Das Jahresrad als symbol für Kontinuität und Entwicklung
Das Nicht-Jahr ist vorbei. Die Zeit der Dunkelheit, des Verharrens, der Kälte, des Winters und der Einkehr weicht wieder den Vorboten des kommenden Jahres.
Das Rad des Jahres dreht sich weiter, und wenn wir uns mit ihm verbinden, kommen die Rhythmen unserer Taten in Synergie mit den irdischen und kosmischen Zyklen.
Die Kelten nannten das Fest zu Beginn des Februars Imbolc, in Irland heißt es heute Brigid, und christianisiert sprechen wir von Lichtmess. Auch wenn die wenigsten von uns heute mit Schafzucht und den Zeiten, da die Lämmer geboren werden, noch verbunden sind, können wir doch spüren, was diese Zeit uns zu sagen hat.
Es sieht vielerorts noch alles aus wie Winter, und doch können wir spüren, wie sich das Kommende im Verborgenen rührt. Bald werden wir wieder Buschwindröschen sehen, und dann wird der Frühling manifest, die Verheißung des Sommers, einer neuen Saison des Lebens, der Fruchtbarkeit und schließlich der Hoffnung auf eine reife Ernte. So können wir uns die Zeit des sterbenden Winters und des sich vorbereitenden Frühlings nutzen, um uns auf dieses neue Jahr, das uns geschenkt wird, vorzubereiten.
Die Ideen, Pläne, Vorhaben, die in der Zeit der Stille gereift sind, können wir nun hervorholen und einander mitteilen. Die Zeit des wiedergeborenen Lichts ist auch die Zeit der Widmung. Meine Vorhaben für dieses Jahr widme ich dem neuen Licht. Oder umgekehrt, ich widme die neue Zeit des kommenden Lichts den Aspekten meines Lebens, meiner Arbeit und sonstiger Vorhaben, die nun „dran sind“.
Ich kann das allein tun – kräftiger und wirksamer habe ich solches aber im Kreis von Freunden erlebt, wo wir die Dinge, die uns wichtig sind, laut aussprechen. Zum einen müssen wir, wenn wir unsere Vorhaben in Sprache fassen, eine gewisse Präzision aufbringen und können vielleicht bei der Vorbereitung dazu noch die eine oder andere Unausgegorenheit bemerken und vielleicht sogar ausbalancieren. Zum anderen aber wird das vor Zeugen Ausgesprochene uns eine Art von dichterer Verbindlichkeit geben.
Im naturreligösen Kontext gibt es den Widerspruch von „karmischer Gesetzmäßigkeit“ und „persönlicher Freiheit“ nicht. Und es geht auch nicht darum, die Kräfte, die größer sind als wir, zu bannen, zu beschwören oder gar zu kontrollieren. Es gibt keine Garantie auf Erfolg. Aber wir erhöhen unsere Chancen, wenn wir klar kommunizieren. Im Kreis von Freunden und Partnern kehren unsere Worte wie eine Art Nahrung zu uns zurück, im Idealfall gerade dann, wenn wir eine Ermutigung brauchen.
Und Ende März wird der sich entfaltende Frühling immer unübersehbarer werden. Ostara, die Frühlingstagundnachtgleiche, lädt uns ein, nun mutig hinauszugehen, uns zu zeigen mit den Themen, die uns wichtig sind. Auch wenn das Neue vielleicht noch zart oder erst keimhaft entwickelt ist – es beginnt das Streben. Das Streben zum Licht aber auch nach außen, in die Welt und zueinander.
Wir wollen zum ersten Mal an Ostara die Dynamik des Jahresrades nutzen und auch tatsächlich mit ein paar befreundeten Gruppen zusammenkommen, um gemeinsam zu beraten, wie wir unsere Aktivitäten in diesem Jahr optimal zusammenbringen. Wir, das sind die deutsche Trägergruppe von Holon, Dynamik5 Deutschland und die Konvergenz-Gesellschaft, die erstmalig vom 24. bis 26. März 2006 in Schönhagen eine gemeinsame Frühlingskonferenz abhalten. Wir sind offen für alle, die sich uns anschließen möchten.
Am wichtigsten ist uns, dass die Menschen, die sich sonst auf der telefonischen oder gar nur elektronischen Ebene oder auf Sitzungen und Tagungen mit häufig eng gezurrten Programmpunkten treffen, leibhaftig begegnen und persönlich kennenlernen. Neben der Tasse Tee auf der Veranda, dem Glas Wein am Abend oder dem Spaziergang über eine Wiese werden wir auch zu einer kurzen rituellen Feier, vielleicht einem Vortrag oder auch einem Kurzworkshop zusammenkommen. Die Zeit zwischen den Programmpunkten, die Atmosphäre des gemeinsam entspannt in den Frühling Schauens ist uns aber das Wichtigste dabei.
Vielleicht sehen wir uns dort? Wir wünschen allen unsern Lesern, Mitgliedern und Freunden einen gelingenden Aufbruch in die neue Saison. ´
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