oder: Wie wir wirklich leben wollen. Von Gandalf Lipinski
Die große Holon-Sommertagung mit dem Titel „Für den Wandel oder: Wie wir wirklich leben wollen“ findet dieses Jahr vom 23. bis 30. Juli 2005 in St. Arbogast in Österreich statt. St. Arbogast ist die Jugend-, und Erwachsenenbildungsstätte des Bistums Vorarlberg, ein institutionelles Mitglied des Holon-Netzwerks und Gastgeber der diesjährigen Netzwerktagung.
Zeitgleich findet auch der europäische Kongress von Dynamik5 statt. St. Arbogast lebt schon lange gesellschaftliche Alternativen, und so kann man einen Teil der Tagungskosten in der regionalen Talentewährung begleichen und die biologische Küche genießen.
Die Bildungsstätte liegt in grandioser Bergschulterlage in der Nähe einer "heiligen Quelle" nahe dem Örtchen Götzis zwischen Bregenz und Feldkirch, also ganz nahe am Bodensee, von dem es heißt, er sei das ÚHerzchakra‡ Europas. All diese örtlichen Gegebenheiten passen wunderbar zum diesjährigen Elementehintergrund Wasser.
Durch die mehrjährige thematische Ausrichtung an den Elementen war die Sommertagung 2004 am Element Erde orientiert. Wir haben uns dabei unseren leiblichen, materiellen und gesellschaftlichen Realitäten gestellt (in KursKontakte Nr. 136 haben wir ausführlicher davon berichtet). 2005 bildet das Element Wasser den Bezugsrahmen der Sommertagung.
In der Vorbereitungsgruppe kamen folgende Fragen auf : "Welcher Wandel ist gemeint?" und: "Wollen wir diesen Wandel wirklich?"
Wir spüren zur Zeit deutlich den gesellschaftlichen Wandel von der relativ friedlichen und entbehrungsfreien "sozialen Marktwirtschaft" zu ÷ ja, was eigentlich? Zu einer Epoche neoliberaler Barbarei, wo die wachsende Polarisierung zwischen Arm und Reich soziale Unruhen, Revolten, gar Revolutionen oder Bürgerkriege bringt?
Werden wir zur wachsenden Schar derer gehören, die vom materiellen Wohlstand und zunehmend auch von demokratischer Mitbestimmung ausgeschlossen sein werden? Gehen die Möglichkeit der sozialen Gestaltung, der freie Zugang zu Trinkwasser und anderen Lebensgrundlagen sowie zur öffentlichen Meinungsbildung über die Medien verloren? Oder bedeutet der Wandel den Aufbruch ins Paradies, wo nun endlich all die Themen der kulturell Kreativen in den Bereichen Gemeinschaft, Ökologie, Spiritulität usw. eine Chance bekommen?
Wahrscheinlich wird keine der hier angrissenen Möglichkeiten sich klar und eindeutig durchsetzen. Es wird nicht zuletzt an uns selbst liegen, welche Aspekte sich wie verwirklichen.
Schöne Visionen haben wir bereits entwickelt. Und auch die Zeit der Nabelschau bei der Bewusstseinsentwicklung neigt sich dem Ende zu. Strategien zur Umsetzung ganzheitlichen Bewusstseins in der Gesellschaft entstehen allenthalben.
Und doch kommen wir nicht so recht zusammen. Noch trudeln dutzende vielversprechender Ansätze unverbunden einher, und es gibt nicht die politische Kraft, sie in der Mitte unserer Gesellschaft zu verankern. Mit unserer Sommertagung wollen wir dazu beitragen, die emotionalen Kräfte als Voraussetzungen für ein solches Zusammenkommen zu stärken.
Wasser steht für den Wandel und die Wandelbarkeit alles Lebendigen. Von Fließen, Quelle und Tiefe sprechen wir aber auch im Zusammenhang mit unseren Gefühlen und Herzensangelegenheiten. So wie das Wasser auf unserer Erde als Träger des Lebens fungiert, so ist unsere Herzkraft eine wesentliche Transformationshilfe und Orientierung in den Phasen des Wandels.
Wasser begegnet uns in den unterschiedlichsten Formen: als Quelle, Brunnen, Bach und Strom, als stiller See, tosende Brandung und unendliches Meer. Man kann es aber auch einpferchen, am Fließen hindern und vergiften. Manchmal beginnt es dann zu stinken –
Ähnlich ist es mit unseren Gefühlen. Wenn wir bei allen leuchtenden Visionen und allem irdischen Handeln unsere tieferen Gefühle nicht beachten, wird unsere Spiritualität zur intellektuellen Spielerei, kommt unser politisches Handeln zum Erliegen, und unser Verstand wird zum Buchhalter.
Im letzten Jahr wurde es deutlich: Holon wandelt sich wie auch der Sozialstaat und die Erdengemeinschaft. Wir wollen unseren Erkenntnisprozess vertiefen, uns der Weisheit des Wassers und des Herzens öffnen und den Tanz der Wandlung in Würde tanzen.
Nach der Wahrnehmung der irdischen Prozesse und Wirklichkeiten geht es uns diesmal verstärkt um die Wahrnehmung unserer inneren Antriebe. "Wie wir wirklich leben wollen" soll die inneren Kräfte stärken und uns im äußeren Wandel Orientierung geben.
Eine Woche lang wollen wir einander auf verschiedenen Ebenen begegnen und Beziehungen knüpfen. Vorträge, Gesprächsrunden, meditative, rituelle und künstlerische Annäherungen, Musik und Tanz sollen Kopf, Leib und Herz sowie Denken, Wollen und Fühlen zusammen bringen? weil die großen Fragen unserer Zeit nicht nur nach neuen Konzepten rufen, sondern nach uns als ganze Menschen.
Die Sommertagung ist kein "Familientreffen" oder ein Wiedersehen von Freunden. Das Netzwerk Holon und Dynamik5 möchten alle Menschen, Organisationen und Initiativen einladen, die auch an der Zusammenschau der oben skizzierten Themen arbeiten, damit sie unsere Sommertagung als offene Plattform zur Vernetzung nutzen. Wer mit eigenen Beiträgen, Infos und Workshops dabei sein möchte, möge sich möglichst bald bei der Holon-Redaktion (s.u.) melden.
Weitere Details sowie die sonstigen Modalitäten veröffentlichen wir in der nächsten Ausgabe von KursKontakte. Wer schnell wie fließendes Wasser die Frühbucherrabatte nutzen will, kann sich gerne schon jetzt bei den Kontaktstellen in der Schweiz und Deutschland melden. ´
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