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Impressum
Spirituelle Politik
erschienen in Ausgabe 150  PDF-Version (101.38 KB)
Jörg Chemnitz stellt die Partei der Violetten vor.

Viele empfinden Spiritualität und Politik als Widerspruch. Ein Widerspruch besteht jedoch nur zur Politik nach heutigem Verständnis als Frage der Macht und des Kampfes gegeneinander. Das Wort Politik geht zurück auf die Sache der „Polis“, der Gesamtheit der Bürger Athens. Hier setzen die Violetten an: Für uns ist Politik die Kunst, unser soziales Zusammenleben zu gestalten, und das ist Sache aller Menschen.


Die Bedeutung von Spiritualität ist vielschichtig. Die individuelle Vorstellung von Spiritualität und deren gelebter Ausprägung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Auch innerhalb der Violetten gibt es verschiedene persönliche Vorlieben und -Ansichten – eine Vielfalt, die wir als Bereicherung verstehen: Jeder bringt ein Mosaikstück ein, so können wir voneinander etwas über die vielfältigen Möglichkeiten des Lebens lernen, durch jeden scheint ein Stück des göttlichen Potenzials.
Das heißt, dass wir andere Ausdrucksformen respektieren und als das stehen lassen, was sie sind: andere Ausdrucksformen. Das Verbindende, die gemeinsame Wahrheit der Violetten, haben wir unter dem Titel „Unsere spirituelle Weltsicht“ zusammengefasst. Kurz ausgedrückt besagt dieser Text: Wir erkennen, dass es eine geistige Dimension gibt, die über die Materie hinausgeht und diese durchdringt. Wir erkennen, dass alles, was ist, einer einzigen Quelle entspringt und in einem höheren Sinne alles Eins ist. Auch wir Menschen sind verschieden und doch eins. Aus diesem Bewusstsein heraus treffen die Menschen Vereinbarungen für ihr soziales Zusammenleben. Das ist spirituelle Politik.

Unsere Ansatzpunkte

!Wir sind uns dessen bewusst, dass wir alle eins sind.
!Wir gehen davon aus, dass alle Wesen nach dem Glück streben.
!Wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess, individuell und kollektiv.
!Individuell sucht der göttliche Funke in uns nach Entwicklung oder Entfaltung. Bei der Betrachtung unserer kollektiven Entwicklung stellen wir fest, dass sie zu mehr Bewusstsein, Selbstverantwortung, Achtsamkeit und Kooperation führt.
Unsere Ausgangsfrage ist: Wie organisieren wir unser Zusammenleben am besten, um diesem Streben nach Glück gerecht zu werden und diesen Entwicklungsprozess zu fördern? Bei der Betrachtung unserer gesellschaftlichen Lage haben wir diese Ziele vor Augen; alles andere, wie z.B. Wirtschaft und Geld, sind untergeordnete Werte. Unter dieser Maxime ergibt sich die konkrete Ausgestaltung für alle politischen Felder fast von selbst.
Mit dem zunehmenden Bewusstsein für gemeinsame Interessen und Bedürfnisse brauchen wir weniger Vorschriften und Gesetze zur Befriedung gegensätzlicher Interessen. Daher formulieren wir auch lediglich Rahmenbedingungen für die Kooperation der Menschen. Die damit gewonnene Freiheit und die zunehmende Eigenverantwortlichkeit bedingen einander. Vorschriften werden durch mehr Eigenverantwortlichkeit überflüssig, und Eigenverantwortlichkeit kann sich nur dort entwickeln, wo wir frei sind.

Wie wird spirituelle Politik umgesetzt?

Eine erweiterte Sichtweise lässt sich nicht verordnen, ebensowenig wie Selbsterkenntnis und Selbstverantwortung. Das lässt sich auch nicht im Kampf gegen politische Gegner durchsetzen; jeder Kampf, gegen wen oder was auch immer, führt nur zu Widerstand.
Wir wollen in einen Dialog treten, von Mensch zu Mensch. Wir wollen, dass die Menschen die -Mauern zwischen sich niederreißen und in einen echten Kontakt treten. Da wir nur uns selbst ändern können, fangen wir bei uns an und vertrauen darauf, dass -andere unserem Beispiel folgen. Ob wir in ein Parlament gewählt werden, das ist nicht wesentlich. Ausschlaggebend ist, dass wir eine große Gruppe von Menschen werden, die sich für alle erkennbar für ein anderes Miteinander entschieden haben und das artikulieren. Wenn sich eine Million Violette für ein humanes Wirtschaftsleben, ganzheitliche Gesundheitspolitik und achtsamen Umgang mit der Schöpfung aussprechen, dann entwickelt sich ein Sog. Und schließlich springt der Funke auf die gesamte Gesellschaft über.
Wahlen sind besonders wichtig für uns, weil ein näherrückender Wahltermin die Menschen für das Thema Politik sensibilisiert. Vor allem die Medien interessieren sich dann auch für Alternativen und verbreiten unsere politischen Konzepte.

Die Violetten – für spirituelle Politik

Die Violetten wurden am 6. Januar 2001 in Dortmund gegründet und nahmen mit geringem Erfolg an der Bundestagswahl 2002 in Nordrhein-Westfalen teil. Daraufhin wurde mit der Formulierung der „Spirituellen Weltsicht“, der Überarbeitung des Programms und dem Konzept „Wirtschaft, Finanzen, Soziales“ inhaltliche Grundlagen geschaffen, um Anfang 2005 erneut in die Öffentlichkeit zu gehen. Im Zusammenhang mit der Bundestagswahl 2005 wuchs die Partei von 100 auf 350 Mitglieder und wächst seitdem beständig weiter. Derzeit sind die Violetten mit ihren 600 Mitgliedern in allen Bundesländern außer Sachsen-Anhalt vertreten. Landesverbände gibt es in Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein. Weitere sind in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geplant.
Regionale Ansprechpartner und Informationsveranstaltungen sind der Internetseite der Violetten zu entnehmen oder können bei der Bundesgeschäftsstelle erfragt werden. ´

Die Violetten, Dubenhorst 6, 24114 Kiel,Tel. (0431) 67098082, www.die-violetten.de


  Autoren

Chemnitz, Jörg

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