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Aus der Regionalgruppe West
erschienen in Ausgabe 161  PDF-Version (193.16 KB)
Marie-Rose Fritz, Marion Reker und Andreas Valentin schildern die Entwicklung ihrer Regionalgruppe nach dem Kongress.

Bereits zweimal hat sich seit dem Kongress im vergangenen August diese „nach Postleitzahlen zusammengewürfelte“ Gruppe getroffen – und zu einer lebendigen Zusammenarbeit gefunden.

Als wir im letzten Sommer auf den Kongress für integrale Politik nach St. Arbogast losfuhren, wusste eigentlich keiner von uns, was da passieren würde. Mit interessanten Vorträgen und Workshops hatten wir schon gerechnet, aber Atmosphäre und Rahmenprogramm – und noch mehr die Menschen und ihr Umgang miteinander – haben die Woche zu einem tief bewegenden Erlebnis werden lassen. Und schon am zweiten Tag hieß es, die Teilnehmer sollten sich täglich für etwa zwei Stunden in Regionalgruppen zusammenfinden, um die Möglichkeit zu schaffen, die Idee des Kongresses in den Alltag tragen zu können. Es gab ein paar schriftliche Tipps zur Arbeitsweise und eine Kurzeinführung von Elisabeth Möller in die Methode der „Forumsarbeit“, zum Umgang mit Störungen in der Gruppe. Alles ­Weitere blieb uns überlassen. So haben wir uns dann nach dem ersten Kennenlernen in Ermangelung eines gemeinsamen inhaltlichen Arbeitsziels zunächst ausgiebig im Handhaben von Störungen in der Gruppe beschäftigt. Bei einigen kam bald der Verdacht auf, dass dies zum Selbstzweck werden könnte oder – noch schlimmer – es dazu dienen könnte, zu verschleiern, dass wir eigentlich nicht so recht wüssten, was wir – ein nach Postleitzahlen zusammengewürfelter Haufen – eigentlich nun miteinander erarbeiten sollten. Als nächstes stand also die Frage im Vordergrund, was wir an den verbleibenden Kongress­tagen und vor allem anschließend miteinander tun wollten, wie häufig wir uns treffen wollen würden und was das Ziel unserer Gruppe sein könnte. Wie können wir mit grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten umgehen? Einige von uns sind aktive Mitglieder der deutschen spirituellen Partei Die Violetten – andere sind eher davon überzeugt, dass integrale Politik, d. h. Arbeiten für die Gemeinschaft auf allen Ebenen, viel umfassender, vernetzter und flexibler sein muss, als die traditionelle Parteipolitik es gewährleisten kann.

Ein Blog als Kommunikationsplattform
Uns wurde zunehmend bewusst, dass für eine fruchtbare Arbeit der anfangs etwas schwerfällig durchlebte Prozess notwendig gewesen war, denn unsere Gruppe würde nur überleben können, wenn unsere Arbeitsweise, unser Umgang miteinander stimmen. Nur so würde die Freude, ja die Begeisterung, die auf dem Kongress aufgeflammt war, weiterleben können. ­Marion aus Bonn hatte dazu die Idee, sie könnte einen Blog ins Internet stellen als Kommunikationsplattform, über welche unsere Gruppe sich auch zwischen den einzelnen Treffen lebendig austauschen kann.
Jetzt fiel es plötzlich leicht, Ziele zu sammeln und Bedürfnisse zu formulieren: Eine tragfähige ­Vernetzung schaffen. Spielen. Offenheit für unterschiedliche Projekte, die sich innerhalb der Gruppe ergeben können, z. B. integrale Politik nach außen bringen, Artikel zu entstehenden Themen verfassen, Bewusstseinsarbeit, Menschen „von außen“ einladen, sowohl thematisch als auch „atmosphärisch“ arbeiten. Plötzlich war die Basis da. Ort und Termin des ersten Treffens waren schnell gefunden.
In der Zwischenzeit füllte sich unser liebevoll gestalteter Blog mit interessanten und lustigen Beiträgen. So steigerten sich zunehmend unser Kommunika­tionsbedürfnis und die Vorfreude auf das Treffen.
Fast drei Monate nach dem Kongress fanden wir uns beinahe komplett in Ebertsheim ein. Für unsere kleine Tagung mit immerhin elf Teilnehmern stellte sich die „Location“, die Andreas zur Verfügung stellen konnte, als ideal heraus. Die alte Papierfabrik beherbergt nämlich ein ökologisches Wohn-/Arbeitsprojekt, in dem Andreas mit seiner Familie seit vielen Jahren wohnt und arbeitet. So konnten wir uns im Gemeinschaftsraum mit großer Küche treffen und bekamen gleichzeitig einen weiteren Punkt für unsere Agenda hinzu: Besichtigung eines Gemeinschaftsprojekts. Für einige von uns hat das noch einmal die Idee der Gemeinschaftsbildung angefacht. Ergebnis dieser Inspiration: Eine Teilnehmerin möchte sich in diesem Jahr mehrere Gemeinschaftsprojekte anschauen, und die bislang ortlose Kerngruppe der „Seelodie“ (http://seelodie.org), der einige Mitglieder der Regionalgruppe angehören, hat hier Seminarräume gemietet.
Weitere Themen des Treffens waren eine Buchvorstellung von Andreas – „Eine Neue Erde“ von ­Eckart Tolle – und ein Review des in Arbogast verfassten gemeinsamen Manifests bezüglich der Frage, was Themen für die Regiogruppe werden könnten.
Das zweite Treffen fand direkt nach Weihnachten in Winden bei Koblenz statt. Obwohl das Interesse am Kontakt und einer gemeinsamen Arbeit nicht nachgelassen hatte, war diesmal der Kreis kleiner. Umso mehr hat es uns überrascht, wie viel es zu besprechen gab und wie schnell die Zeit verging. Wesentlich war u. a. unsere Arbeit am Gruppenbewusstsein. Marie-Rose aus Luxemburg hatte hierzu eine einfache Übung mitgebracht, mit Hilfe derer für jeden sehr deutlich wurde, wie sich der Unterschied zwischen dem Standpunkt als Individuum und als Gruppe anfühlt – auch wenn dies nicht allen leichtgefallen ist. Mit Laptop und Beamer haben wir außerdem gelernt, wie wir unseren Blog selbst gestalten können, um Marion zu entlasten. Einige Themen, wie z. B. die Frage, was wir genau und konkret unter „integraler Politik“ verstehen, konnten leider nur kurz anklingen. So haben wir auch gelernt, dass wir uns beim nächsten Treffen noch mehr Zeit nehmen sollten.
Unser Blog ist inzwischen für jedermann einsehbar: http://integralepolitik.blogspot.com.>



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