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Von Uranus geküsst
erschienen in Ausgabe 159  PDF-Version (163.03 KB)
Ein Portrait der Philosophin und Verlegerin Greta Tüllmann

Bevor ich Greta Tüllmann kennenlernte, las ich schon einige Zeit ihre Frauenkulturzeitschrift „ab 40“, die nicht in gängige Schubladen passt. Das hatte mir gefallen: Eine Zeitschrift für Frauen ohne das Etikett „Feminismus“, eine Kulturzeitschrift, die Kunst im Zusammenhang mit dem Leben der Künstlerinnen darstellt, und eine Zeitschrift, welche die zweite Lebensphase von Frauen als eine besonders kreative begreift. Die Frauen, die Greta Tüllmann interviewt, kommen immer im Originalton zu Wort, die Texte sind nicht nach journalistischen Kriterien gekürzt oder frisiert.
Ich bin neugierig auf diese Frau, die selbst nur im Editorial das Wort ergreift, und wir verabreden uns in Berlin, wo sie ihre Tochter Jula und ihre kleine Enkeltochter June regelmäßig besucht. Als sie dann – hochgewachsen, eingehüllt in weiche, naturfarbene Wollkleider, mit einem feuerroten Haarschopf – vor mir steht, bin ich überzeugt: „Nur so und nicht anders kann Greta Tüllmann aussehen!“
Dass sie dieses Jahr ihren 70. Geburtstag beging, kann ich kaum glauben. Stürmisch gefeiert wurde sie jedenfalls: Auf dem Internationalen MutterGipfel 2008 in Karlsruhe, wo führende Frauen- und Matriarchatsforscherinnen wie Heide Göttner-Abendroth, Veronika Bennholdt-Thomson oder Luisa Murao den Paradigmenwechsel der Gesellschaft diskutierten, erklang für Greta aus 500 Kehlen das Geburtstagslied: „Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen!“ Ihre kleine Enkeltochter June war darüber so begeistert, dass sie immer wieder fragt: „Wann singen sie wieder, wann singen sie wieder?“

Krieg und Schicksalsschläge
Aufgewachsen ist Greta als Kriegskind in Berlin, geboren 1938. Sie erinnert sich noch an die Bombennächte, in denen sie fast jede Nacht in den Keller fliehen musste. Als ihre Familie gegen Kriegsende ausgebombt wird, landet Greta vorerst mit ihren Eltern, einer älteren und einer jüngeren Schwester in einem Flüchtlingslager nicht weit entfernt von Hannover.
Später bestellen ihre Eltern nahebei zwei Hektar Land nach den Kriterien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, halten auch einige Tiere. Die kleine Greta findet das Leben mit der Natur wunderbar, erlebt sich und ihre Familie aber auch zunehmend als Außenseiter, die im spießigen, konservativen Nachkriegsdeutschland nicht ins Bild passen. Ihr Vater kommt aus einer traditionell linken Arbeiterfamilie – der Großvater war Mitglied der KPD, während ihr Vater mit der USDP, den unabhängigen Sozialdemokraten sympathisierte, weshalb er im Dritten Reich politisch verfolgt und kurze Zeit sogar in einem Arbeitslager interniert wurde. Gretas Vater arbeitete in einer der ersten Landwirtschafts­genossenschaften, die in den 20er-Jahren in Deutschland gegründet wurden. Dort, in der Nähe von Hannover, begegnet ihm Gretas Mutter, deren Eltern in der Gegend mehrere Häuser besitzen. Die junge Frau ist gerade erst 16 Jahre alt, und den großbürgerlichen Eltern gefällt die unstandesgemäße Liebelei ganz und gar nicht. Sie schicken ihre Tochter ins Internat in die Schweiz und nach dem Abitur sogar bis nach New York, damit sie den jungen, linken Landwirtschaftsgenossen vergisst. Doch als sie mit dem Schiff von New York zurückkehrt holt dieser sie in Bremen ab, wo sie auf der Stelle heiraten und nach Berlin ziehen.
Greta versucht, mir begreiflich zu machen, wie ungewöhnlich die Lebensweise und Lebenseinstellung ihrer Eltern damals war. Heute sind uns Ökologie, biologisch-dynamische Landwirtschaft, die Ideen von Rudolf Steiner vertraut, auch linke und sozialistische Überzeugungen nichts Exotisches. Doch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, im kalten Krieg zwischen Ost und West, ist die kommunistische Partei in Westdeutschland verboten, selbst die Sozis gelten als anrüchig, und esoterisches Gedankengut erst recht.
Als überzeugter Pazifist beschließt der Vater nach der Wiederbewaffnung Deutschlands, mit der Familie nach Kanada auszuwandern. Die Kinder sind von der Schule abgemeldet, die Koffer gepackt. Während sich die Eltern mit dem Gepäck in einem geliehenen VW-Bus auf den Weg zum Zollamt machen, warten die Kinder reisefertig am Bahnhof auf ihre Eltern. Doch die kommen nicht an, denn der VW-Bus rutscht von der nassen Straße und prallt gegen einen Baum. Die Eltern überleben schwer verletzt. Greta und ihre jüngere Schwester Hanna kommen vorübergehend bei einer Tante an der Nordsee in der Nähe von St. Peter Ording unter. Greta ist mittlerweile 13 Jahre alt, und da sich die Nordseeluft als gut für ihre schwache Gesundheit erweist, geben die Eltern sie dort in ein Internat. Die Kosten übersteigen zwar irgendwann die finanzielle Möglichkeiten der Familie, doch mit Hilfe von Stipendien und Gelegenheitsjobs gelingt es Greta, das Gymnasium in Hamburg abzuschließen.
Mit einem weiteren Stipendium kommt sie schließlich nach Paris, studiert Philosophie und Literatur, hört Vorlesungen von Jean Paul Sartre und trifft Simone de Beauvoir. In Paris blüht Greta auf. Alles, was sie bisher in Deutschland zu einer Außenseiterin gemacht hatte, gereicht ihr in Paris zum Vorteil. Hier gibt es noch eine politische Linke, nicht nur in der Arbeiterschaft, sondern auch unter den Intellektuellen. Für Greta bedeutet Paris damit auch eine Art Heilung, der Gegensatz zwischen dem großbürgerlichen Elternhaus ihrer Mutter und den kommunistischen Traditionen ihres Vaters finden hier zu einer neuen Einheit.
Wieder in Deutschland, studiert sie in München bei Professor Ernesto Grassi, einem Husserl-Schüler, Philosophie und promoviert auch bei ihm – da ist sie gerade 25 Jahre jung. Eigentlich wollte sie das Studium schon aufgeben, findet sie doch, dass die meisten Philosophen Frauen verachten. Doch ihr Lehrer will die begabte junge Studentin nicht verlieren und ermutigt sie, ein eigenes Thema für ihre Dissertation zu suchen. Sie entscheidet sich für Gerard de Nerval und den Einfluss der deutschen Frühromantik auf den Surrealismus. Von den Surrealisten hat sie schon von ihrem Vater gehört, von deren Einfluss auf den Kommunismus, von der Spaltung in eine pro-stalinistische Fraktion sowie in eine Linke, die sich als spirituell begreift, die auf eine surrealistische Revolution und Bewusstseinserweiterung setzt.

Wahlheimat Frankreich
Nach der Promotion bekommt Greta die Chance, in Frankreich zu arbeiten, zunächst beim Verlag Gallimard in Paris. Später lehrt sie an der Universität in Montpellier und fährt immer wieder nach Paris; dort wird die junge, attraktive Philosophin von der intellektuellen Szene hofiert und ist überall ein gern gesehener Gast. Zur 200-Jahr-Feier von Gallimard, dem traditionsreichen Verlag, erscheint sie in einem ausgefallenen, zitronengelben Hosenanzug mit einem raffinierten Dekolleté, wie Greta mir lachend erzählt. Auch drapiert sie ihr Haar gern mit einem Tuch – wie Simone de Beauvoir. Frankreich wird zu ihrer Wahlheimat, nach Deutschland zieht sie nichts zurück. Der Mai ’68 in Frankreich ist der große Aufbruch in eine neue Zeit, ein Volksaufstand, Arbeiter und Intellektuelle bilden eine Front, das ganze Land befindet sich monatelang im Streik, selbst an einigen Polizeistationen flattert die rote Fahne. Zu Tausenden versammeln sie sich an öffentlichen Plätzen und singen die Internationale. Nicht nur Studenten gehen auf die Straße, sondern auch die Professoren, und Greta ist begeistert dabei. Doch als Präsident De Gaulle mit einem Referendum die Macht zurückgewinnt, wird Greta als unerwünschte Ausländerin aus Frankreich ausgewiesen.

Familie und Berufsleben
Sie geht nach Berlin zu ihrem Freund Hannes, den sie schon 1963 in Paris kennengelernt hatte. Sie heiraten im gleichen Jahr. Er ist drei Jahre jünger als sie, studiert Architektur und ist in der Studentenbewegung politisch aktiv – die 68er-Revolte hat auch Deutschland erreicht.
Greta arbeitet freiberuflich beim „Berliner Kunstverein“ und bei den „Voltaire Flugschriften“ von Bernward Vesper und geht für einige Zeit nach London, wo sie für die „monthly review“ tätig ist. Da erreicht sie ein Brief von Hannes: Die junge Architektengruppe aus Berlin, der er angehört, hatte in Berlin mit ihren innovativen Ideen eine Konferenz zur Stadtplanung gesprengt und dadurch einen Auftrag für ein Projekt des Stadtentwicklungsreferats in München bekommen, an dem Greta als Kommunikationsexpertin mitarbeiten soll. So ziehen sie gen Süden, wohnen zunächst in einer Wohngemeinschaft mit neun Erwachsenen und vier Kindern in einem grünen Vorort von München. Als 1972 ihre Tochter Jula geboren wird, ist Greta bereits 35 Jahre alt. Sie erlebt die Geburt als einen spirituellen Durchbruch, empfindet die tiefe Verbundenheit mit der Natur und fühlt sich eins mit dem urtümlichen Rhythmus, von dem sie im Geburtsprozess mitgerissen wird.
Mit der kleinen Jula wird ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Selbstverständlich will sie weiter berufstätig bleiben. Deshalb gründet sie eine Elterninitiative, um ein Haus für Kinder an einem schönen, inspirierenden Ort zu finden, der zugleich in der Stadt wie im Grünen liegt. Ein altes Jagdschlösschen direkt am Englischen Garten bietet sich dafür an, und obwohl es potente Mitbewerber gibt, bekommt Greta den Zuschlag.
Für Probleme kreative, eigenständige Lösungen zu finden, begreift Greta als typisch für die 68er-Generation, zu der sie sich zugehörig fühlt. Mit diesem Ansatz entwickelt sie auch innerhalb des Deutschen Jugendinstituts, für das sie die nächsten sechzehn Jahre forscht und arbeitet, innovative Projekte, unter anderen mehrere Mütterzentren, in denen immer die Eigenverantwortlichkeit der Betroffenen im Mittelpunkt steht.

Frauen eine Stimme geben
Zunehmend engagiert sich Greta in der erstarkenden Frauenbewegung, ist aber oft enttäuscht über Anspruch und Wirklichkeit und sieht die Notwendigkeit, noch mehr in die Öffentlichkeit zu gehen. So wächst in ihr die Idee, eine eigene Zeitschrift zu gründen, um Frauen eine Stimme zu geben, deren Selbstbewusstsein zu stärken. Sie möchte Humus bilden für eine neue Zeit, in der jedes einzelne Individuum wichtig ist, in der die inneren Werte und auch Schönheit und Kunst zum Ausdruck gebracht werden können.
Greta selbst ist zu diesem Zeitpunkt fast 50 Jahre alt und möchte eine Kulturzeitschrift für Frauen in der zweiten Lebenshälfte entwickeln. Ursprünglich will sie ihre Zeitschrift „Uranus“ nennen, da für sie der Planet Uranus das Symbol eines neuen Zeitalters ist. Dieser umläuft den Planeten Erde einmal in 80 Jahren – astrologisch gesehen, bleiben die Energien des Uranus in den ersten 40 Jahren unbewusst, während sie in den folgenden 40 Jahren bewusst umgesetzt werden können.
Trotz vieler Unkenrufe erscheint die erste Ausgabe von „ab 40“ im September 1989, also kurz vor dem Fall der Berliner Mauer und des gesamtem Sowjetsystems. Es ist ein Jahr des Umbruchs, ein Jahr des Uranus, der Hierarchien zum Einsturz bringt und Demokratie befördert. Dazu passt das erste Thema von „ab 40“: Das Verhältnis der Politik zum Individuum nach dem Motto „Alles Politische ist persönlich und alles Persönliche politisch.“ Sie trifft sich noch einmal mit ihrem – inzwischen über 90-jährigen – Doktorvater Ernesto Grassi und präsentiert ihm die neue Zeitschrift, woraufhin er strahlt: „Jetzt sind Sie wieder auf dem richtigen Weg!“
Greta konzentriert sich nun ganz auf die Zeitschrift, die vierteljährlich in ihrem häuslichen Büro entsteht. Unterstützt wird sie dabei von freien Mitarbeiterinnen wie der Fotografin Roswitha Pross, der Layouterin Monika Neuser und einigen ehrenamtlichen Mitgestalterinnen wie Lisa Marsh, Kay Hoffmann, Luisa Francia, Saskia Stelzer, um nur einige zu nennen.
Oft hat sie das Gefühl, als ob die Zeitung ganz von allein entsteht und sie eher ein Medium für den ­Ozean des kollektiven Unbewussten ist. Das erfordert eine starke innere Kraft: „Ich weiß mittlerweile, ich muss immer das Vertrauen behalten, nicht aufgeben. Das ist, was ich kann, was ich wirklich kann.“ Auch wenn ihr das nach 20 Jahren manchmal schwerfällt, sie doch ins Zweifeln gerät, weil sie mittlerweile einsehen musste, dass eine solch anspruchsvolle Frauenkulturzeitschrift ohne öffentliche Förderung fast nicht zu realisieren ist. Dann sucht sie den Kontakt zur Natur oder hört Musik, um ihre Seele wieder zum Klingen zum bringen.

„Go 40“
Gretas Kreativität ist unerschöpflich, schon arbeitet sie an einer neuen Idee, an einer englischen Ausgabe ihrer Zeitschrift, die schon versuchsweise als „go 40“ im Internet existiert, bewusst dreht sie hier die Richtung im Titel um. Auf einer Internationalen Frauentagung der indischen „Art of Living Foundation“ wurde ihr klar, dass auf der ganzen Welt Frauen im Aufbruch sind und tausende von ökologischen Projekten auf den Weg bringen. Auch das spirituelle Wissen, das bisher immer in hierarchischen Systemen eingeschlossen war, wird freigesetzt, und Spiritualität und politische Demokratie scheinen sich nicht mehr auszuschließen.
Greta sieht hier das Wirken von Uranus, der in der Astrologie für die Geburt des Individuums steht, eines Individuums, das, eingebettet in einer Gruppe, Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt, eines Indivi­duums, das in Balance ist – zwischen männlich und weiblich, zwischen Innen- und Außenwelten – wo nicht der eine spirituell ist und der andere nicht.
Deshalb will sie in der internationale Ausgabe „go 40“ auch verstärkt Frauen aus islamischen Ländern zu Wort kommen lassen, denn seit dem Zusammenbruch des Feindbilds „Kommunismus“ sieht sie ein neues Feindbild entstehen. Dem versucht sie entgegenzuwirken: Schon seit Beginn der 90er-Jahre verbindet sie eine enge Freundschaft mit der marokkanischen Soziologin Fatema Mernissi, mit der sie über den „Hanan Dialog“ – eine Initiative der „ab 40“ – eine Brücke schlägt zwischen Orient und Okzident, die nicht nur Künstlerinnen der beiden Welten miteinander verbindet.
Mit ihrem Mann Hannes, der durch seine stille Anwesenheit ihr hilft, dem eigenen Leben Struktur zu geben, arbeitet sie derweil an einem alternativen Wohnprojekt, denn die 68er-Generation ist in die Jahre gekommen und will auch im Alter eigene, kreative Lösungen finden.
Greta erzählt mir ihre aufregende und berührende Geschichte nicht etwa chronologisch, sondern wie ein orientalisches Märchen, wo eine Geschichte in die jeweils nächste mündet. Als doppeltes Luftzeichen geht sie mit dem Wind, der weht sie auch jedes Jahr auf eine griechische Insel, wo sie – an einem Ort, an dem vor Jahrtausenden Hippokrates in der Tempelanlage Askle­pion lehrte – wieder neue Kraft schöpft.
Sie erinnert mich an die afrobrasilianische Göttin Xansa, die Göttin des Windes, die – als sie sieht, wie einer der vielen anderen Götter alles verfügbare Wissen, das auf Baumblättern aufgeschrieben ist, besitzergreifend in Säcke verschließt – ihre Röcke rafft, um in einer gewaltigen Windböe die Säcke wieder aufzureißen, damit die Blätter und das auf ihnen aufgezeichnete Wissen wieder verteilt wird. Denn es soll allen Göttern und Menschen zugute kommen. Das erinnert an den Götterboten Merkur und symbolisiert das Uranusprinzip. Ich glaube: Greta wurde von Uranus geküsst. ♠

Weitere Informationen: www.ab40.de.

Farah Lenser ist Sozialwissenschaftlerin und schreibt als freischaffende Journalistin zu kulturkreativen Themen. Ihr Schwerpunkt als Moderatorin ist die Wiederbelebung der Gesprächskultur. Sie lebt in Berlin. www.farah-lenser.de.

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Lenser, Farah

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