Liebe Leserinnen,liebe Leser,
dies ist die 150. Ausgabe von KursKontakte. Aller Vernunft zum Trotz versetzen runde Zahlen auch bei mir den mit Symbolen befassten Teil meines Gehirns ein bisschen in Resonanz, die 50 anders als die 60, die 100 anders als die 125. Das mag mit unserer Konditionierung auf Muster zusammenhängen oder mit unserer Bindung an Rhythmen vom Jahreslauf bis zur Schwingung des Lichts in unseren Zellen. Vielleicht ist auch das Bedürfnis nach Unvergänglichkeit Ursache – von der Gewöhnung zu schweigen –, dass mein Bewusstsein, das nun seit 1988 auf 150 Ausgaben von KursKontakte zurückblickt, anders schwingt als bei der vorigen Nummer 149 oder beim Gedanken an die kommende Nummer 151.
Warum fühlt sich die Nummer 151 wahrscheinlicher an als etwa die Ausgabe Nummer 500? Wie trügerisch – das Morgen ist immer gleich vom Tod bedroht, und so gesehen ist die 151 gleich weit von mir entfernt wie die Nummer 500. Schon der nächste Augenblick kann alles ändern. Nur eine gewaltige Dosis positiver Annahmen und das ständige Wegfiltern der Unwahrscheinlichkeit des Lebens überhaupt lässt uns behaupten, die 151 sei sicherer als die 500 …
Hundertfünfzig – dreimal -fünfzig, Quersumme sechs, tetraktisch die Drei, der Heilige Geist, transformierende -Emanation aus der Dualität zurück in die Einheit. -Dualität – das war noch ein neuer Begriff damals, als ich zusammen mit meinem Züricher Freund Stefan Keller KursKontakte aus der Taufe hob. Den Weg zur Einheit stieg man einsam hinan mit Zen, New-Age und Naturkost im Gepäck und ließ die Wirren der „neuen sozia-len Bewegungen“ unter sich. Heute geht es immer mehr Menschen darum, pragmatisch und praktisch die Beziehung zwischen den vielen Polen dieser Welt so zu gestalten, dass unsere globale Kultur einen friedlichen, wahrhaft humanen Weg einschlägt.
Dafür ist entscheidend, wieviele sich sammeln, die ihr Bedingtsein durch die Struktur ihres Egos in der Tiefe erkannt haben und die Aufgabe, ihr Ichsein als schöpferische Ressource zu nutzen, meistern. Dazu verhelfen bis heute Mittel und Methoden, denen KursKontakte seinerzeit mit in die Kinderschuhe half. Zwar scheint mir zuweilen, die Egobefriedung käme nie aus den Kinderschuhen heraus. Nach wie vor hat sie in KursKontakte ihren Stellenwert, doch die heutigen Inhalte reichen weiter als früher hinein in den Geist des größeren Organismus Menschheit – zumindest seines deutschsprechenden, kulturkreativen Teils von Obfelden bis Klein Jasedow, der sich aktiv um lebensfördernde Wegleitung bemüht.
Die Nummer 150 markiert keine Zäsur, sie sinkt schon während des Entstehens in die Geschichte zurück. Wir nehmen sie an wie einen Kilometerstein, den wir aus den Augenwinkeln am Wegrand stehen sehen, während wir weiterziehen, der 151 entgegen.
Schöne Frühlingstage wünscht Ihnen Ihr
Johannes Heimrath
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