Mitglieder des Holon-Netzwerks stellen sich vor. Diesmal: Die Anima Mundi Akademie. Von Siegfried Prumbach
Angesichts der schrecklichen Katastrophen in der Welt - täglich verhungern aus Armut 130000 Menschen, vor allem Kinder - ist es mehr als richtig, von unserem Überfluss zu geben und Geld für die Hinterbliebenen zu spenden. Allein das Leid kann dadurch nicht gemindert werden. Diese Unterstützung, wie dringend sie auch nötig ist, hat keinen Einfluss auf die Ursache solcher Katastrophen.
Die Welt verändert sich, die Erde scheint sich gegen die anhaltende Zerstörung ihres sensiblen Ökosystems, das so etwas wie das Herz oder die Seele unseres Planeten ist, zu wehren. Der amerikanische Astronaut Edgar Mitchell sagte einmal, als einer derjenigen, die die Erde als filigrane Sphäre in der Unendlichkeit des Nichts mit dem Blick eines Außenstehenden sehen konnten: ’Die Mannschaft des Raumschiffs Erde befindet sich in offener Meuterei gegen die universelle Ordnung.? Viele hatten mystische Erfahrungen dort draußen. Die unermessliche Stille des Weltenraums muss die Stille in ihnen selbst getroffen haben; nur so kann das, was viele Gott oder eben die universelle Ordnung nennen, in uns erlebt werden.
Der ganze Weltenraum, all die Gestirne und Galaxien, folgen dem Gesetz einer vollkommenen, harmonikalen, einer göttlichen Ordnung. Sie sind beseelt. Die Erde atmet ein und aus, und in diesem Atmen fühlt sie sich gerade so, wie wir uns fühlen können, wenn wir unsere Aufmerksamkeit nach innen richten. Gestirne haben auch einen Innenraum aus Gefühlen. Was fühlt die Erde, wenn sie zusieht, wie wir sie zugrunde richten? Was fühlt die Sonne, wenn sie die Erde leiden sieht? Und das ist nicht nur eine ’blumige Metaphorik? oder eine naive Formulierung, sondern ganz wörtlich gemeint. Wie sonst ließe sich erklären, dass die Sonne ihre Einstrahlung auf die Erde erhöht. Wie sonst ist es möglich, dass der magnetische Schutzschild der Erde dabei ist, zu kollabieren? Die magnetische Schutzhülle ist der Garant für das biologische Leben auf der Erde und, das wissen die wenigsten, für eine stabile Psyche ihrer Bewohner. Die Magnetopause, wie man die Schutzhülle nennt, hat bereits um 40 Prozent abgenommen und tut es weiterhin mit großer Geschwindigkeit. In 20 bis 100 Jahren, so die Prognosen der Wissenschaftler, werden alle höheren Lebensformen vom Untergang bedroht sein. Dann wird, vorausgesetzt, das Feld nimmt weiter mit der jetzigen Geschwindigkeit ab, ein Polsprung eintreten. Und das bedeutet, dass es keinen Schutz mehr vor der radioaktiven Strahlung der Sonne geben wird. Ist die Erde dabei, sich unserer zu entledigen?
Meditation als unverzichtbarer Weg
Rudolf Bahro bezeichnete die Sucht des Menschen zur Destruktion als eine ’Logik der Selbstausrottung?. Wenn es diese Absicht gibt, muss es in einer polaren Welt, die wir nun einmal sind, ’auch einen anderen, diametral entgegengesetzten Plan? geben. In diesem geht es ’um Bewusstwerdung, um die Steigerung und ‘Kosmisierung« des Bewusstseins. Das ist der Weg des schöpferischen Menschen?. Es geht um die Annäherung der kosmischen an die irdische Sphäre oder, anders gesagt, um die Annäherung der Welten- an die Erdenseele und damit an die Menschenseele, denn, so sagte es Sri Aurobindo, ’göttliches Leben muss sich in einer materiellen Welt offenbaren, ihre Materialität aber muss erleuchtet werden, weil die Materie und die Welt der Materie in wachsendem Maße den innewohnenden Geist offenbaren müssen.?
Selbstverständlich wäre es gut, wenn alle, die diesen Aufruf hören, sich jeden Tag hinsetzen würden, um den eigenen Weltinnenraum zu fühlen, zu verfeinern und zu erhöhen. Das tut man, indem man in die Stille geht, nur den Atem beobachtet und weder Bildern, noch Farben, noch Gedanken den Eintritt in diesen Raum gestattet. Das ist ein unverzichtbarer Teil des Wegs, der für viele schon kaum erreichbar ist. Doch wenn wir uns dorthin aufmachen, werden wir feststellen, das wir noch mehr brauchen. Wir brauchen gleichzeitig Weggefährten, mit denen wir lernen, wie man mit der Weltenseele spricht, wie man in den Weltinnenraum reist und wie man die Sphären verschmilzt. Alle Weisheitslehren der Menschheit führen dorthin, wie z.B. der meditative Tanz, Karma Yoga, die Alchemie, um nur einige Wege zu nennen, aber auch die Tiefenökologie und die integrale Geomantie. Diese beiden bearbeiten, neben dem persönlichen Weg, direkt die Beziehung zur Erde.
Es gibt auf der Erde Orte, die immer Tore in die ’Anderswelt? waren. Und es gibt ein Wissen davon, wie man an diesen Orten mit der Weltenseele kommuniziert. Die Voraussetzung ist zunächst, mit der eigenen Seele sprechen zu lernen, denn ohne diese gibt es keinen Weg zur Weltenseele. ’Die Liebe?, sagte der Alchimist in Paolo Coelhos gleichnamigem Roman, ’ist die Kraft, die die Weltenseele verwandelt und veredelt. Als ich das erste Mal in die Weltenseele eindrang, empfand ich sie als vollkommen. Aber dann erkannte ich, dass sie der Widerschein aller Geschöpfe ist und somit auch ihre Kriege und ihre Leidenschaften in sich trägt. Wir nähren die Weltenseele, und unsere Erde wird edler oder schlechter, je nachdem, ob wir edler oder schlechter werden. Wenn wir lieben, wollen wir stets edler werden, als wir sind.?
An vielen Orten existieren inzwischen Einrichtungen, die Schulungen anbieten, die die Erde nicht dem Wahn des zügellosen Profits überlassen und die in der Gemeinschaft Kraft finden wollen. Die Einrichtungen und Initiativen werden von Idealisten getragen, oft am Rande der betriebswirtschaftlichen Rentabilität, die in Zeiten wie diesen einen verzweifelten Kampf um das Bestehen ihrer Projekte führen.
Anima Mundi Akademie bietet Alternativen
Die Anima Mundi Akademie bildet seit 10 Jahren Menschen im spirituellen Umgang mit der Erde aus. Diese Ausbildung basiert auf der Selbsterfahrung des spirituellen Innenraums, um dann im Außen Kraftorte, die Tore zur Weltenseele, zu öffnen und begehbar zu machen. Das geschieht durch kreative Gestaltungsprozesse, durch spirituelle und landschaftliche Kunst. Kraftorte werden wieder mit der Umgebung und der Region verknüpft und sogar eingebunden in das globale Netzwerk energetischer Knotenpunkte. Das bedarf der Mitarbeit vieler, die sich für eine Vision der Zukunft unserer kosmischen Heimat engagieren.
Das ist auch der Grund, warum die Anima Mundi Akademie Mitglied im Holon-Netzwerk ist. Nur wenn wir uns zusammenschließen und auch eine politische Stimme entwickeln, werden wir stark genug sein, dem Wahn, der um den Planeten reitet, eine Alternative entgegenhalten zu können.
Immer wieder höre ich, dass man sich engagieren möchte, aber man habe leider kein Geld oder keine Zeit. Dieses Argument nimmt uns die Würde. Es zeigt, dass wir dem Wahn vom alles bestimmenden Geld verfallen sind. Geld kann man sich leihen oder schenken lassen, und Zeit muss man sich nehmen. Wer den Weg des Herzens geht, wird reich beschenkt und findet Halt in der spirituellen Welt und in der Gemeinschaft der Menschen, die bereits auf dem Weg sind. Es gibt die Vision einer Terra Lucida, einer durchlichteten Erde, und wir können gemeinsam mit ihr diesen Weg der Transformation gehen. Deshalb sind alle, die sich diesem Plan verpflichtet fühlen, aufgerufen, sich auf den Weg zu machen und keine Sekunde zu zögern. Es gibt einen Plan jenseits des Irrsinns, und dieser Plan könnte gerade dich brauchen. ´
Literatur: Jochen Kirchhoff: „Die Erlösung der Natur“ und „Die Anderswelt“, Drachen Verlag, Klein Jasedow, 2004.
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