Verbund von deutschsprachigen Zeitschriften, die die Entfaltung einer integralen Kultur begleiten. Gemeinsam erreichen wir rund 150000 Erst-LeserInnen. Wir bieten Informationen und Denkanregungen, die über reine Fachkenntnisse eines wissenschaftlichen Spezialgebiets, Wohlfühlrezepte zur Lebensbewältigung oder Sichtweisen einer bestimmten Szene hinausgehen. Besonders widmen wir uns der Integration von dem, was man für Wissenschaft, und dem, was man für Spiritualität hält. Die Redaktionen der Mediengruppe Kulturell Kreative engagieren sich persönlich für ihre Anliegen. Dies gibt den einzelnen Zeitschriften ihr unverwechselbares Profil. Trotz gewisser Bezüge zu unterschiedlichen Denkrichtungen und Weltanschauungen ist keine der Zeitschriften einer andere Wahrheiten ausschließenden Ideologie verhaftet. Gemeinsame Überzeugung ist, dass Kreativität vor allem bei der Suche nach Zwischenräumen jenseits festgefügter Bahnen entsteht.“
Weitere Informationen: www.kulturell-kreative.de ´


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Gruber, Jutta

Schmidt-Reinecke, Wolfgang

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