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Impressum
Wir brauchen uns nur zu erinnern
erschienen in Ausgabe 134
Barbara Aigmüller und Clemens Zerling porträtieren den Biotechnologen Christoph Fischer

"Wir müssen erkennen, wie unsere Umwelt und wir selbst funktionieren und dass die Erde ein lebendiger Organismus ist. Wenn wir gedankenlos so weitermachen wie bisher, haben wir bald ein sehr ernsthaftes Problem. Es reicht nicht, irgendwelche Produkte oder Szenarien zu entwickeln. Der Mensch muss sich ebenfalls mit entwickeln. Alles liegt in mir. Diese Erkenntnis muss sich durchsetzen. Wir sind der Schöpfer, wir beeinflussen die Qualität von Wasser, Luft und Erde. Beim Wasser können wir es jetzt schon sichtbar machen. Alles reagiert ständig auf uns, auf unser Denken, Reden und Tun. Augenblicklich reagiert alles auf unsere Ängste und spiegelt uns das, was wir befürchten. Den derzeitigen Niedergang an vielen Fronten halte ich im wesentlichen für hausgemacht!“

"Wir müssen erkennen, wie unsere Umwelt und wir selbst funktionieren und dass die Erde ein lebendiger Organismus ist. Wenn wir gedankenlos so weitermachen wie bisher, haben wir bald ein sehr ernsthaftes Problem. Es reicht nicht, irgendwelche Produkte oder Szenarien zu entwickeln. Der Mensch muss sich ebenfalls mit entwickeln. Alles liegt in mir. Diese Erkenntnis muss sich durchsetzen. Wir sind der Schöpfer, wir beeinflussen die Qualität von Wasser, Luft und Erde. Beim Wasser können wir es jetzt schon sichtbar machen. Alles reagiert ständig auf uns, auf unser Denken, Reden und Tun. Augenblicklich reagiert alles auf unsere Ängste und spiegelt uns das, was wir befürchten. Den derzeitigen Niedergang an vielen Fronten halte ich im wesentlichen für hausgemacht!“
Christoph Fischer, Jahrgang 1959, macht den Eindruck eines Menschen, der in sich ruht. Er spricht einfach, klar, ohne Schnörkel, authentisch. Dabei lächelt er so gewinnend freundlich und zufrieden, dass man denken muss: Er hat gefunden, was er sucht. Schon früh ließ er sich dafür frischen Wind um die Ohren blasen. Als Mitglied der katholischen Landjugend im oberbayerischen Rosenheim hatte er sich in Hilfsprogrammen für die Dritte Welt engagiert. Eines Tages schlug ihm ein Nachbar, der als Entwicklungshelfer in Afrika arbeitete, vor, ihn doch in Kenia besuchen zu kommen. Christoph Fischer nahm drei Monate Urlaub, fuhr nach Afrika und zog als knapp Zwanzigjähriger mit den Entwicklungshelfern von Projekt zu Projekt. Dabei ging es vor allem um Neuansiedlungs- und Grundversorgungsmaßnahmen auf dem Land.
Zurückgekehrt, war er beweglicher geworden. Damals arbeitete er als Fertigungsplaner im Bereich Feinmechanik. Für seine Firma reiste er gern als Monteur nach Nahost und Nordafrika. Während sich sein Blick „da draußen“ erweiterte, musste er sich bei der Rückkehr immer wieder zwangsweise verengen: auf Optimierung, Kosteneinsparung, „auf immer mehr und immer schneller. Irgendwann wusste ich: Das kann es nicht sein!“ Er wollte aussteigen.

Zu den Quellen des Lebens
Seine gut bezahlte Anstellung hängte er an den Nagel, begann eine Therapeutenausbildung, versuchte es mit Fußreflexzonenmassage, mit Kinesiologie, arbeitete auf einem Pferdehof und gründete schließlich eine Firma für Garten- und Landschaftsbau. Als diese ihm zu groß zu werden drohte, gab er sie auf, um Reiseführung für Motorradgruppen anzubieten. Einmal holte er am Flughafen München-Riem japanische Motorradfans ab, die das Alpengebiet erkunden wollten. Zu seinem Erstaunen hatte er es mit einer Gruppe von Zenpriestern zu tun. Ein Zufall? „Was ist Zufall?“, fragt er. Bald reiste er nach Japan. Er durfte bei seinen Motorradfans in der Tempelanlage wohnen. Von dort zog er weiter. Ein ganzes Jahr verbrachte er in Ostasien. Er besuchte die berühmten Zen-Gärten in Kyoto, beobachtete das Zen des Bogenschießens und wurde in eine spezielle buddhistische Lehre eingeführt. Voller Staunen sah er die Millionen Japaner, die morgens dicht gedrängt und diszipliniert aus dem Röhrensystem der Metro von Tokio herausquellen und in den Hochhäusern entschwinden. Zwischen den seelenlosen Wolkenkratzern spielten Kinder Gameboy. „Wenn das irgendwann zu uns rüberschwappt … nicht auszudenken. Da wusste ich: Ich muss mein Leben anders ausrichten. Es soll so etwas nicht fördern und darf nicht in so etwas enden!“
Christoph Fischers langer Weg zu sich selbst, seinem Platz und seiner Aufgabe führte ihn an die Quellen des Lebens. Nach der Rückkehr aus Ostasien kaufte er einen Zirkuswagen. Anderthalb Jahre lebte er darin im Wald am heimatlichen Simssee und experimentierte damit, seine Ansprüche herunterzuschrauben. Die Sorge, dass irgend etwas zu expansiv werden und ihn von wesentlicheren Zielen ablenken könne, begleitet ihn bis heute. „Aber für mich bleibt ja der Weg zurück in den Zirkuswagen immer offen. Ich bin nicht von Ansprüchen abhängig, habe keine Existenzängste – das gibt mir Sicherheit.“ Und so parkt und mahnt der hölzerne Wohnwagen direkt neben dem schmucken Haus, in dem er heute mit seiner Frau und zwei Kindern lebt.
Im Landschaftsbau hatte er unter anderem Bachläufe und Teiche angelegt oder solche regeneriert. Seine Auftraggeber wollten klares Wasser. Aber wie reinigt man Wasser so, dass es seine ursprünglichen Qualitäten aufweist? Immer wirken äußere Felder, auch die von Mobilfunksendemasten. Dies bekomme man kaum in den Griff. „Überhaupt verändert sich immer etwas, wenn man in natürliche Systeme eingreift und Impulse setzt. Aber was sich ändert, bleibt fast immer unberechenbar.“ Also machte er sich daran, eine Möglichkeit zu finden, unliebsame Einflüsse einzugrenzen, die zur Veralgung und Verschmutzung führen. Seine Recherche führte ihn zu altem Maya-Wissen aus Südamerika. In ihrer Kultur hatte man offensichtlich versucht, mit Pyramiden Energie zu sammeln, sie zu verdichten und gezielt einzusetzen. Aber das müsste doch auch ohne solch einen riesigen Aufwand möglich sein, hoffte er. Und er fand die Möglichkeit.

Leben statt Einfalt
Mit seiner Frau, Freunden und Experten hat Christoph Fischer sich auf die Bereiche Wasseraufbereitung und Landwirtschaft spezialisiert. Seine Unternehmungen heißen schlicht „Rosenheimer Projekt“.
Aus der Dynamik und Vielfalt von Leben und Natur, damit auch von Leben und Arbeit der Bauern, habe man Einfalt gemacht: „Einfalt in den Ställen, Einfalt in den Wiesen – da gibt es ja nur noch ein paar Grassorten, der Rest ist weggespritzt, Einfalt auf den Äckern, Einfalt in den Landwirtschaftsschulen, letztendlich Einfalt in unseren Köpfen. Und da will ich wieder Vielheit hineinbringen.“ Die Ideen dazu seien in Teilen uralt und kämen nur im neuen Gewand daher. 1999 starteten sie den Arbeitskreis „Neue Wege, neue Ethik in der Landwirtschaft“. Aus den anfänglich 16 mitwirkenden Bauern sind inzwischen etwa 150 Betriebe geworden.
Der Schlüssel sind so genannte Effektive Mikroorganismen (abgekürzt EM), die der japanische Professor Ternuo Higa erforschte. Dabei handelt es sich um eine Mischung nützlicher Mikroorganismen, hauptsächlich Milchsäure- und andere Bakterien, Pilze, Hefen, Aktion-myzeten und anderen Organismen. Sie arbeiten und leben in flüssiger Kultur miteinander. Groß angelegte Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich Gesundheit, Wachstum, Ertrag und Qualität erheblich steigern lassen, wenn man Boden, Gewächse oder Wasser mit EM impft . EM werden bereits in über 120 Staaten der Welt eingesetzt. Einige afrikanische Länder verankerten die Nutzung von Mikroorganismen in der Landwirtschaft sogar in ihrer Verfassung, um von den Chemie- und Pharmakonzernen unabhängiger zu werden.
Christoph Fischer betont, diese Mikroorganismen lebten uns Koexistenz statt Konkurrenz vor. „Übertragen wir das auf unser Dasein, bringt das auch wieder Leben in unseren Kopf“ – und auch Kreativität. Sein Konzept versucht, den ganzen Kreislauf der Landwirtschaft zu heilen. Dabei trinken die Kühe bis zu 150 Liter energetisch optimiertes Wasser pro Tag. Es stärkt den Pansen als „Reaktor für Mikrobiologie“.
Bei der Silage, dem im Silo fermentierten Grünfutter, entstehen oft Fehlgärungen aufgrund schlechter Böden und störender Umwelteinflüsse. Der Einsatz von EM verhindert die Bildung von Schimmel und Mikrotoxinen, die die Leber der Tiere schädigen und zu Durchblutungsstörungen, z.B. Gelenk- oder Klauenentzündungen bis hin zu Fruchtbarkeitsstörungen führen können. Mit EM entstehen für die Verdauung förderliche Bakterienstämme. Die Gesundheit des Magen-Darmtraktes stärkt das Immunsystem.
Unzureichende Silage, Hemmstoffe (Antibiotika, Penicillin, Reinigungsmittel der Melkanlage etc.) in der Ausscheidung und Einflüsse von technischen Feldern führen zu Fäulnis der Gülle, die „zum Himmel stinkt“. Sie verätzt die Oberfläche und Haarwurzeln der Pflanzen. Und weil ihr pH-Wert nicht mehr stimmt, gast sehr viel Stickstoff aus, der eigentlich den Boden anreichern soll. Es entsteht Ammoniak, ein Umweltgift. Also fährt der Landwirt die Gülle bei Regen aus oder verdünnt sie mit bis zu 50% Wasser. Dadurch hat er den doppelten Transportaufwand und verdichtet durch die schweren Fahrzeuge den Boden noch mehr. Außerdem sickert die verdünnte Gülle zu tief in den Boden. Sie gelangt ins Grundwasser und bringt überwiegend ungeliebte Tiefwurzler wie Disteln oder Ampfer zum Wuchern. Diese bekämpft man wieder mit Gift. Fehlende Nährstoffe werden durch Kunstdünger ersetzt, der zusätzlich das Bodenleben schädigt.
EM ernähren sich von der organischen Masse, die als sogenannte Schwimmdecke zuoberst lagert. Dabei setzen sie Wasser frei, so dass die Gülle flüssiger wird. Diese Vorverdauung lenkt die Fäulnis in Fermentation um. Der Gülle wird Gesteinsmehl zugegeben, das die Vermehrung von Mikroorganismen fördert und Silikat zuführt, einen wichtigen Stabilisator für die „Bodenverkrümelung“. Bald strotzt die Gülle von Leben.
„Dieser Kreislauf über die Silage, über den Pansen, über die Gülle zum Boden ist deswegen so sinnvoll, weil es sich immer um die gleichen Bakterienstämme handelt. Mit wenigen Impulsen kann ich große Zusammenhänge beeinflussen.“ Degenerierte Böden erholen sich, der Regenwurm kehrt zurück, der mit seinem Röhrensystem und als „Zerkrümler“ Pionierarbeit für gut 30 andere Bodenlebewesen leistet, die selbst nicht graben. Bald gedeihen wieder flächendeckend Klee und Leguminosen als Grundlage für bestes Viehfutter. Künstliche Düngung wird weitgehend überflüssig, das Futter vielfältiger und nahrhafter und sogar unanfälliger gegenüber Witterungseinflüssen. Kühe leben gesünder, Tierarztkosten sinken. Weniger Medikamente bedeuten gleichzeitig eine Qualitätssteigerung der Milch. Mit der Verbesserung der Gesundheit steigen Lebensdauer und Fruchtbarkeit der Tiere – von der Ethik der Tierhaltung einmal ganz abgesehen.

Wasser als Informationsträger
Wir fragen: „Wir sahen in dem Videofilm, dass Sie eine Art Zauberstab in Güllegruben und Gewässer stecken. Gibt der neben der Behandlung mit Mikroorganismen einen zusätzlichen Impuls?“ Christoph Fischer antwortet: „Wasser als Informationsträger ist ja zur Zeit ein vielbeachtetes Thema.“ Die meisten Systeme in diesem Bereich „prägten“ vorbeifließendem Wasser mittels einer Energie oder eines Feldes etwas auf: Magnetkraft, so genannte Tachyonen, Orgon, usw. „Wir sind zwar mit diesen Techniken im energetischen Bereich gelandet, verfahren darin aber nicht wirklich anders, sondern immer noch nach unserem männlichen Prinzip: Durch Kraft bestimmen wir, wo’s lang gehen soll.“
Seine – andere – Herangehensweise bestehe darin, ein vollständiges Spektrum an Leben anzubieten. Sonne und Erde haben das gesamte Urwissen des Alls gespeichert, alle Informationen der Natur, so wie ein Same alle Information über die Pflanze enthält, die aus ihm wächst und sich entfaltet. Dieses gespeicherte Grundwissen brauche nur verdichtet und als reduzierte Information dem Wasser angeboten werden. Eine solche Begegnung mit dem „Ganzen oder der Ganzheit“ werde vom Wasser gespeichert. Es „erinnere“ sich an seine ursprüngliche Struktur, lasse alle Überlagerungen wie „Schadstoff-informationen“ fallen und trete beim Fließen wieder in Kommunikation mit umliegenden Ordnungsprinzipien. „Wir geben also keine gezielte Information. Denn die ist begrenzt und einseitig männlich. Wir bieten eine lebendige Kommunikation an, ein ‚Andocken‘ an die lebendige Umgebung.“ Dabei haben sich Datenträger aus Kunststoff bewährt. Solche präparierten Stäbe vermittelten dauerhaft Lebens- und Vitalkräfte, hielten die Balance der EM, transformierten Hemmstoffe, steuerten und optimierten das Milieu in jedem Gewässer.
„Gehen Sie dabei mit dem Stab an die Quelle des Wassers?“ „Nein, das Wasser geht an die Quelle, zum Urgrund zurück“, antwortet er und lächelt. „Es ist unerheblich, wo wir ihm die Kommunikation anbieten. Wir erreichen das übergeordnete Feld. Wir dürfen nur nicht zum Ordnenden werden. Ordnen muss das Wasser selbst, das kann es viel besser allein. Am besten halten wir uns da heraus. Denn die bestehende Unordnung haben ja wir schon geschaffen!“

Erinnerung an die universelle Ordnung
Nicht nur das Wasser muss sich an seine Potenziale, seine Möglichkeiten und an seinen Ursprung erinnern, sondern auch wir Menschen. Und Bauern müssen sich wieder daran erinnern, wer sie eigentlich sind, nämlich Landwirte, Landbewirter und Schöpfer.
Neben Feldbegehungen und Lehrfahrten, z.B. zum „Ökorebellen“ Sepp Holzer im österreichischen Lungau, bietet das Rosenheimer Projekt Intensivseminare an, um die eigenen Fähigkeiten der Teilnehmer zu aktivieren und die Intuition zu wecken. „Hierbei legen wir Wert darauf, den weiblichen Aspekt der Schöpfungskraft zu verstärken, das Behütende, mütterlich Sorgende, die Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Männliches und Weibliches sind in diesem Bereich stark ins Ungleichgewicht geraten.“
Das Rad der Entwicklung lässt sich allerdings nicht mehr zurückdrehen. Wir müssen wohl oder übel mit dem technischen Fortschritt und seinen Erfordernissen umgehen, meint Christoph Fischer. Wir können aber beginnen, unseren „Bewusstseinsmüll“ aufzuräumen und unseren Kindern etwas anderes vermitteln, als uns vermittelt wurde. Alles Weitere komme dann von selbst. Er ist sicher: „Sie werden es besser machen!“ Er blickt positiv in die Zukunft. Alle, die in diesen Bereichen arbeiteten, hätten in den letzten Jahren unglaublich viel dazugelernt, obwohl man erst ganz am Anfang stehe. Aber die positiven Entwicklungen verliefen in einem atemberaubenden Tempo. Die Bereitschaft, diese Dinge aufzunehmen, sei auch da. Es brauche meist nur jemanden, der sagt: „Packen wir’s an, jetzt!“
„Das komplette Universum ist in einem selbst angelegt. Meine Intention geht dahin, möglichst viel Freiraum zu lassen, um das zu entdecken. Da gibt es so viel zu entdecken – wenn man nicht gerade wieder abgelenkt wird“, sagt er. In diesem Moment kommt seine Frau mit der Anfrage eines Kunden herein. Er wirft einen Blick darauf und schließt: „Die Begegnung mit anderen ist immer wieder ein Spiegel dieser Tatsache. Man kann im anderen erkennen, was in einem selbst steckt. Im Miteinander können wir uns gemeinsam erinnern. Unsere Vereinzelungsgesellschaft muss wieder in ein verflochtenes System münden. Ich wiederhole mich: Koexistenz statt Konkurrenz!“

Interessierte können für 15 Euro ein Einführungsvideo zu der Thematik bestellen: Christoph Fischer, Hochgernstraße 4, D-83139 Söchtenau/Haid, Telefon (08055) 9128, Fax (08055) 9127.

  Autoren

Aigmüller, Barbara

Zerling, Clemens

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