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Lesetip
erschienen in Ausgabe 156  PDF-Version (149.22 KB)
Neue Zeitschrift zum Thema Matriarchat

„MatriaVal“ heißt eine neue Zeitschrift, die sich ganz dem vielschichtigen Thema Matriarchat widmet. Der Name leitet sich ab von matriarchal values (englisch für: matriarchale Werte).

Im Oktober 2006 haben die beiden Filmemacherinnen Uschi Madeisky und Gudrun Frank-Wissmann einen gleichnamigen Verein gegründet, der es sich zur Aufgabe setzt, die Lebensweise verbliebener matriarchaler Völker vor den starken Auswirkungen von „Globalisierung, Missionierung, Amerikanisierung, Tourismus und Patriarchat“ zu schützen und ihre Traditionen zu unterstützen. Auf die Initiative der beiden Frauen fanden sich bald einige renommierte Autorinnen und Forscherinnen zusammen, um dieses wichtige Ziel gemeinsam anzugehen.
Spätestens mit den erfolgreichen internationalen Kongressen der Matriarchatsforschung in Luxemburg (2003) und Texas (2005) hat eine intensive Vernetzung von Forscherinnen und Forschern, interessierten Laien und nicht zuletzt von Vertreterinnen und Vertretern matriarchaler Ethnien eingesetzt. Endlich beginnt das hoffnungsvolle Thema weitere Kreise zu ziehen, und so reitet auch das nunmehrige Zeitschriftenprojekt des Vereins hoffentlich auf einer guten Welle. Die ersten beiden MatriaVal-Ausgaben sind bereits erschienen und lassen noch Großes erwarten. Viel Liebe fließt offenbar in die Herstellung des eigenwillig aufgemachten Magazins, dessen do-it-yourself-Gestaltung ein wenig an vergangene Jahrzehnte denken lässt. Doch das ist nur die Oberfläche, an die man sich als Leser rasch gewöhnt. Inhaltlich überzeugt die MatriaVal mit tiefgründigen Interviews mit den herausragenden Forscherinnen und Forschern, mit Poesie, Symbolkunst, ausführlichen Buchbesprechungen sowie Veranstaltungshinweisen. In der Rubrik „G.l.a.n.z.s.t.ü.c.k.e. weiblicher Definitionsmacht“ werden Leserinnenbriefe an andere Medien abgedruckt, die die oftmals schiefe patriarchale Sichtweise mit deutlichen Worten wieder geraderücken bzw. vom Kopf auf die Füße stellen – eine Oase in der Mainstream-Meinungsmonokultur!
Dennoch darf bezweifelt werden, ob die MatriaVal geeignet ist, bislang in der Matriarchaftsforschung unkundige Menschen an das Thema heranzuführen. Die bisherigen Beiträge sind allesamt recht anspruchsvoll, so dass die Zeitschrift wohl eher als „Szenemagazin“ zu betrachten ist. – Wie aber lassen sich neue Schichten für das Thema entzünden, dessen gesellschaftliche Wichtigkeit gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann? Wie erreicht man auch junge Frauen und Männer, ja, wie erreicht man, dass das Matriarchat nicht länger als ein reines Frauenthema rezipiert wird? Denn solange die Menschheit geteilt ist, haben die Repräsentanten des alten Systems noch leichtes Spiel …

Die MatriaVal erscheint viermal jährlich (5 Euro/Ausgabe).
Abo-Bestellung unter www.matriaval.de, unter journalvertrieb@matriaval.de oder unter Tel. (033477) 49071



  Autoren

Schilk, Jochen

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