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Impressum
Pulsierende Felder
erschienen in Ausgabe 122
Anwendungsgebiete und Wirkungsweise der pulsierenden Magnetfeldtherapie

Pulsierende niedrigfrequente Magnetfelder scheinen erstaunliche Effekte auf den menschlichen Körper auszuüben. Thomas Drach und Marcus Benz erklären die Anwendung solcher Felder und deren belebende Wirkung auf kranke Zellen. In den beiden anschließenden Beiträgen von Hermann Grösser und Michael Klinkow wird die Magnetfeldtherapie wohlwollend und zugleich kritisch diskutiert.





Die Magnetfeldtherapie wird eher zu den alterna-tiven Therapien gezählt und in die allgemein noch recht unbekannte Energiemedizin eingeordnet. In den letzten Jahren sind diverse Studien mit gutem Design durchgeführt worden, die ihre Wirksamkeit immer wieder unter Beweis stellen. Der therapeutische Einsatz von Magnetfeldern zur Behandlung verschiedenster Krankheitsbilder ist nicht neu, doch ist dieser Zweig der Medizin in den letzten Jahrzehnten immer wieder in Vergessenheit geraten. Heute zeigt sich ein Trend hin zur pulsierenden Magnetfeldtherapie. Ich schätze die Zukunft so ein, dass sich die neueste Entwicklung der digitalen pulsierenden Magnetfeldtherapiegeräte in Kürze als seriöse Therapie in der Schulmedizin etabliert haben wird. Die Krankenkassen sind in Bezug auf Magnetfeldtherapie noch sehr zurückhaltend, und in der Regel ist davon auszugehen, dass entsprechende Behandlungen nicht erstattet werden. In den letzten Monaten zeigt sich jedoch eine deutliche Trendwende – es lohnt sich in jedem Fall, bei der Krankenkasse nachzufragen und in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt einen Antrag auf Kostenerstattung zu stellen. Manche Kassen bezahlen neben den Behandlungen bei einem Therapeuten auch die Anschaffung eines sogenannten „Heimsystems“, wie z.B. dem MCR family, sofern nachgewiesen werden kann, dass die Magnetfeldtherapie tatsächlich Linderung bis hin zur Heilung bzw. auch eine erhebliche Reduktion der Medikamente bewirken konnte.

Gebräuchliche Verfahren

Die Unterschiede bei den in Praxen und Privathaushalten befindlichen Magnetfeldtherapiesystemen sind sehr groß. Generell kann zwischen statischen Magneten (Permanentmagneten) und pulsierenden Magnetfeldtherapiesystemen unterschieden werdean. Prinzipiell wirkt ein Magnetfeld über drei Komponenten: die elektromagnetische Wirkung, abhängig von der Flussdichte („Stärke des Magnetfeldes“), den Informationsgehalt, der über gezielte Impulse und Schwingungsfrequenzen auf den menschlichen Organismus übertragen wird sowie über die Resonanz. Bei den verschiedenen Magnetfeldtherapiesystemen gibt es Unterschiede in Art und Zusammenstellung dieser Komponenten und dadurch in der Dauer der Anwendungen. Ferner werden verschiedene Applikatoren verwendet, die eine entscheidende Rolle für den Aufbau des Magnetfeldes spielen.
Permanentmagneten erzeugen sehr hohe Feldstärken und arbeiten nicht im körpereigenen Bereich, was zu einer Überforderung des Stoffwechsels führen kann. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass hohe Wirksamkeit gerade mit niederen Feldstärken erzielt werden kann, wenn die Signalform, die Frequenzen und die Pulsierung optimal aufeinander abgestimmt sind. Pulsierende Systeme arbeiten mit niedrigeren Frequenzen und setzen auf die Resonanzfähgikeit unseres Körpers. Die Zelle kann offenbar aus dem angebotenen puliserenden Frequenzband ihre Eigenschwingung erkennen und mit dieser in Resonanz gehen. Zwar ist die Wirkung niedrigfrequenter Strahlung nicht unumstritten, doch für die Magnetfeldtherapie scheint das Gesetz, dass eine höhere Dosis auch eine bessere Wirkung bedeutet, nicht zu gelten. Vielmehr muss jeder Mensch entsprechend seiner Konstitution zur richtigen Dosis finden. Das natürliche Magnetfeld der Erde besitzt eine Stärke von 0,5 Gauß oder 50 Mikrotesla, und obwohl wir es mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können, prägt es das tägliche Leben von Mensch und Natur entscheidend. Tauben z.B. verdanken ihr am Erdmagnetfeld ausgerichtetes Orientierungssystem kleinen Magnetitkristallen im Schnabel. Derartige natürliche Magnetkristalle findet man auch im Gehirn des Menschen. Prinzipiell beruhen alle Vorgänge im menschlichen Körper auf elektrochemisch-magnetischen Phänomenen. Der Nobelpreisträger Klaus von Klitzing bezeichnet dabei die magnetische Komponente als die biologisch wirksamste. Wissenschaftler an der Universität Gießen konnten zeigen, dass Magnetfelder niedrigster Feldstärke (im Picotesla-Bereich) zweifelsfrei Einfluss auf das Wohlbefinden des Menschen haben. So gilt z.B. das Naturphänomen der Wetterfühligkeit als Beweis für den Einfluss von Magnetfeldern geringster Stärke.
Elementarster Lebensausdruck und deutlichster Indikator für die Gesundheit unserer rund 80 Billionen Körperzellen ist deren vitale Schwingung in spezifischen Frequenzen. Diese Schwingungen benötigen die typischen körpereigenen Magnetfelder, die ihrerseits die Zellen aufladen. Durch viel Bewegung in der Natur und energiereiche Ernährung werden diese elektrischen Spannungspotenziale in der Regel ausreichend gebildet bzw. dem Organismus zugeführt. In den Industrienationen werden natürliche Magnetfelder von vielen künstlichen überlagert. Dieser Elektrosmog wirkt als unsichtbarer Energieräuber: Die untypischen Fremd-Schwingungen ermatten die Eigenschwingung der Körperzellen, was deren Spannungspotenzial reduziert und andauernden Stress sowie eine Unterversorgung der Zellen verursacht. Aus therapeutischer Sicht bevorzugen wir den Einsatz eines der digitalen pulsierenden Magnetfeldsysteme. Das „Magnetic-Cell-Regeneration“ der Firma Santerra, kurz MCR genannt, wurde von 35 Wissenschaftlern an der Universität Linz entwickelt und basiert auf einer patentierten Digitaltechnik. Interessant finde ich hier besonders die Möglichkeit, eine spezielle Programmeinstellung zu wählen, die ein so genanntes automatisches Einschleichen der Feldstärken und anderer Parameter ermöglicht. Einschleichen bedeutet, dass man bei den ersten Anwendungen mit einer niedrigeren Feldstärke beginnt und die Intensität langsam steigert. Man lädt die Zellen sozusagen ein, sich in das gesundheitsförderliche Energie- bzw. Frequenzspektrum einzuschwingen. Dadurch lassen sich Erstreaktionen, wie sie z.B. auch bei der Homöopathie bekannt sind, vermeiden. Die Stärke des Magnetfeldes kann in 8 Stufen variiert werden und liegt je nach Wahl zwischen 1 und 140 Mikrotesla.

Kritische Stimmen

Als Manko der Magnetfeldtherapie wird von Kritikern der Gewöhnungseffekt genannt – nach wiederholter Anwendung bleibe die gewünschte Wirkung aus. Unseren Erfahrungen und unserem Wissensstand nach tritt dieser Effekt allerdings nur bei Permanentmagneten auf, die eine sehr hohe Feldstärke erzeugen. Eine Langzeitanwendung scheint generell nicht empfehlenswert, was sich bei einer noch laufenden Studie in Berlin bereits abzeichnet. Auch die Gefahr von Elektrosmog wird manchmal von Kritikern angeführt. Mit digitalen Technologien können jedoch Fequenzschwankungen ausgeschlossen werden. Die Netzspannung zum Betrieb kann im Steuergerät selbst produziert werden, was eine ständig gleiche Flussdichte garantiert. Zur Verhinderung von Elektrosmog arbeitet z.B. das MCR-Gerät mit einem chipgesteuerten medizinischen Netzadapter mit wenig Kondensatoren. Sogar der netzunabhängige Einsatz wird durch einen optionalen Lithium-Akku ermöglicht.

Anwendungsbereiche

Die Magnetfeldtherapie eignet sich für unterschiedliche Therapieansätze und kann als Einzel- oder Begleittherapie eingesetzt werden. Aufgrund der Wirkungsprinzipien und der Resultate von klinischen Studien ergeben sich folgende Haupteinsatzgebiete: Schmerzbehandlung (insbesondere bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparats, wie Rheuma, Osteoporose, Arthritis, Arthrose, Wirbelsäule/Bandscheiben), Knochenbruch und Wundheilungsstörungen, chronische Kopfschmerzen und Migräne, Tinnitus, Herz-, Kreislauf- und Blutdruckbeschwerden, Durchblutungsstörungen, Infektanfälligkeit, PMS und Regelbeschwerden, Nervenerkrankungen, Asthma, Allergien und Hauterkrankungen (Akne, Neurodermitis), Depressionen, Potenzstörungen, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und stressassoziierte Krankheiten, Sportrehabilitation und Leistungssteigerung. Eine aufschlussreiche Sammlung aktueller Studien zur Magnetfeldtherapie hat Frau Dr. Rauch-Petz, Vizepräsidentin des Instituts für bioelektronische Medizin (IFBM) zusammengestellt. Eine ihrer Quellen ist dabei „Medline“, die größte medizinische Datenbank der Welt. Dort werden nur Veröffentlichungen aus der Medizin – klinisch sowie experimentell – erfasst, die in Zeitschriften mit Peer-Review erschienen sind.

Die Wirkungsweise

Im Zentrum der Erklärungen der Magnetfeldtherapie steht die Wirkung pulsierender magnetischer Felder auf die Zellen und auf den an ihrer Membran stattfindenden Ionentransport. Eine Zelle kann prinzipiell nicht unterscheiden, ob ein Signal aus dem Körper selbst kommt oder von außerhalb zugeführt wurde. Das kann für die Zellen ein Segen oder ein Fluch sein. Als Umweltbelastung können körperfremde Frequenzen die Zellen schwächen, wie dies beim Elektrosmog der Fall ist. Pulsierende Magnetfelder erzeugen im Organismus körpereigene elektrische Felder in Form von Induktionsspannungen und sind dadurch in der Lage, den Ionentransport anzuregen und die Normalisierung des Membranpozentials herbeizuführen. Elektrolytverschiebungen spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Zur Kommunikation und zur Versorgung der Zelle mit neuen Nährstoffen stehen die biochemischen Vorgänge der Energiegewinnung in enger Wechselwirkung mit elektromagnetischen Abläufen. Die für den Körper notwendigen elektromagnetischen Kraftfelder werden normalerweise vom gesunden Organismus selbst als Folge der elektrischen Erregungsströme der Nerven- und Muskelfasern und Blutgefäße, die bei der Bewegung entstehen, produziert. Bei Bewegungsmangel schwindet die Zellenergie und damit die Leistungsfähigkeit der Zellen und des gesamten Organismus. Gesunde Zellen erhalten die Potenzialdifferenz der Zellmembran durch aktiven Ionentransport aufrecht und müssen über eine Membranspannung von mindestens -70 bis -90mV verfügen, um regelrecht am Stoffwechsel teilnehmen zu können. Fehlt jedoch das genannte elektrische Potenzial, ist der Zellstoffwechsel gestört. Messungen der Zellmembranfunktion bzw. -frequenz haben gezeigt, dass die Intensität der Zellschwingung je nach Schwere der Krankheit abnimmt. Kranken bzw. schlecht ernährten Zellen mit demzufolge niedrigem Membranpotenzial von weniger als -30 mV droht, wenn sie keine Hilfe erhalten, unweigerlich der Zelltod. Aus eigener Kraft können sie die Zellmembran nicht mehr stabilisieren. Solche Zellen werden durch die von außen zugeführten Schwingungen der pulsierenden Magnetfeldtherapie zur Normalisierung gezwungen, was durch Anlagerung von H+-Ionen an den Zellmembranen geschieht. Wenn sich dort genügend positive Ionen angelagert haben, wird diese Membran schließlich polarisiert. Eine Polarisation bedeutet, dass sich an der einen Seite der Wand die positiven und an der anderen Seite die negativen Ionen befinden, entgegengesetzt zu den normalen Verhältnissen. Diese lokale Azidose (Übersäuerung) kann von der Zelle nur bis zu einem gewissen Grad kompensiert werden, bis ein so starker Diffusionsdruck entsteht, dass die Zelle ihre Membranporen öffnet und ein verstärkter Nährstoffaustausch stattfinden kann. Bei diesem Vorgang können sowohl Nährstoffe besser in die Zelle gelangen als auch Stoffwechselabfallprodukte ausgeschieden werden. Nach Einwirkung des pulsierenden Magnetfeldes steigt der Stoffwechsel der Zellen messbar an. Sie erhalten ihre richtige Frequenz und damit ihr optimales Membranpotenzial zurück, unterstützt durch die ständige Polumkehr der pulsierenden Magnetfelder. Dieser Vorgang spielt sich auch bei der normalen Ernährung einer gesunden Zelle ab, nur dass in diesem Fall die Energie zur Polarisation von der Zelle selbst aufgebracht werden muss. Das schnelle Geschehen von Übersäuerung, Neutralisation, Polarisation und Diffusionsdrucksteigerung an Zell- und Gefäßwänden ist die Ursache für die verschiedensten Wirkmechanismen der pulsierenden Magnetfeldtherapie, wie z.B.
Verbesserung der Durchblutung und Sauerstoffversorgung durch Effekte an der Gefäßwand und in bzw. an den Erythrozyten. Die Verstärkung piezoelektrischer Effekte und die Oberflächen-Polarisierung an Zellen und Gefäßwänden verbessert durch Senkung der Reibungskräfte und Austauschflächenvergrößerung die Durchblutung und Sauerstoffsättigung der Gewebe.
Vermehrte endogene Stickstoff-Ausschüttung und Sensibilisierung von Pressorezeptoren haben positive Effekte auf die Kreislaufregulation.
Verbesserung des Zellstoffwechsels und Stabilisierung des Membranpotenzials und somit des Energiehaushaltes durch vermehrten Ionenaustausch.
Gesteigerte Zellregeneration durch gesteigerte Zelldifferenzierung unspezifischer Bindegewebszellen.
Die Steigerung des intrazellulären CA++-Spiegels fördert durch Wachstumsanregung und Zelldifferenzierung regenerative Prozesse bei Wund- und Knochenheilung.
Schmerzlinderung: Durch Hyperpolarisation an der Synapse und Muskelrelaxation wird die Schmerzgrenze angehoben.
Regulation des vegetativen Nervensystems.
Vertiefte Atmung: PH-Senkungen, die eine Mangelsituation simulieren, vertiefen die Atmung, erhöhen den Erythropoetin-Spiegel und damit die Erythropoese (Bildung roter Blutkörperchen).
Vermehrter Aufbau von Eiweißen durch Erhöhung der Aktivierungsenergie katalytischer Prozesse (Steigerung der Proteinsynthese).
Optimierung der Hormonproduktion und Stärkung des Immunsystems: Durch verbesserten Zellstoffwechsel stehen vermehrt wichtige Hormone wie Melatonin (wichtiges Antioxidans) und Abwehrzellen zur Verfügung (Steigerung des Immunsystems).
Durch Konformationsänderungen am Hämoglobin in den roten Blutkörperchen wird die Sauerstoffsättigung im Gewebe gesteigert.
Bessere Bioverfügbarkeit von Medikamenten durch verbesserte Aufnahme am Wirkort und somit Medikamentenreduktion. Dies ist z.B. für Diabetiker interessant, die in manchen Fällen ihre Insulingabe reduzieren konnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Magnetfeldtherapie auf dem Weg zur offiziellen Anerkennung ihrer Wirkungen in den letzten Jahren bereits große Schritte vorangekommen ist. ´



  Autoren

Benz, Marcus

Drach, Thomas

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