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Zweifelhafte Versuche
erschienen in Ausgabe 135
Der Nachweis, ob gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel unbedenklich sind, beschäftigt zur Zeit viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Längst werden in verschiedenen Ländern nicht nur genmanipulierte Futtermittel an Tiere, sondern auch genmanipulierte Nahrungsmittel an Menschen „verfüttert“. Und immer noch wird diskutiert, ob dies gesundheitsschädlich sei.
In diesem Zusammenhang stellen sich eine Reihe von grundsätzlichen Fragen:


-Kann die Industrie, die genmanipuliertes Saatgut verkaufen möchte, glaubwürdig dessen Harmlosigkeit nachweisen?
-Wie kann die Glaubwürdigkeit hergestellt werden, wenn die Forschungen von der Industrie finanziert werden?
-Darf Genfood erst verboten werden, wenn seine Schädlichkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist – warum kann etwas legalisiert werden, über das Zweifel besteht?
-Wer haftet für die möglicherweise irreversiblen Schäden, die durch freigesetzte gentechnisch veränderte Organismen in und an der gesamten Biosphäre entstehen können?
Folgende Zitate zeigen, auf welch wackeligem Boden der Nachweis der Unbedenklichkeit von genetisch veränderten Nahrungsmitteln steht:
„Bei Entscheidungen über Agro-Gentechnik ist die Europäische Union weiterhin tief zerstritten. Am Montag den 20. September vertagte der Regelungsausschuss, in dem die 25 Mitgliedstaaten repräsentiert sind, die vorgesehene Abstimmung über die Zulassung des MON863-Mais. Zwar hatte die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) in ihrem Gutachten diesen gentechnisch veränderten Mais als sicher bewertet, doch andere Experten und Gentechnik-Kritiker haben Zweifel, ob die vom Hersteller Monsanto durchgeführten Fütterungsversuche mit Ratten tatsächlich die Unbedenklichkeit belegen. Nun haben einige EU-Länder weitere Informationen zur Risikoanalyse gefordert. Der bereits in den USA angebaute MON863-Mais, der über eine Resistenz gegen den Maiswurzelbohrer verfügt, soll nach Europa eingeführt und vor allem als Futtermittel verwendet werden.“ (Quelle: www.biosicherheit.de/aktuell/304.doku.html)
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Zusammenfassung einer Studie der Universität von -Urbino in Italien:
„Bisher wurde immer wieder berichtet, dass es keine direkten Hinweise darauf gibt, dass genmanipulierte Nahrung eine mögliche Gesundheitsgefahr darstellt, obwohl die wissenschaftliche Literatur hierzu äußerst dünn ist. Deshalb haben wir eine (…) Studie an Leberzellen von Mäusen durchgeführt, die mit genmanipulierten Sojabohnen gefüttert worden waren. Wir wollten eventuelle Veränderungen von Leberzellkomponenten untersuchen, die an Stoffwechselvorgängen bei der Verarbeitung von Nährstoffen beteiligt sind.
Wir beobachteten bedeutende Veränderungen einiger zellulärer Eigenschaften bei mit genmanipuliertem Soja gefütterten Mäusen. Vor allem zeigen solche Mäuse unregelmäßig verformte Zellkerne, was im allgemeinen auf hohe Stoffwechselaktivität hindeutet, sowie eine erhöhte Zahl von Poren der Zellkerne, was auf erhöhten molekularen Austausch hinweist. Zudem verwandeln sich die rund geformten Zellkerne von Tieren aus einer Kontrollgruppe in unregelmäßiger geformte Zellkerne mit zahlreichen kleinen, faserigen Zentren und einem Übermaß von dichten, faserigen Komponenten, nachdem sie mit genmanipuliertem Soja gefüttert worden waren. Diese Veränderungen sind typisch für erhöhte Stoffwechselaktivität.
So treten nukleoplasmische und fibrillarine Spaltungsfaktoren des Zellkerns in Leberzellen von mit genmanipuliertem Soja gefütterten Mäusen verglichen mit denen von Mäusen einer Kontrollgruppe gehäuft auf, allerdings bleiben die dabei wirkenden Vorgänge unbekannt.“ (Quelle: GM Watch)
Internet: www.gmwatch.org, www.save-our-seeds.de,
www.gen-ethisches-netzwerk.de, www.biopiraterie.de

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