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Akupunktur in neuem Licht
erschienen in Ausgabe 143  PDF-Version (270.86 KB)
Klaus-Peter Schlebusch berichtet über neue Forschungen zur Visualisierung der Meridianstruktur durch Infrarotlicht.

Der Arzt Dr. Klaus-Peter Schlebusch beschäftigt sich seit drei Jahrzehnten praktizierend und forschend mit Aku-punktur. In Zusammenarbeit mit dem Biophotonen-Forscher Prof. Fritz-Albert Popp und weiteren Wissenschaftlern gelang es ihm, mit der Infrarotkamera Phänomene aufzuzeichnen, die den chinesischen Meridianen entsprechen.


Jedesmal, wenn neue Einsichten über das Licht gewonnen wurden, hat sich das Weltbild und die Gesellschaft geändert, auch wenn es einige Zeit dauerte, bis sich die Erkenntnisse – ob nun die Entdeckungen der Quantenphysik, der Photonen oder zuletzt der Biophotonen – sich auf breiter Basis durchsetzten. So ist es nur konsequent, wenn sich die Erkenntnisse über das Licht mit der Zeit auch in der Medizin ihre Bahn brechen.
Es liegt auf der Hand, dass unser Bezugspunkt auf der Erde die Sonne ist, die mit ihrem Licht alle Lebensvorgänge unterhält. Alles Leben wird durch Licht gesteuert. Ohne Sonne ist hier kein Leben denkbar. Sie verändert den Magnetfeldgürtel der Erde, der sich ebenfalls dem Gestirnsrhythmus unterordnet. Dadurch entsteht der Biorhythmus und die Physik des Lichts. Jedes biologische System, und damit auch der Mensch, ist in dieses System eingebunden (Mikrokosmos im Makrokosmos).
Das, was wir als Materie bezeichnen, wozu auch unser Körper gehört, ist geronnenes Licht, denn die Masse von Atomkernen und Elektronen, aus denen der menschliche Körper besteht, umfasst nur 10-11 Prozent der körperlichen Erscheinung. Der Rest ist „freier Raum“, in dem elektromagnetische Feldkräfte wirken. Auf diese Überlegungen stützt sich die Theorie, dass der Raum mit seinen Feldkräften und unterschiedlichen elektromagnetischen Wellen, auf denen jedwede Form von Information aufmoduliert sein kann, den sichtbaren Bereich unseres Körpers bestimmt. Wie das geschehen kann, zeigen die Arbeiten von Fritz-Albert Popp, der Gesundheit so definiert, dass sich die elektromagnetischen Wellen eines Organismus (dazu gehört auch das Licht) in einem geordneten Zustand befinden. In diesem Zustand bilden sie ein zusammenhängendes kommunikatives Feld, sie sind „kohärent“, also in hohem Maß aufeinander abgestimmt, so dass jede Information zur gleichen Zeit überall im Feld vorhanden ist. Ist das Photonenfeld eines Organismus hingegen nicht kohärent, brechen die Interferenzen in Bruchteilen von Sekunden zusammen, womit der Informationsfluss im Körper gestört wird. Je nachdem, wie stark diese Störung ist, können Krankheitssymptome auftreten. Jede Krankheit ist somit Ausdruck eines Verlusts von Information und Kommunikation im Körper. Wie kann man solchen Störungen nun auf die Spur kommen? Wie ich noch genauer ausführen werde, liegt ein Schlüssel dazu im Infrarotfeld des Menschen, das mit einer speziellen Infrarotkamera sichtbar gemacht werden kann.

Akupunktur im Infrarotlicht

Dass es möglich ist, auf Störungen im elektromagnetischen Feld des Körpers heilend einzuwirken, gehört zum Erfahrungswissen der Menschheit, wie es in der traditionellen Methode der Akupunktur viele Jahrhunderte kultiviert wurde. Der Arzt Maurice Mussat formuliert einen Erklärungsansatz für die Wirkungsweise der Akupunktur: „Die Gesetze des Lichtes in biologischen Systemen finden ihren Ausdruck durch die Energetik lebender Systeme.“ Ich bin der Ansicht, dass jeder Therapeut einige Regeln der Akupunktur kennen sollte, wie z.B. die Organuhr, die fünf Wandlungsphasen oder die Tag-Mitternacht-Regel, die alle mit dem durch das Sonnenlicht bedingten Biorhythmus in Verbindung stehen.
Mit Hilfe der Infrarotanalytik erscheint die Akupunktur in neuem Licht, nämlich im Infrarotlicht. Seit sechs Jahren arbeite ich gemeinsam mit meinen Kollegen mit einer Infrarotkamera, so dass sich ein Archiv von mittlerweile über 25000 Infrarotaufnahmen angesammelt hat. Mit Hilfe optischer Anregung durch indirekte Moxibustion im Infrarotbereich von 3,4 bis 5 ¥ 10-6 m (3400 bis 5000 nm) gelingt es, Strukturen mit einer Infrarotkamera, die in diesem Bereich arbeitet, sichtbar zu machen. Der Verlauf solcher Bahnen zeigt Ähnlichkeiten mit den bekannten Meridianen der chinesischen Medizin. Dass sich ein relativ stabiles Bild der angeregten Bahnen zeigt, gelingt teilweise erst nach wiederholten Versuchen. „Indirekte Moxibustion“ bedeutet, dass die Moxazigarre in einem Körperabstand von einem bis mehreren Dezimetern appliziert wird. Veränderungen des Abstands können lokale Verschiebungen dieser Leitbahnen induzieren, so dass sie nur noch teilweise oder nicht mehr mit den traditionellen Meridianverläufen übereinstimmen. Wir bezeichnen diese Effekte derzeit als „meridianähnliche Leitbahnen“ (MÄL), bis die noch offenen Fragen endgültig geklärt sind.1
Nach sorgfältiger Analyse könnte sich das Phänomen durchaus von einfachen Reflexionen auf der Haut unterscheiden. Die „Temperaturen“ in den „heißen Zonen“ der MÄL sind extrem unterschiedlich, je nachdem, ob sie als „Farbtemperaturen“ (um 50 Grad) mit der Infrarotkamera oder als „Gleichgewichtstemperaturen“(um 30 Grad Celsius) mit einem kalibrierten Thermometer registriert werden. Es bietet sich an, das Phänomen thermodynamisch als anomale Dispersion zu verstehen. Die Interpretation der beobachteten Effekte erfordert eine sorgfältige Analyse dieser bemerkenswerten optischen Phänomenologie unter strenger Beachtung der Nichtgleichgewichtsthermodynamik und der Physik elektronisch angeregter Materie.
Diese ersten Beobachtungen bestärken die Vermutung, dass die Meridiane bzw. Leitbahnen nicht lokal fixiert sind und damit keine stoffliche Entsprechung im Körper besitzen. Vielmehr pflanzt sich entlang dieser Leitbahnen eine elektronische Anregung der Materie möglicherweise in Form optischer Solitonen (= stabile Wellenpakete) fort. Die für den Transport dieser „Lichtinformation“ geeigneten Bahnen können durchaus mit denjenigen Bahnen übereinstimmen, die die Körper-oberfläche bei der gewöhnlichen Reflexion des Lichts bevorzugt. Sie sind vergleichbar mit dem „Weg“, den sich eine elektrische Entladung (zum Beispiel ein Blitz) in einem relativ homogenen Medium bahnt. Es ist noch viel experimenteller Aufwand erforderlich, um dieses beachtenswerte Phänomen aufzuklären.
Bis jetzt sind noch keine systematischen Versuchsreihen, auch nicht mit unterschiedlichen Behandlungs- und Stimulationstechniken der Akupunktur (Nadelung, Laser usw.) durchgeführt worden.

Wärmestrahlung und Biophotonen

Nach einem Vortrag von Fritz-Albert Popp, den er anlässlich der Medizinischen Woche 2005 in Baden-Baden gehalten hat, äußerte er sich zur Erklärung dieses Phänomens: „Immer wenn sich solche Ausmusterungen, Interferenzstrukturen, egal, wie sie entstehen, zeigen, müssen Informationen dahinterstehen und zwar im Bereich der elektromagnetischen Wellen im Infrarotbereich.“ Es handelt sich aber nicht um reine Wärmestrahlung. Die Infrarotkamera misst „Als-ob“-Temperaturen. Die Temperaturunterschiede in den MÄL, die die Kamera oder auch ein Thermometer registrieren, können bis zu 20 Grad Celsius betragen. Bei reiner Wärmestrahlung würde sich die Strahlung sofort ausgleichen. Es besteht aber eine selektive Anregung im Bereich von 3–5 Mikrometer. Dass es sich dabei um Biophotonen und nicht um Wärmestrahlung handelt, erkennt man neben vielen anderen Indizien bereits an den starken und sonst unverständlich stabilen Temperaturgradienten der Muster, welche die Infrarotstrahlung auf der Haut hinterlässt. Wärmestrahlung würde keinerlei Musterbildung erlauben. Weitere Beobachtungen zeigen überdies, dass die Infrarotabstrahlung der Haut zwischen 3–5 µm nicht exponentiell, sondern hyperbolisch abklingt, sobald die Haut z.B. mit einer Infrarot-Heizquelle erwärmt wird. Es wurde ferner beobachtet, dass die Infrarotstrahlung der Haut eines lebenden Menschen durch menschliches Gewebe (wie z.B. die sich nähernde Hand eines Behandlers) nahezu verlustlos hindurchdringen kann.
Eine Theorie zu den Biophotonen wurde bereits 1978 von Professor Popp vorgeschlagen. Danach existiert im lebenden Organismus ein Photonenfeld mit extrem hoher Kohärenz, das in seiner Fähigkeit zur destruktiven und konstruktiven Interferenz als eigentliches Regulationssystem für alle biologischen und physiologischen Funktionen anzusehen ist. Dieses Feld bildet auch Informationskanäle aus, die z.B. die Symmet-rie und Steuerungsprozesse von der Eizelle bis hin zum gesamten Organismus übernehmen. Bricht die Kohärenz dieses Feldes zusammen, geht das Lebewesen in das thermische Gleichgewicht über, ein Vorgang, der mit dem Tod identisch ist. Die Meridiane sind Popps Theorie zufolge Bahnen in der ohnehin optisch angeregten biologischen Materie. Sie bilden sich aus, sobald durch Energiezufuhr Kanäle entstehen, in denen die optische Anregung die „Laserschwelle“ überschreitet.
Woher nimmt man an, dass der Körper eine Wärmestrahlung abgibt? Der einzige Grund hierfür ist, dass eine Infrarotkamera in diesem Bereich Temperaturen von 34 bis 43 Grad Celsius misst. Man kann auch einen Laser bauen, dessen Abstrahlung bei 35 Grad liegt, doch würde man dann nicht behaupten, dass es sich dabei um Wärmestrahlung handelt.
Wer reguliert die Körperwärme? In einer 80 Grad heißen Sauna müsste sich der Organismus nach kurzer Zeit ebenfalls auf 80 Grad erhitzen. Stattdessen aber bleibt die Körpertemperatur konstant. Die herkömmliche Erklärung ist, dass die Verdunstung des abgegebenen Wassers(Schweiß) die Temperatur reguliert. Wer aber teilt den Wassermolekülen mit, dass sie zu vedunsten haben und wieviele zu verdunsten haben, damit die Temperatur gleichbleibt? Moleküle haben keinen Verstand. Die Regulation kann daher nicht von den Molekülen kommen, sondern von der Strahlung selbst, sie ist eine Regulationsstrahlung.
Meridiane treten auch dann auf, wenn gar keine Moxibustion stattfindet. Es gibt Meridiane, die kälter bzw. wärmer sind als ihre Umgebung. In der wissenschaftlichen Literatur kennt man ein entsprechendes Phänomen, nämlich die Solitonen; das sind Wellenpakete, die in allen Wellenbereichen auftreten können, auch im Infrarotbereich, und die die Eigenschaft haben, Energieüberschüsse über den Organismus schnellstens verteilen zu können. Es gibt Solitonen, die kälter bzw. wärmer sind als ihre Umgebung. Man spricht hier von dunklen bzw. hellen Solitonen. Die Haut hätte demzufolge die Eigenschaft, Energieimbalancen im Inneren des Körpers, wie auch immer sie entstehen, auszugleichen. Künstlich zugeführte überschüssige Energie, wie z.B. die Moxibustionswärme, würde über den beschriebenen Mechanismus schnellstens abgeleitet. Das passt zur Theo-rie der Chinesen, nach der den Meridianen die Aufgabe zukommt, das Qi, die Lebensenergie – möglicherweise auch Information – im Körper optimal zu verteilen. Interferenzmuster auf der Haut gleichen sich bei einer erfolgreichen Akupunktur-Therapie aus.
Wie man sich die Infrarot-Phänomene der Haut vorzustellen hat, ist sehr einfach: Es gibt Zonen, in denen ein Energiemangel vorhanden ist, das entspräche den sogenannten dunklen Solitonen, die regelrecht das Infrarotlicht aus dem Gewebe aufsaugen, und Zonen, in denen das Infrarotlicht emittiert wird, also „hellen Solitonen“. Diese Zonen verteilen sich immer über das gesamte System und versuchen, sich im Gleichgewicht zu halten, so dass im Normalfall gar nichts zu sehen ist. Wenn Imbalancen entstehen, funktionieren kurzfristig die Ausgleichsmechanismen nicht, und es entstehen die entsprechend hellen oder dunklen Muster.

Ausblick und Lichtblick

Sollten diese Ausführungen einer weitergehenden Prüfung standhalten, müssten die positiven Ergebnisse der kürzlich in Deutschland veröffentlichten Gerac-Studie (Modellvorhaben) zur Wirkung der Akupunktur inhaltlich überdacht werden.
In einer grundlegenden Arbeit „Philologische Erklärung grundlegender Begriffe der Chinesischen Medizin“ berichtet der Arzt und Professor Claus C. Schnorrenberger, dass falsche Übersetzungen chinesischer Schriftzeichen die Aussagekraft der deutschen Gerac-Studie beeinträchigen. In seiner Vorbemerkung schreibt er: „Falsch interpretierte chinesische Schriftzeichen bestimmen seit Jahrzehnten die Lehrpläne westlicher Akupunktur-Gesellschaften und sogenannter TCM-Schulen. Unübersehbar reflektieren dies die auf den ersten Blick verwirrenden Ergebnisse der kürzlich in Deutschland veröffentlichten Gerac-Studie zur Wirkung der Akupunktur. Das etwa gleiche Abschneiden der Gruppe korrekt akupunktierter Probanden (51%) mit der sogenannten Placebogruppe (48%) beruht nämlich auf falschen Vorstellungen der Berater und Betreiber der Studie hinsichtlich postulierter ‚Meridiane‘ und ‚Punkte‘, in bzw. neben welche Nadeln gesetzt wurden, um die Wirkung der Nadeltherapie statistisch zu ergründen. … Infolgedessen wurden die Placebo-Gruppen unter philologisch und demzufolge auch unter physiologisch falschen Prämissen aufgestellt. Der Sachverhalt gibt Anlass zur kritischen Überprüfung einiger Grundbegriffe, die europäische Akupunktur-Gesellschaften sowie chinesische Institutionen in ihrem Ausbildungsangebot verwenden. Sensationell ist bei den Ergebnissen der Studie das signifikant bessere Abschneiden sowohl der einen als auch der „Placebo“-Akupunktur gegenüber der Schulmedizin, die nur eine Erfolgsrate von 28% erzielen konnte.“2
Schnorrenberger kritisiert, dass der Mensch in dieser Studie nur als Objekt und nicht, wie es die chinesische Heilkunde fordert, jeder Mensch individuell als ein Wesen betrachtet wird, das in den Makrokosmos eingebunden ist. Der antike kaiserlichen Arzt Qi Bo soll zu seinem Herrscher Huangdi gesagt haben: „Der ungebildete Mediziner betrachtet seine Patienten nur von außen. Der bessere Arzt erkennt das Shen eines Kranken und damit den ganzen Hintergrund der Krankheit.“ Die korrekte Übertragung für Shen heisst „Zeugnis ablegen von der Ordnung des Kosmos.“
Wenn wir uns heute darum bemühen, solche Zusammenhänge in einer modernen wissenschaftlichen Sprache zu fassen, können wir im Sinn der vorgestellten Forschungen davon sprechen, dass jeder Mensch über ein kohärentes elektromagnetisches Feld im sichtbaren und unsichtbaren Bereich verfügt, über ein Hologramm, das Auskunft über seinen körperlichen und psychischen Zustand gibt und vom Moment der Zeugung bis zum Tod alle Formbildungsprozesse steuert.3 Mit Hilfe der Infrarotanalytik ist es erstmalig möglich, die energetischen Verhältnisse in diesem Hologramm individuell sichtbar zu machen und dementsprechend ein therapeutisches Konzept zu entwickeln.
Auf der Ebene dieses formgebenden, ordnenden Körperfelds, das sicherlich auch von Bewusstseinsprozessen gesteuert wird, berühren sich Wissenschaft und Spiritualität. Wenn es heißt, der Mensch sei „nach dem Bilde Gottes“ geschaffen, so ist der physikalische Spiegel dieses Bildes in unserer Welt vielleicht jenes Feld aus „reinem Licht“, das jeden Menschen umgibt. ´

(1) Die wissenschaftliche Dokumentation der Studie erscheint demnächst unter dem Titel „Visualisierung von meridianähnlichen Ausbreitungspfaden nach optischer Reizung im infraroten Spektralbereich“ in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur DZA (im Druck). (2) Der vollständige Text kann unter lifu@gmx.ch angefordert werden. (3) Siehe das Vorwort von Dr. Schlebusch für das Buch „Calligaris, Vorläufer einer neuen Ära“, das demnächst im Verlag für Ganzheitsmedizin in Essen erscheint.

Dr. med. Klaus-Peter Schlebusch ist Vorsitzender des Zentrums zurDokumentation für Naturheilverfahren e.V. (ZDN). Er engagiert sich für die Anerkennung unkonventioneller Therapiemethoden, z.B. war er wesentlich an der im Dezember 2005 erfolgreichen Verfassungsbeschwerde gegen die Verweigerung von Kassenleistungen (siehe Seite 10) beteiligt. Das ZDN bietet Seminare u.a. zu Akupunktur und Infrarotanalytik an (siehe Kurskalender).



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Schlebusch, Klaus-Peter

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