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Impressum
Eine erstarkende Region
erschienen in Ausgabe 140
Der Hohe Fläming im Überblick. Von Ramona Stucki.

Ganz im Südwesten Brandenburgs liegt die hügelige und waldreiche Landschaft des Hohen Fläming mit den Städten Belzig, Görzke und Wiesenburg. Das ZEGG und viele kleinere Gemeinschaftsprojekte darum herum sowie zahlreiche innovative Zirkel ziehen immer mehr neue Menschen an, so dass die Bevölkerung trotz Strukturschwäche zunimmt.
Der Hohe Fläming ist mit Angeboten des sanften Tourismus ein Erholungsgebiet im Aufwind. Hotels und Restaurants werben mit regionalen Produkten auf ihrem Speiseplan und verknüpfen sie mit touristischen Angeboten.
Die regionalen Wirtschaftskreisläufe sollen gestärkt werden, z.B. bei Brennstoffen und Nahrungsmitteln. So bewirtschaftet die landwirtschaftliche Erzeuger-Verbraucher-Kooperative in Lübnitz ihre Flächen ökologisch schonend und vertreibt ihre biologischen Produkte direkt und über einen Hofladen (siehe auch den Artikel von Heidi Snel). Der „Bürgerland e.V.” hat die „Plattform Flämingkraut” präsentiert, einen Kräuterlehrpfad im ZEGG aufgebaut und erste Schritte zur Vermarktung von Bio-Heilkräutern und Wildgemüse aus der Region eingeleitet. Verschiedene Erzeuger und Initiativen produzieren regionale Spezialitäten wie Bio-Marmeladen, Honig, Chutneys etc. und verkaufen sie auf regionalen Märkten.
Vor allem im soziokulturellen Bereich entstehen neue -Initiativen, Vereine und Angebote, z.B. die Künstlertreffen in Wiesenburg, Ausstellungen, Theatergruppen, Erzählkreise, Angebote zur Gewaltprävention und sozialen Integra-tion, Musikgruppen und Chöre, Multimedia- und Filmproduktionen, Sport und Meditation.
Zur Stärkung der lokalen Ökonomie gibt es einen Tauschring und eine Regionalwährung in Vorbereitung, daneben Artabana-Gruppen als Alternative zu Krankenkassen und vieles mehr. Bei der Kommunalwahl im Oktober 2003 wurden zwei Stadtverordnete ins Belziger Stadtparlament gewählt, die sich für eine nachhaltige Regionalpolitik engagieren.
Bei der Vorbereitung des letzten Regionaltreffens beteiligten sich schon viel mehr Menschen und Initiativen als zu früheren Anlässen. Zu den Veranstaltungen selber kamen viele interessierte Menschen aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark, darunter Kommunalpolitiker aller Parteien, MitarbeiterInnen von Kommunalverwaltungen, KleinunternehmerInnen, Bio-Landwirte, Mitglieder des Wiesenburger Künstlerkreises und MitarbeiterInnen des Naturparkzentrums in Raben. Zur Eröffnung der Veranstaltung sagte der Landrat des Kreises Potsdam-Mittelmark, Lothar Koch: „Die eigenen Potenziale erkennen und umsetzen bedeutet, Wurzeln zu bilden, im Gegensatz zu Aufgepropftem … Wir müssen hier mit einer vergleichsweise schlechteren Lage und härteren Bedingungen auskommen, brauchen also mehr Kraft als andere Regionen, aber gerade den dörflichen Strukturen wohnt diese Kraft inne, die man auch sehen kann, wenn man zum zweiten und dritten Blick bereit ist.” ´


Ramona Stucki lebt im ZEGG (Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung) in Belzig. Sie engagiert sich besonders im sozialpolitischen und soziokulturellen Bereich, in der Arbeit mit Jugendlichen und Asylbewerbern, im Gemeinschaftsaufbau und in der internationalen Friedensarbeit, z.B. in Kroatien. Das von ihr mitbegründete Infocafé „Der Winkel“ in Belzig wurde 2004 im Bundeswettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet.

Weiterführende Informationen
www.flaemingnet.de, www.buergerland.de



  Autoren

Stucki, Ramona

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