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Demokratie und Selbstbestimmung
erschienen in Ausgabe 156  PDF-Version (34.25 KB)
Wie wir Bürger unser Gemeinwesen in Zukunft gestalten.

Einladung zur Bürgerkonferenz im Klanghaus am See, Klein Jasedow
am Samstag, den 26. April 2008, 9.00 bis 18.00 Uhr


Wo bleibt der Ruck, der durch Deutschland gehen ­müsste, wenn wir die Zeichen der Zeit wirklich ernstnehmen würden? Glauben wir, dass wir eine zukunftsfähige Gesellschaft mit einer nachhaltigen Wirtschaftsweise so ohne weiteres schaffen? Was ist aus den Gesellschafts­entwürfen geworden, die seit Jahrzehnten von kulturkreativen Teilen der Bevölkerung entwickelt worden sind – und die sich in einigen selbstbestimmten Oasen der Gesellschaft sogar bewähren? Was hindert die verantwortlichen Kräfte unserer Gesellschaft daran, Visionen dankbar aufzugreifen und in die Tat umzusetzen? An vielen Orten wird über neue Formen der direkten Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an den Entscheidungen nachgedacht: über partizipative Formen von Parlamenten, regional gegliederte direkte Demokratie, selbstbestimmte »Global Villages«, internetbasierte Wahlverfahren, nicht-hierarchische Delegiertensysteme in einer balancierten Gesellschaft etc. Was muss geschehen, dass dieses wertvolle Potenzial aus der Zivilgesellschaft den Sprung in die politische Wirklichkeit schafft? Weithin ist anerkannt, dass ökologisches Gleichgewicht, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Effizienz grundlegende und elementar aufeinander angewiesene Werte sind. Wie können wir engagierte Bürgerinnen und Bürger, Delegierte aus Nicht-Regierungsorganisationen, aus gesellschaftlichen Institutionen und Einrichtungen mit politischen und ökonomischen Entscheidern – und hier vor allem auch mit den Nachwuchskräften – auf dieser Basis in einem offenen und lösungsorientierten Forum zusammenführen? Diesen Fragen wollen wir auf der Bürgerkonferenz in der bewährten dialogorientierten Form nachgehen und herausfinden, welche konkreten Schritte wir gehen können, um unsere Antworten zu manifestieren,
Zur Unterstützung haben wir als Experten eingeladen:
Prof. Dr. Hubertus Buchstein, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Greifswald,
E. O. Müller, Bundesvorstandsmitglied Mehr Demokratie e. V., Chefredakteur der Zeitschrift »Zukünfte«,
Horst Stowasser, Autor, Projektanarchist, Gründer des »Werks Selbstverwalteter Projekte und Einrichtungen (WESPE)« in Neustadt a. d. Weinstraße
Dr. Rasmus Tenbergen, Geschäftsführer des Institute for Leadership Development und Dirigent des Jugendorchesters Fitzcarraldo,
Gerrit Wustmann, Journalist und ständiger Mitarbeiter der Kampagne für eine Parlamentarische Versammlung bei den Vereinten Nationen.


Demokratie zwischen
Anspruch und Wirklichkeit

In den Jahren 2006 und 2007 hat die Europäische Akademie der Heilenden Künste fünf Bürgerkonferenzen zu Regionalentwicklung, Ökologie und Bildung durchgeführt, die alle auf die Frage stießen: Welche Unterstützung erfährt das selbstbestimmte bürgerliche Engagement für das Gemeinwesen durch die realen politischen Strukturen? Welches Engagement will der Staat vom Bürger – und wie wird der Anspruch in der Wirklichkeit erfüllt?
In der Diskussion über den Wandel der Gesellschaft zu einem nachhaltigen Gemeinwesen wurde Verdrossenheit darüber zum Ausdruck gebracht, dass sich der bürgerliche Gestaltungswille in der politischen Wirklichkeit nicht oder nur ungenügend manifestieren kann. Zwar benennt unser Grundgesetz „das Volk“ als Souverän, doch bietet die parlamentarische Demokratie, so wie sie sich heute darstellt, diesem Gestaltungswillen nur wenige und dazu nur beschränkt wirkungsvolle Instrumente an.
Sollen die Bemühungen um eine nachhaltige Gesellschaft nicht zu einer „Ressourcendiktatur“ (Franz Josef Radermacher) entgleisen, dann ist die Stärkung partizipatorischer Elemente in der Zivilgesellschaft unverzichtbar: Es muss effektive Möglichkeiten des bürgerlichen Selbstausdrucks, der Trendbestimmung und der politischen Verwirklichung geben. Das Wirtschaftsleben muss für den Einzelnen mitgestaltbar werden, so dass ein befriedigendes Auskommen nicht von globalen Mächten abhängt, sondern als aus eigener Kraft heraus gesichert werden kann. Und schließlich setzt Partizipation von Menschen voraus, die Freiheit und Selbstbestimmung nicht als Überforderung, sondern als Chance, für die sie gebildet und ausgebildet worden sind, erfahren.
Die drei Konferenzen sollen Wege zeigen, wie partizipative Formen der Bürgerbeteiligung an den wesentlichen Zukunftsfaktoren verwirklicht werden können – durchaus mit regionalem Bezug: Mecklenburg-Vorpommern ist durch seine Strukturprobleme von einem Misstrauen in die Demokratie bedroht. Die drei Konferenzen sollen hierzu Lösungsansätze zutage fördern.

http://www.eaha.org/de/programm/view.html?id=102

Tagungsbeitrag:
Freitag bis Sonntag: 75,00 Euro; Samstag allein: 50,00 Euro
(Ermäßigung möglich)
Tagungsort:
Europäische Akademie der Heilenden Künste e.V., Am See 1,
17440 Klein Jasedow, Telefon (038374) 5 51 33, Fax (038374) 75223
Cornelia Frankenstein, cornelia.frankenstein@eaha.org
Anmeldung:
Nadine Knapp, nadine.knapp@eaha.org, Telefon (038374) 75214


26. April 2008
Demokratie und Selbstbestimmung
Wie wir Bürger unser Gemeinwesen in Zukunft gestalten
23. August 2008
Demokratie und Geldwirtschaft
Wie wir Bürger Geld richtig einsetzen
22. November 2008
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Wie wir Bürger lernen, was wir für eine gewandelte Welt brauchen


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Heimrath, Johannes

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