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| Forum: Matriarchale Lebensformen (Teil 1) |
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Antworten auf den von Heide Göttner-Abendroth in ihrer sechsteiligen Artikelserie vorgestellten Gesellschaftsentwurf.
Auf unseren Diskussionsaufruf zur Artikelserie zu Heide Göttner-Abendroths „Matriarchaler Gesellschaft“ haben wir eine Reihe von interessanten Einsendungen erhalten. In dieser Ausgabe bringen wir einen ersten Teil der Beiträge. Wir hatten gefragt, in welcher Beziehung der dargestellte Gesellschaftsentwurf zum heutigen Leben der Leserinnen und Leser steht. Die Rückmeldungen sind daher sehr persönlich, sie beschreiben die innere Auseinandersetzung mit dem Thema und den eigenen Weg.
Weitere Beiträge sind willkommen!
Rückkehr zum menschlichen Maß
Von Eveline Moede
Danke für die wunderbare Artikelserie von Heide Göttner-Abendroth über matriarchale Lebensformen! Heide Göttner--Abendroth gibt einen umfassenden Einblick in Gesellschaften, die uns, wollen wir sie verstehen, ein ebenso umfassendes Denken abverlangen. Erst im Zusammenhang der Artikel entsteht ein vollständiges Bild. Die ökonomische Struktur matriarchaler Lebensformen lässt sich nicht verstehen, ohne zu wissen, was gegliederte Konsensbildung (Achtung vor der Verschiedenheit der Menschen), matrilineare Verwandschaftsverhältnisse („Besuchsehe“) oder gar matriarchale Spiritualität (die unaufhörliche Feier des Lebens und der Welt) bedeuten. Ein All-Eins, wo alles Existierende aus seiner Ursprünglichkeit fließt und lebt und wieder zurückkehrt, wo Individualität und Aufgehobensein in einem Ganzen gleichermaßen sind, lässt sich mit unseren heutigen Denk-Strukturen sehr schwer fassen. Jedesmal, wenn ich begeistert und fasziniert zu verstehen glaubte, erschien in meinem Kopf ein gehässiger kleiner Kobold, der mir hämisch grinsend die Zunge zeigte – das Denkteufelchen mit seinen ständigen „Wenn und Abers“, die mich zum Ver-Zweifeln brachten.
Warum, denke ich, tust du dir das an und spielst mit diesem Kobold das altbekannte Spiel, das keine Lösungen will und kennt? Hier schreibe ich jetzt auf, was mich zweifeln lässt, und vertraue auf die Möglichkeit eines offenen Diskurses, der das Teufelchen vielleicht das Gruseln lehren wird. Und da bin ich auch schon mittendrin in meinem Problem: das Fortwirken alter Strukturen bei der Verwirklichung neuer, matriarchaler Gemeinschaftsformen bzw. Gesellschaftsentwürfe.
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Lesen Sie den ganzen Forumsbeitrag, die anderen Beiträge und die vorangegangenen sechs Hauptartikel von Heide Göttner-Abendroths Serie zu neuen matriarchalen Lebensentwürfen in ihrem neuen Buch „Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft – Prinzipien und Praxis der Matriarchatspolitik“ (Drachen Verlag Klein Jasedow 2008, ISBN 9783927369337, 112 Seiten, 12 Euro). Im Anschluss an die Hauptkapitel ist hier auch die vollständige Diskussion über Göttner-Abendroths Vorschläge zwischen ihr und einer Reihe von LeserInnen wiedergegeben, unter anderem mit dem Verleger Johannes Heimrath, dem Philosophen Jochen Kirchhoff und der Matriarchatsforscherin Carola Meier-Seethaler.
Bestellen Sie das Buch bequem über die Seite des Drachen-Verlags:
http://www.drachenverlag.de/books/editions/books_483c0c7e0c534.html
Aus dem Klappentext:
„Die Philosophin Heide Göttner-Abendroth ist als profunde und scharfsichtige Kritikerin des Patriarchats bekannt. Ihre mehr als dreißigjährige Forschungsarbeit und zahlreiche Publikationen machten sie zur Begründerin der modernen Matriarchatsforschung. Sie organisierte die ersten Weltkongresse für Matriarchatsforschung: 2003 ‚Gesellschaft in Balance‘ in Luxemburg und 2005 ‚Societies of Peace‘ in Texas, USA. Heide Göttner-Abendroth wurde im Rahmen der weltweiten Initiative ‚1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005‘ nominiert.
‚Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft‘ ist ein matriarchaler Lebensentwurf, der helfen will, das patriarchale Gesellschaftsmodell abzulösen.
‚Am Anfang die Mütter‘ – so übersetzt Heide Göttner-Abendroth den Terminus ‚Matriarchat‘. Aus dem mütterlichen Prinzip des Lebensschenkens, dem Frauen und Männer gleichermaßen dienen, entwickelt sie das Bild einer Kultur, die Kreisläufe an die Stelle linearen Fortschritts setzt, die eine Ökonomie des Schenkens statt Ausbeutung und Gewinnmaximierung anstrebt und die von Würde, gegenseitigem Respekt der Geschlechter und Lebensalter sowie der Heiligung allen Lebens getragen ist. Die Besinnung auf die Weisheit matriarchaler Kulturen der Welt, von denen einige bis heute in Frieden und ausgeglichenem Wohlstand existieren, führt zu einer Gesellschaft in Balance, die auf die Kraft und Intelligenz von Gemeinschaften baut. Viele Menschen suchen heute nach Möglichkeiten, lebensfördernd zu wirken. Heide Göttner-Abendroths Entwurf einer matriarchalen Politik ist dafür ein wichtiger Wegweiser.“
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Autoren |
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Göttner-Abendroth, Heide
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Partner
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