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Schamanismus und Matriarchat
erschienen in Ausgabe 159  PDF-Version (247.62 KB)
Heide Göttner-Abendroth beleuchtet die Ursprünge spiritueller Praxis.

Die Ursprünge des Schamanismus liegen im Versuch der Menschen, mit verstorbenen Ahnen zu kommunizieren und sie zur Reinkarnation innerhalb des eigenen Clans zu überreden. Schamanische Heilung entwickelte sich geschichtlich erst später. Der Ahnenkult sei in den alten matriarchalen Kulturen immer Sache der Frauen gewesen, meint Heide Göttner-Abend­roth, und leitet daraus Fragen für unsere heutige Zeit ab. Der Artikel dokumentiert ihren Vortrag im Mai dieses Jahres auf dem 7. Kongress „Schamanismus und Heilen“ in Mondsee/Österreich.


Ich möchte zuerst kurz in die modernen Matriarchatsforschung einführen, deren Begründerin ich durch meine lebenslange Arbeit geworden bin. Diese Forschung hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen, sie ist zu einem eigenständigen Wissensgebiet und einer internationalen Forschung herangewachsen. Sie hat Erkenntnisse über noch lebende und vergangene matriarchale Gesellschaften vorgelegt, die das alte Vorurteil, Matriarchat sei die spiegelbildliche Umkehrung von Patriarchat, hinter sich lassen. Wohl herrschen Männer im Patriarchat, aber umgekehrt herrschen Frauen nicht im Matriarchat. Im Gegenteil: Matriarchate sind herrschaftsfreie und grundsätzlich egalitäre Gesellschaften. In dieser Erkenntnis sind sich alle ForscherInnen, die sich ernsthaft mit diesem Gebiet auseinandergesetzt haben, einig.
Beim richtigen Verständnis des Begriffs „Matri-archat“ beziehen wir uns auf die doppelte Bedeutung des griechischen Wortes „arché“: Dieses bedeutet sowohl „Herrschaft“ wie „Anfang“, wobei die letztere Bedeutung die ältere ist. Man findet sie in den Begriffen „Archäo-logie“ und „Arche-typ“ – oder würden Sie Archäologie als die „Lehre von der Herrschaft“ übersetzen und „Archetyp“ als „Herrschaftstyp“? Nein, Archäologie ist klar die „Lehre von den Anfängen (der Kultur)“ und Archetyp meint einen „uranfänglichen Typus“.
Wir übersetzen daher „Matri-archat“ korrekt mit „am Anfang die Mütter“ – und das trifft die Sache. „Patri-archat“ hingegen bedeutet „die Herrschaft der Väter“ gemäß der mit diesem Begriff bezeichneten Gesellschaftsordnung.
Ich werde nun kurz erläutern, was in der modernen Matriarchatforschung unter einer matriarchalen Gesellschaft verstanden wird. Hierfür gibt es eine genaue und umfassende Definition, die ich anhand von vielen Beispielen aus verschiedenen Kontinenten entwickelt habe.
Die ökonomischen Muster: autarke Gesellschaften, die meist auf Gartenbau oder Ackerbau beruhen; Land und Häuser sind Claneigentum, niemals Privatbesitz; Frauen haben die Verteilung der lebenswichtigen Güter in der Hand; ständiger Ausgleich der Ebene des Wohlstands durch Austausch der lebenswichtigen Güter, insbesondere als Geschenke bei den zahlreichen Festen in perfekter Gegenseitigkeit – daher Ausgleichsgesellschaften.
Die sozialen Muster: matriarchale Clans, die durch Matrilinearität (Verwandtschaft in Mutterlinie) und Matrilokalität (Wohnsitz im Mutterhaus) zusammengehalten werden; Besuchsehe nur über Nacht auf Seiten der Männer mit sexueller Freiheit für beide Geschlechter; biologische Vaterschaft unbekannt oder unbedeutend; Männer sind die „sozialen Väter“ der Schwesterkinder; Verwandtschaft aller Clans untereinander wie eine „große Familie“, gegenseitiges Hilfssystem – daher nicht-hierarchische Verwandtschaftsgesellschaften.
Die politischen Muster: alle Entscheidungen nach dem Konsensprinzip in Sinn von Einstimmigkeit; gilt fürs Clanhaus, Dorf oder Stadt und die ganze Region; Männer sind häufig die Delegierten der Clans im Dorfrat oder Stammesrat; sie agieren nur als Informations- aber nicht als Entscheidungsträger; keine Klassen und Herrschaftsstrukturen – daher egalitäre Konsensgesellschaften.
Die kulturellen Muster: Glaube an konkrete Wiedergeburt im selben Clan; Verehrung der Ahninnen und Ahnen; ganze Welt wird als göttlich betrachtet, und zwar als weiblich göttlich; Universum ist die Schöpferin-Göttin; Erde die Mutter alles Lebendigen; alle Naturerscheinungen und Lebewesen werden verehrt; Abwesenheit einer dualistischen Weltsicht und Moral; alles im Leben ist Teil eines symbolischen, rituellen Systems – daher sakrale Gesellschaften als Göttinkulturen.

Das matriarchale Weltbild
Für unser Thema hier sind das matriarchale Weltbild und die matriarchale Auffassung vom Göttlichen am wichtigsten. Darum will ich hier die Grundprinzipien des matriarchalen Weltbilds kurz darstellen.
Erstes Prinzip: Wenn wir nach der Vorstellung vom Göttlichen in matriarchalen Kulturen fragen, brauchen wir nicht weit zu suchen – vor allem brauchen wir nicht im transzendenten Bereich zu suchen. Matriarchale Gesellschaften kennen keinen transzendenten Gott, der so weit von der Welt entfernt ist, dass er unsichtbar, ungreifbar, eben un-begreifbar ist, so dass niemand – nicht einmal die Theologen – genauer wissen, was er ist. Eben ein Abstraktum, und zwar ein derart abstrakter Begriff, dass er eigentlich leer ist. Genauso wenig kennen sie eine transzendente Göttin – das wäre ja dieselbe abstrakte Vorstellung, nur mit umgekehrten geschlechtlichen Vorzeichen. Sie würde an der patriarchalen Denkfigur: die Trennung von Welt und Gott, von Natur und Geist, nichts ändern.
In matriarchalen Kulturen gibt es diese Trennung nicht, denn die ganze Welt wird als göttlich betrachtet. Es ist eine Gottheit zum Sehen, Hören und Anfassen, und sie ist immer da. Und weil sie den elementaren Grundsatz nicht vergessen haben, dass alles aus dem Weiblichen geboren wird, ist für sie die ganze Welt weiblich-göttlich, nämlich geboren aus der urschöpferischen, weiblichen Kraft. Wir finden deshalb in jeder matriarchalen Religion die weibliche Urschöpferin, die große Göttin des Universums – wie zum Beispiel die ägyptische Nut. Die andere Urgöttin ist die Mutter alles Lebendigen, die Göttin Erde, im Griechischen Gaia genannt. Sie ist die Schöpferin der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt, und der Begriff „Mutter Erde“ ist uns ja heute noch geläufig.
Zweites Prinzip: Wenn die ganze Welt mit allem, was darin und darauf ist, als göttlich betrachtet wird, dann ist auch alles irgendwie heilig. Es gibt im matriarchalen Weltbild keine Trennung des Heiligen vom Profanen, weder in der Welt der natürlichen Wesen, noch im Reich der Naturerscheinungen, noch im Bereich der täglichen Tätigkeiten in der Menschenwelt. Daraus ergibt sich die sehr interessante Haltung matriarchaler Menschen, dass es für sie nichts Triviales oder Bedeutungsloses gibt, sondern jede alltägliche Handlung ist zugleich ein bedeutungsvolles Ritual. Wenn zum Beispiel der Bauer Maiskörner in die Erde sät, so ist das ein heiliges Ritual, und er zelebriert es als eine Verehrung der Mutter Erde. Oder wenn eine Frau webt, so ist auch das ein heiliges Ritual, denn sie verwebt hier auf magische Weise die Fäden des Lebens miteinander.
Wenn matriarchale Menschen ihre Feste feiern, dann feiern sie darin nicht etwas Welt-Fremdes. Sondern sie feiern alles, was es in der Welt gibt – die Naturerscheinungen, die Lebewesen, sich selbst als Menschen, ihre sozialen Zusammenhänge, ihre Geschichte. Deshalb sind ihre Feste nicht grundsätzlich etwas anderes, etwas Heiliges im Gegensatz zum täglichen Leben, sondern sie zelebrieren in ihnen dasselbe. Es ist nur ein gradueller Unterschied zwischen den Ritualen des Alltags und den Zeremonien der Feste. Sie verhalten sich zueinander – um im Bild zu sprechen – wie ein Wellenberg zum Wellental. In diesem Sinn ist in ihrem Leben alles spirituell. Deshalb bezeichne ich Matriarchate als sakrale Gesellschaften und Göttin-Kulturen. 
Drittes Prinzip: Wenn die ganze Welt als göttlich betrachtet wird, so hat das Konsequenzen. Dann ist alles mit allem verbunden, und deshalb kann natürlich alles aufeinander einwirken. Da die Menschen sich als Teil dieses göttlichen Gefüges und auch mit allem verbunden verstehen, ist es selbstverständlich, dass alles auf sie einwirken kann, aber auch, dass sie selbst auf alles einwirken können.
In patriarchalen Zivilisationen, insbesondere der unsrigen, wird alles als getrennt betrachtet: Geist versus Natur, der Mensch ebenfalls versus Natur, da er sich ja zuerst als Geistträger definiert. Die Folge ist eine Naturverachtung, bei der die Natur als „niedriger“ eingestuft wird, womit die Hierarchie auch im Denken beginnt. Das ist klassisch patriarchales Denken, das auch heute noch weitergeht – nicht nur in den patriarchalen Religionen mit ihrem transzendenten Gott, dem gegenüber die Welt entwertet wird, sondern auch in allen esoterischen Strömungen, die nach Transzendenz streben und eine weltzugewandte Religiosität als „sinnenverhaftet“ und minderwertig betrachten.
Viertes Prinzip: Im matriarchalen Weltbild stellt man sich die Welt dreigestaltig vor: Oben ist der Himmel, in der Mitte die Erde, in der Tiefe die Unterwelt. Man nennt es das „Dreistockwerk-Weltbild“, das typisch ist für alle archaischen Völker.
Die Mythologie matriarchaler Kulturen spiegelt diese Dreigestaltigkeit der Welt in ihren dreifachen Göttinnen wider: Oben wohnt die Himmelsherrin, die kosmische Schöpferin und Lichtbringerin – unter ihren vielen Namen. In der Mitte wohnt die fruchtbare Göttin des Landes und des Meeres, die mütterliche Schöpferin des Lebens – ebenfalls unter tausend Namen, da sie tausend verschiedene Gesichter hat. In der Tiefe unter der Erde oder am Grund des Wassers wohnt die vielnamige und vielgestaltige Göttin der Unterwelt, die Herrin über das Schicksal, da sie die Gesetze von Leben, Tod, Umwandlung und Wiedergeburt in der Hand hat.
Diese matriarchale Auffassung von der dreifachen Göttin reicht in ihren Wurzeln bis in die Altsteinzeit zurück und wurde in der Jungsteinzeit, der Epoche der höchsten Blüte matriarchaler Kultur, reich entfaltet. Patriarchale Gesellschaften entstanden erst sehr viel später. Doch noch bei den historisch überlieferten Göttinnen und ihren Mythen lassen sich diese matriarchalen Wurzeln erkennen.
Diese drei Zonen der Welt stellt man sich nun nicht unverbunden vor, sondern sie sind durch eine Weltachse miteinander verknüpft. Diese Achse der Welt kann ein heiliger Berg sein, der dann als Mittelpunkt oder „Nabel“ der Welt betrachtet wird – wie der heilige Berg Kailash in Tibet. Oder diese Achse wird durch einen mythischer Baum vorgestellt – wie die Weltesche Yggdrasil in der keltisch-germanischen Mythologie. Es gibt viele Mythen von magischen Himmelsleitern, die zwischen den Zonen der Welt hinauf oder hinab führen, und die Hopi (Arizona) gebrauchen noch heute in ihren traditionellen Zeremonien solche „Himmelsleitern“.

Schamanismus
Die Art der Rituale und Zeremonien, in denen die Verbindung zwischen den drei Zonen der Welt hergestellt wird, ist in matriarchalen Kulturen – und nicht nur dort – immer schamanisch, das heißt, die Verbindung wird mit Hilfe schamanischer Trance- und Ekstasetechniken geschaffen. Denn schamanische Tätigkeit bezieht sich nicht nur aufs Heilen, sondern auf das Wiederfinden von verlorengegangenen Verbindungen im weitesten Sinn.
Und wenn ich sage, dass matriarchale Religiosität immer schamanisch ist, dann ist sie auch magisch. Was Magie ist, wurde in unserer westlichen christlich-patriarchalen Zivilisation sehr missverstanden und absichtlich fehlinterpretiert.
Magie ist im matriarchalen Weltbild die Gewissheit, mit allem verbunden zu sein, woraus folgt, dass man sich auch mit allem absichtlich verbinden kann. Sie ist nichts anderes als die respektvolle und hingebungsvolle Kommunikation mit der Natur und allen ihren Kräften – sowohl mit der äußeren Natur um uns wie mit der inneren Natur in uns. Diese Kommunikation findet nicht so sehr über Worte, sondern über mythische Bilder, rituelle Handlungen und erweiterte Wahrnehmung statt.
Mit Hilfe schamanisierender Techniken werden von Schamanen auf magische Weise die drei Sphären der Welt besucht und dabei wieder verbunden. Dabei können sie auf der Weltachse sowohl in die obere als auch in die untere Sphäre reisen. Das finden wir in allen schamanischen Weltbildern wieder, sei es, dass sie dabei auf heilige Berge oder Bäume steigen oder die Himmelsleiter benutzen. So reist der Schamane bei einer Heilung oft in die Tiefe, in die Unterwelt, um eine verlorene Seele zu suchen und sie wieder heimzubringen – so bewirkt er die Heilung. Oder er reist in die obere Sphäre, den Himmel, um Botschaften von göttlichen Wesen zu empfangen.
Auf diese Weise sind schamanische Rituale und Handlungen gründlich erforscht und ausführlich beschrieben worden – zumindest was männliche Schamanen betrifft. In den ethnologischen Werken der Schamanismus-Forscher trifft man in der Regel nur Männer an – es ist der typisch einseitige Blick der herrschenden, westlich-patriarchalen Wissenschaften. Von diesen Forschern wurde immer wieder die Frage aufgeworfen, worin der Schamanismus seine Wurzeln hat, wobei man meistens die altsteinzeitliche sogenannte Jagdmagie als Antwort heranzog
Nun ist diese „Jagdmagie“ mittlerweile sehr zweifelhaft geworden, selbst bei Archäologen. Und die Frage nach den weiblichen Schamanen, also den Schamaninnen, ist noch nicht einmal in den Blick gekommen. Daran schließt sich die nächste Frage an, ob denn Schamaninnen genau dasselbe tun wie Schamanen?

Schamaninnentum und Matriarchat
Wir dürfen aufgrund vieler Indizien annehmen, dass es in matriarchalen Kulturen ursprünglich nur Pries­terinnen gab, und diese Priesterinnen waren immer Schamaninnen. Denn in matriarchalen Kulturen ist jede priesterliche Tätigkeit eine schamanische. Da die matriarchale Kulturepoche der patriarchalen vorausging, war die älteste Form des Schamanentums also das Schamaninnentum. Heute gibt es in matriarchalen Gesellschaften Schamaninnen und Schamanen, aber vieles weist darauf hin, dass Frauen die schamanischen Rituale zuerst und lange ausschließlich praktiziert haben. Männliche Schamanen kamen erst später auf.
Woraus schließe ich das? Wir wissen mittlerweile, dass die Menschen in der Altsteinzeit bereits einen Tod- und Wiedergeburtsglauben gehabt haben, was sich aus ihren Bestattungssitten erschließen lässt. Insbesondere die Frauen haben in den großen altsteinzeitlichen Kulthöhlen den Kult von Tod und Wiedergeburt ausgeführt. Dieser Blick weit in die Vergangenheit lässt sich anhand von heute noch lebenden matriarchalen Gesellschaften bestätigen, deren Wirtschaftsform heute zwar eine andere, aber deren Glaubenswelt noch sehr ähnlich ist.
Im SchamanInnentum werden Lebensprozesse verstärkt, Heilungen durchgeführt und Reisen ­zwischen den Zonen der Welt gemacht, insbesondere in das Jenseits der Unter- oder Anderswelt und wieder zurück. Was hat es damit auf sich? Wenn Frauen seit ältester Zeit die religiösen Rituale von Leben, Tod und Wiedergeburt in den Händen hatten, so waren es auch sie, die unmittelbar mit den Ahnengeistern, die im Jenseits wohnen, in Kontakt treten konnten. Die matriarchale Ahnenverehrung und der matriarchale Wiedergeburtsglauben hängen eng zusammen und sind nicht auseinandergerissen, wie später in patriarchalen Gesellschaften. Frauen haben nämlich die Gabe, die Ahnengeister aus dem Jenseits wieder zurückzurufen – und das ist eine bemerkenswerte Aussage.
Dazu einige Belege aus meiner Forschung zu Ost­asien: Ich habe mich mit der Geschichte der vor-chinesichen Völker befasst, bevor das heutige han-chinesische Reich mit seiner patriarchalen Geschichte begann. Aus den Anfängen des frühpatriarchalen chinesischen Reichs ist der weiblich-schamanische Wu-Kult belegt, der weit vor die Zeit dieser Reichsgründung zurückreicht. Dieser Wu-Kult ist ein uraltes, bodenständiges Kulturelement. Er kommt noch heute bei den nicht-chinesischen, indigenen Völkern auf dem Boden Chinas vor, die Schritt für Schritt im Verlauf der Expansion des patriarchal-chinesischen Reichs zurückgedrängt und unterdrückt wurden – wie es heute den Tibetern geschieht.
In ekstatischen Tänzen und Trancen erleben die Wu-Schamaninnen Jenseitsfahrten. Es ist aus den chinesischen Chroniken bekannt, dass der Wu-Kult anfangs nur von Frauen ausgeübt wurde, die als Heilerinnen, Priesterinnen und Wettermacherinnen ihre Stämme lenkten. Das heißt, diese Schamaninnen waren nicht irgendwelche abseitigen Personen am Rand der Gesellschaft. Ganz im Gegenteil: Sie waren die Schamaninnen-Stammesmütter bzw. die Schamaninnen-Königinnen, die ihren matriarchal organisierten Stamm leiteten.
Das chinesische Bildzeichen für Wu stellt eine tanzende, weibliche Person dar. (Das Schriftzeichen für den männlichen Schamanen ist von dem der Schamanin abgeleitet). Es ist bekannt, dass weibliche Schamaninnen in der gesamten chinesischen Geschichte immer eine größere Bedeutung hatten als die späteren männlichen Schamanen. Sogar im patriarchalen China konnte der Wu-Kult nie ganz unterdrückt werden, bis die chinesischen Kaiser sich gezwungen sahen, eine Wu-Schamanin als repräsentative Person sogar bei Hofe zuzulassen.
Was für Gründe hat das hohe Alter und die große Bedeutung des Schamaninnentums in China – und nicht nur dort? Das Schamanentum der Frauen ist Familienschamanismus und steht in engster Beziehung zum Ahnenkult. Es ist eine sehr aufschlussreiche Feststellung, dass der Schamanismus nicht aus der sogenannten Jagdmagie der Männer entstanden sein kann – wie fraglos noch allzu oft behauptet wird – sondern aus dem von den Frauen ausgeführten, uralten, familialen Totenkult, der auf das Engste mit dem Wiedergeburtsglauben verknüpft ist. Dafür spricht, dass die Haupthandlung im archaischen Schamanismus eine lebende Verkörperung der verstorbenen Familienmitglieder durch junge Familienangehörige bei den Totenfesten ist.
Diese rituelle Handlung ist noch bei der ländlichen chinesischen Kultur, bevor die kommunistische Überfremdung kam, Brauch gewesen. Dabei wurden die Ahnen und Ahninnen durch die (Ur-)Enkel und (Ur-)Enkelinnen dargestellt. Hier liegt die sehr alte Überzeugung zugrunde, dass die Großeltern, wiedergeboren in den Enkeln, in dieselbe Sippe zurückkehren. (Sogar in unserer deutschen Sprache gibt es noch einen Anklang an diesen Glauben, den das Wort „En-kel“ oder „An-kel“ bedeutet „kleiner Ahn“ bzw. „En-kelin“ „kleine Ahnin“.)
Nun gibt es bei dieser Form des Familienschamanismus eine direkte sinnliche Komponente: Denn bei den indigenen Völkern auf chinesischem Boden waren die Totenfeste keineswegs nur Trauerfeiern, sondern gleichzeitig Feste der Begegnung aller Mitglieder aus der eigenen und der Mitglieder der verschwägerten Sippe. Es wurde fröhliches Wiedersehen gefeiert, erotische Freuden keineswegs ausgeschlossen, und auch die Ahnenseelen wollten am Vergnügen teilhaben. Darum tanzte die jeweilige Familienschamanin in ihren schönsten Gewändern, und bei diesen matrilinearen Stämmen war sie häufig die (Ur-)Enkelin der Ahnenseelen, die zum Fest eingeladen waren. Sie war ein „orchideenhaft gekleidetes Mädchen“, und ihre Schönheit und Eleganz übertraf bei diesen Feiern die aller anderen Frauen. Durch ihre blumigen Gewänder, die extravagante Toilette, die Musik, den Gesang, den Tanz und die hingebungsvolle Trance lockte sie stellvertretend für alle anderen Frauen der Sippe die Geister der Toten erotisch an. Denn diese sollten in ihren Schoß bzw. in den Schoß der anwesenden jungen Frauen eingehen. So verband sich mit den Totenfesten die Hoffnung auf ganz reale Rückkehr einer Ahnin oder eines Ahnen. Dank der ausgelassenen Gelage, Trinkereien und Liebesbegegnungen fand dieses Ereignis bei mancher jungen Frau dann auch neun Monate später tatsächlich statt.
Damit enthüllt die in jedem Schamanenkult vorkommende Redewendung „von einem Geist besessen sein“ ihren ursprünglichen Inhalt, denn sie bedeutet ganz direkt „von einem Ahnengeist besessen sein“, nämlich leiblich schwanger werden. Und das können naturgemäß nur Frauen. Damit ist der Zusammenhang von Ahnenkult und Wiedergeburtsglauben offensichtlich geworden. In matriarchalen Kulturen werden Frauen nicht nur verehrt, weil sie das Zentrum der Gesellschaft sind, sondern insbesondere, weil sie als die Wiedergebärerinnen der Ahnen gelten – und dem ist der Schamaninnenkult gewidmet. In dieser ursprünglichen Form des Schamanismus konnten natürlich nur Frauen wegen ihrer Wiedergeburtsfähigkeit Schamaninnen sein.
Beim Aufkommen der Patrilinearität und des Patriarchats in allen Erdteilen haben sich diese Verhältnisse verändert, denn nun drängten sich Söhne und Enkel in die Rolle des Schamanen, und die Frauen verloren die Ausschließlichkeit der priesterlichen Funktionen. Der alte Sinn des Schamanisierens, eine Ahnenseele aus der Unterwelt wieder auf die Erde heraufzuführen, indem man ihr zur Wiedergeburt verhilft – dieser alte, grundsätzliche Sinn des Schamanisierens ging dabei verloren. 
Der männliche Schamane kann naturgemäß nicht eine verstorbene Ahnenseele durch Wiedergeburt aus der Unterwelt zurückholen. Deshalb hat sich beim männlichen Schamanisieren stattdessen der Schwerpunkt auf das Heilen verlagert. Im Heilen holt der Schamane – und das tun auch Schamaninnen – symbolisch die Seele eines Kranken aus der Anderswelt zurück, wo ein Dämon sie gefangen hält. In dieser vom eigentlichen Sinn abgeleiteten Form erforschten Ethnologen dann das Phänomen des Schamanismus, und es ist verständlich, dass sie dafür keine befriedigende Erklärung finden konnten. Eine Erklärung ist aber gar nicht so schwierig, wenn wir vom weiblichen Ursprung des Schamanismus ausgehen. 

Heute: Schamaninnentum in Korea
In diesem Zusammenhang ist der Schamanimus in Korea besonders aufschlussreich. Er hat nicht nur eine jahrtausendealte Tradition, die bis in die Gegenwart reicht, sondern er ist heute noch wie ehedem ein fast völlig weibliches Phänomen. Die statistischen Untersuchungen belegen, dass 95 Prozent der Schamanen der koreanischen ekstatischen Tradition Frauen sind. Es handelt sich also klar um ein Schamaninnentum. Die Anhängerschaft besteht zu 95 Prozent ebenfalls aus Frauen. Die Frauen pflegen bis auf die heutige Zeit ihren uralten Kult, den Mu-Kult, den sie nie aufgegeben haben, während die Männer strenge Konfuzianer wurden und heute noch anderen Idealen folgen.
Die koreanische Schamanin, die Mu-Dang, ist Trägerin eines uralten Glaubens, den Frauen untereinander feiern. Das Wort „Mu-Dang“ bedeutet zugleich „Erdpriesterin“ und „inspirierte Schamanin“. Das weist deutlich auf einen matriarchalen Zusammenhang hin. Korea ist heute nicht mehr matriarchal, sondern eine patriarchale Gesellschaft und ein moderner Industriestaat (Süd-Korea). Aber das koreanische Schamaninnentum ist ein Überrest aus der matriarchalen Kulturepoche Koreas, der sich erhalten hat. In früheren Zeiten war dieses Amt der „Erdpriesterin“ oder „inspirierten Schamanin“ ein öffentliches religiöses Amt der bedeutendsten Frauen im Stamm oder im Königinreich. In Alt-Korea wie in Alt-China waren es immer Frauen, die als Vermittlerinnen zwischen Göttinnen und Menschen für die spirituellen Angelegenheiten ihrer Kultur sorgten. Sie waren Familienpriesterinnen, betreuten die Totenrituale, die Ahnenverehrung ihrer Sippe, sie waren Medizinfrauen und Heilerinnen. Und vor allem waren sie Wieder­gebärerinnen der Ahnen – das ist das wichtigste Merkmal.
Wie die Wu in Alt-China, so tanzt auch die Mu-Dang in Korea bei einem Ritual in ihren farbenprächtigsten Gewändern, deren Farbe und Zuschnitt symbolische Bedeutung haben. Ihre Schönheit soll den Geist oder die Gottheit anziehen, damit sie erotisch in sie fährt und sie in heilige Ekstase versetzt, in der sie ihre Worte als Weissagung verkündet. Die bestimmten Geister oder Gottheiten, denen die Schamanin zeitlebens dient, gelten durchaus als ihre persönlichen Geist-Geliebten.
Diese Tracht ist so sehr klassischer Ausdruck des Schamanimus in Korea, dass die wenigen männlichen Schamanen dieselbe tragen. Sie üben ihre Rituale in Frauengewändern aus, in den langen Röcken mit Pluderhosen darunter, in weiblicher Frisur, mit Hut und Fächer in der Hand, denn offenbar können sie nur als Frauen verkleidet die Geister mit ähnlicher erotischer Kraft anziehen. Auch das weist darauf hin, dass der Schamanimus von seiner Wurzel her ein weibliches Phänomen ist. So ist aus vielen historischen Kulturen bekannt, dass Männer das Priesteramt nur in langen Frauengewändern ausüben konnten. Zum Beispiel traten die männlichen Priester der kleinasiatischen Göttin Kybele in der Tracht der Kybele-Priesterinnen auf, auch dann noch, als der ekstatische Kybele-Kult Rom erreichte und dort gefeiert wurde – sehr zum Missfallen des patriarchalen römischen Senats. Aus diesem Kult übernahm die junge christlich-römische Kirche die Priestertracht: langes, mit Spitze besetztes Gewand, reich bestickter Mantel, Stola und – bei Bischöfen – die hohe Haube der Göttin Kybele. So tragen noch heute die katholischen Priester bei der Messe eine historische Priesterinnentracht. Das weist darauf hin, dass Schamanentum und Priestertum – die im Anfang ja nicht getrennt waren – weiblichen Ursprungs sind. Noch heute nehmen viele indigene Völker an, dass die religiösen und spirituellen Fähigkeiten den Frauen angeboren sind, während Männer sie erst erlernen müssen.

Einst: Schamaninnentum in Europa
Auch in Europa gab es eine uralte Schamaninnen-Tradition, doch sie wurde gänzlich ausgelöscht. Wir haben auch auf diesem Kontinent tiefreichende matriarchale Wurzeln aus der alt- und jungsteinzeitliche Epoche. Diese matriarchale Epoche liegt ein paar Jahrtausende vor unserer Zivilisation, doch matriarchale Religiosität und schamanische Kultpraktiken wurden noch lange während der patriarchalen Epoche weiter tradiert. Sie lebten in der keltischen Kultur weiter, dann in der germanischen Kultur, und während der Christianisierung Europas im Mittelalter überlebten sie noch lange in den unteren Schichten der Bauern und Handwerker.
Priesterin-Schamaninnen mit großem Einfluss sind von den Kelten bekannt, sie hießen „Druiden“. Das mag überraschen, denn wir haben uns angewöhnt, unter Druiden nur männliche Priester zu verstehen. Dennoch ist dieses Wort weiblicher Herkunft, was man bei seiner Germanisierung zu „Drude“ oder „Trude“ erkennen kann. Eine „Trude“ ist eine Priesterin oder bezeichnet gar eine Göttin, was wir an der schönen Erzählung von Theodor Storm, „Die Regentrude“, sehen können. Die Regentrude in seiner Erzählung ist eine riesige Frau, die unter der Erde schläft, bis ein Mädchen (!) sie erweckt, weil das Land in der Sommerglut zu verdorren droht. Als die Regentrude es wieder regnen lässt, erwacht alles zu neuem Leben.
Ein „Drudenfuss“ (Pentagramm oder fünfzackiger Stern) galt im Mittelalter als magisches Zeichen, das insbesondere die „Hexen“ anwendeten, um sich zu schützen. Auch die Ortsbezeichnung „Trudering“ bei München weist darauf hin, dass hier einst ein „Hexenring“ bestanden hat, das heißt, ein Steinkreis, in dem die europäischen Schamaninnen ihre Rituale feierten. Im Begriff „Hexe“ mit seinem negativen Beigeschmack sehen wir bereits die Dämonisierung der europäischen Schamaninnen beginnen, die in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit zur blutigen Hexenverfolgung geführt hat, bei der Millionen von Frauen, als „Schadenshexen“ denunziert und viele Männer, als „Hexer“ oder „Ketzer“ gebrandmarkt und ermordet wurden.
In der nordgermanischen Überlieferung der „Edda“ tritt uns das Bild der europäischen Schamanin noch deutlicher entgegen. Sie hieß bei den Nordgermanen „Völva“, bei den Südgermanen „Wala“ und war Priesterin, Seherin, Weissagerin, Wettermacherin, Schamanin und Heilerin in einem. Die Völva war hoch angesehen, und eine Mythe berichtet, dass der spätere Kriegsgott Odin sein schamanisches Wissen von einer Völva lernte.
Aus der vor drei Jahrzehnten von Feministinnen begonnenen Hexenforschung kann man sehen, dass die europäischen „Hexen“ nicht anders gearbeitet haben, als wir es von Schamaninnen aus Südamerika, Afrika oder Asien kennen. Nur sind deren Wurzeln nicht so radikal abgeschnitten worden, wie es in Europa der Fall war. Mit Beginn der Neuzeit hat man in Europa gegen sie und die matriarchalen Kulturelemente, die sie noch tradierten – insbesondere den Glauben an Göttinnen, wie zum Beispiel Diana – einen „heiligen Krieg“ geführt. Kirche, Staat und die aufkommende, naturwissenschaftlich geprägte Medizin sorgten als unheilige Allianz für eine gründliche Verfolgung Andersdenkender, die wesentlich eine Verfolgung der europäischen Schamaninnen und Schamanen war und deren reiches Wissen ausrottete – oder unter anderem Vorzeichen vereinnahmte. Das Ende dieser grausamen Pogrome, die in erster Linie Frauen-Pogrome waren, ist noch gar nicht so lange her, sie reichten bis zum 18. Jahrhundert. Erst seit dieser kurzen Zeit ist Europa – so würde ich sagen – „schamanismusfrei“.

Schlussgedanken
Was können uns diese Erkenntnisse und neuen Einsichten sagen? Zunächst dürfte sich dadurch unser Geschichtsbild und Gesellschaftsbild erheblich erweitern. Denn ich bin der Auffassung, dass die Wiederentdeckung des Schamanismus – wie es in der westlichen Welt zur Zeit geschieht – notwendig zur matriarchalen Gesellschaftsform führt. Wenn man nur bei der männlichen Spielart des Schamanimus stehen bleibt, wird das Phänomen insgesamt zu eng verstanden. Die Matriarchatsforschung und die Erforschung des weiblichen Schamanismus geben diesem Gebiet überhaupt erst seine kulturelle Tiefe und große Reichweite wieder.
Die moderne Matriarchatsforschung besitzt mit der kulturellen Tiefe, in die sie führt, viele Berührungspunkte mit alternativen Strömungen und Bewegungen. Ebenso gibt es eine starke Überschneidung der Matriarchatsforschung mit der Bewegung indigener Völker um ihre Selbstbestimmung und Anerkennung ihrer traditionellen Kultur. Darin haben Schamanismus und Matriarchatsforschung vieles gemeinsam, die ja meinen Ausführungen gemäß nicht getrennt werden können.
Im Schamanismus steckt eine neue, achtsame Haltung gegenüber der äußeren und inneren Natur, die in der westlichen Zivilisation dringend benötigt wird. Und in der Matriarchatsforschung steckt der Entwurf einer neuen Gesellschaft insgesamt, die uns den Weg aus dieser zerstörerischen Gesellschaftsform, in der wir leben müssen, weisen kann. Denn Matriarchate sind grundsätzlich herrschaftsfreie Gesellschaften, wohlgeordnet und egalitär, die mit schamanischer Liebe allen Wesen, allen Menschen und der gesamten Natur begegnen.
Schamanische Religions- und Heilungsformen werden heute in der westlichen Welt wieder praktiziert, durch sie wird ein neuer Respekt für die Erde und ihre Lebensnetze oder die „Biosphäre“ eingeübt. Matriarchale Lebensformen schließen diese schamanischen Formen nicht nur ein, sondern sie können in Form neuer Gemeinschaftsbildung wieder entstehen, bei der es um wahlverwandte Clans geht, in denen Frauen als integrierende Kraft im Zentrum sind. Neue matriarchale Tendenzen gibt es heute überall, zum Beispiel in der Ökobewegung, in der Gemeinschaftsbewegung, in der Frauenbewegung, in der Bürgerbewegung, in der Bewegung indigener Völker – überall wo Menschen gegen Herrschaftsmuster und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage auf der Erde protestieren und neue Formen erschaffen. Ich nenne diese Tendenzen „quasi-matriarchal“, weil nicht alle diese Menschen selbst sie so bezeichnen würden oder könnten, weil sie aber aus der Perspektive der modernen Matriarchatsforschung deutlich zu erkennen sind. In dieser Perspektive liegt eine umfassende Vision von einer anderen Welt, und das Hoffnungsvolle daran ist, dass die Schritte hin zu dieser Vision längst von vielen Menschen getan werden. ♠


Literatur: Heide Göttner-Abendroth (Hg.): Gesellschaft in Balance. Dokumentation des 1. Weltkongresses für Matriarchatsforschung, Stuttgart 2006, Verlag Kohlhammer und Edition HAGIA. • Heide Göttner-Abendroth: Das Matriarchat II.1: Stammesgesellschaften in Ostasien, Indonesien, Ozeanien, Stuttgart 1999, Verlag Kohlhammer; und Das Matriarchat II.2: Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika, Stuttgart 2000, Verlag Kohlhammer. Darin sind alle noch lebenden matriarchalen Gesellschaften dargestellt, mit den entsprechenden Quellenangaben. • Heide Göttner-Abendroth: Matriarchat in Südchina. Eine Forschungsreise zu den Mosuo, Stuttgart 1998, Kohlhammer Verlag. • Marija Gimbutas: Die Sprache der Göttin, Frankfurt 1995, Verlag Zweitausendeins • Heide Göttner-Abendroth: Die Göttin und ihr Heros. Die matriarchalen Religionen in Mythos, Märchen, Dichtung, München 1980-1997, Verlag Frauenoffensive • Mircea Eliade: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik, Frankfurt 1980, Suhrkamp Verlag • Heide Göttner-Abendroth: Das Matriarchat II.1, a. a. O., die Kapitel zu den Bergvölkern Chinas und zu den Schamaninnen Koreas (alle Quellenangaben dort) • Marija Gimbutas: Die Zivilisation der Göttin, Frankfurt 1996, Verlag Zweitausendeins • Erika Wisselinck: Hexen. Warum wir so wenig wissen, von ihrer Geschichte erfahren, und was davon auch noch falsch ist, München 1986, Verlag Frauenoffensive • Becker/Bovenschen/Brackert: Aus der Zeit der Verzweiflung. Zur Genese und Aktualität des Hexenbildes, Frankfurt 1977, Suhrkamp Verlag • Claudia Honegger (Hg.): Die Hexen der Neuzeit, Frankfurt 1978, Suhrkamp Verlag • Heinsohn/Steiger: Die Vernichtung der weisen Frauen, Herbstein 1985, März Verlag • Heide Göttner-Abendroth: Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft. Prinzipien und Praxis der Matriarchatspolitik, Klein Jasedow 2008, Drachen Verlag.

Die Philosophin Heide Göttner-Abendroth ist als profunde und scharfsichtige Kritikerin des Patriarchats bekannt. Ihre mehr als dreißigjährige Forschungsarbeit und zahlreiche Publikationen machten sie zur Begründerin der modernen Matriarchatsforschung. Sie organisierte die ersten Weltkongresse für Matriarchatsforschung: 2003 „Gesellschaft in Balance“, in Luxemburg und 2005 „Societies of Peace“ in Texas, USA. 2005 wurde sie im Rahmen der Initiative „1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005“ nominiert.




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Göttner-Abendroth, Heide

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