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Editorial
erschienen in Ausgabe 139

Liebe Leserinnen,liebe Leser,

wahr ist, dass sich ohne Wandel des persönlichen Verhaltens die globalen Parameter nicht in Richtung Nachhaltigkeit verschieben lassen.
Die Bemühung um ein anderes, besseres Leben scheint mir jedoch oft auf die Symp-tome des kranken Menschengeistes fixiert. Die Rückkehr des Menschen in den Erd-Logos braucht nicht nur anderes Verhalten.
Es geht um eine vollkommen andere Kultur, in der wir alle aufbauenden -Prozesse in sich selbst zurückführen und damit den Regeln folgen, nach denen sich die biologische Haut, in die sich unser Heimatplanet kleidet, gesund erhält. Leben lebt aus dem Humus zu Ende gereiften Lebens. Die Körper von Mikroben, Pflanzen und sogenannten Tieren, zu denen wir selbst gehören, sind nur handfeste Orte, an denen je einzigartige Aspekte des kosmischen Bewusstseinsganzen einen Zeitfunken lang ausgeprägt erscheinen. Die dünne Lebenshaut unserer Erde mag uns Menschen als aus Myriaden von sich verhaltenden Einzelwesen zusammengesetzt erscheinen. So jedenfalls gaukelt uns das Gehirn die Wirklichkeit vor. Treten wir aber von der Oberfläche unserer stofflich bedingten Gedanken zurück und erlauben uns einen Augenblick vertiefter Schau, so erkennen wir: Es gibt „uns“ gar nicht. Wir gehen auf in einem flimmernden Feld zusammenhängenden Bewusstseins, das den Körper dieses Planeten umstrahlt. Wir sind lokale Äußerungen des ungeteilten Bewusstseins, das sich die stofflichen Gefäße schafft, um sich in Vielfalt und Schönheit auszudrücken.
Können wir ein Leben führen, das dieser Schau geöffnet bleibt? Warum scheinen wir damit geschlagen, unsere Würde als Repräsentanten eines je einzigartigen Aspekts des kosmischen Bewusstseins schon beim nächsten Gang auf die Toilette zu vergessen? Weshalb begabt uns der kosmische Logos mit jener Umnachtung, durch die wir zum globalen Infekt der Lebenshaut unseres Mutterplaneten geworden sind? Wozu ist jene bestürzende Selbstvergessenheit da, die sich oft auch in gut gemeinten Maßnahmen ausdrückt? Sie hat wohl für die Selbsterkenntnis des Gesamtbewusstseins Bedeutung. Wie aber kommen wir dem Sinn unseres tödlichen Triebs zum Unsinn auf die Spur?
Das beschäftigt mich mehr als die Frage, ob ich alternativen Strom beziehen soll. Wieso bin ich nicht eins mit allem, was da ist, auch mit den Schattenseiten des Menschenwerks? Wie finde ich heraus, was die rechte Lebensweise ist, wenn ich nicht verstehe, was der Sinn all dessen ist, was sich in der Lebenshaut unseres Planeten manifestiert?
Bleibt unser Verhalten nur -Maßnahme, entspringt es nicht einer herzenswarmen Ahnung vom Ganzen, die wir als Resonanz auf die Sinfonie des kosmischen Gesamtbewusstseins in uns stetig am Leben erhalten, so wird ein anderes, besseres Leben in der Hülle unseres Planeten nicht möglich sein.

Herzlich, Ihr
Johannes Heimrath


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Heimrath, Johannes

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